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Long Covid oder Post Covid als körperliche und psychische Herausforderung

Long Covid ist nicht nur eine Belastung für den Organismus, sondern vor allem auch für die Psyche. Derzeit werden neben der chronischen Erschöpfung (Fatigue) und körperlich anhaltenden Beschwerden wie Schwindel und Veränderungen im Gehirn vor allem auch psychosoziale Folgen wie etwa vermehrte Angst beobachtet. Wie sich Long Covid zeigt und welche Behandlungen derzeit empfohlen werden.

Eine Covid-19-Infektion kann sowohl mild als auch schwerwiegend verlaufen. Derzeit beschäftigt die Medizin und Betroffene vor allem das Phänomen von Long Covid. Diese lang anhaltenden zum Teil unspezifischen Covid Symptome können neurologische Folgen haben und damit auch psychische Erkrankungen hervorrufen oder intensivieren. Long Covid kann unabhängig von der Schwere des ursprünglichen Erkrankungsverlaufs auftreten und daher auch Menschen betreffen, die eine an sich milde Corona-Erkrankung beschrieben haben.

Was ist Long Covid? 

Im Durchschnitt dauert eine Covid-19 Erkrankung in etwa bis zu vier Wochen. Halten die Krankheitssymptome länger an, spricht man derzeit vom sogenannten Long Covid. Zentrales Symptom der Folgeerkrankung ist die sogenannte Fatigue – also ein enormer Erschöpfungszustand, der mit anhaltender Müdigkeit und dem Gefühl von ausgeschöpften Kraftreserven einhergeht. Die Fatigue kann ein Symptom unterschiedlicher chronischer Erkrankungen sein und zeigt sich auch bei Long Covid in einem stark erhöhten Ruhebedürfnis, teils schon bei kleinster körperlicher Anstrengung. Man schätzt, dass derzeit etwa 10 Prozent aller akut an Covid-19 erkrankten Menschen von Long Covid betroffen sind, also mit den Folgen und Symptomen der Krankheit noch weit über die akute Erkrankung hinaus kämpfen.

Wie lange dauert Long Covid?

Wie lange Long Covid genau dauert, kann allgemein derzeit nicht beantwortet werden. Medizinerinnen und Mediziner sprechen von Long Covid dann, wenn die Dauer der Krankheitssymptome vier bis zwölf Wochen überschreitet. Das kann sowohl aufgrund organischer Schäden im Zuge der Erkrankung der Fall sein als auch aufgrund von Problemen, die im Zuge einer Intensivbehandlung aufgetreten sind. Von Long Covid spricht man allerdings auch dann, wenn nach der Akuterkrankung verstärkte oder aufgrund der Covid-19-Infektion entstandene psychische Probleme über Wochen oder Monate hinweg anhalten. Mit Covid-19 in Verbindung gebrachte Symptome, die also über 12 Wochen anhalten, werden demnach unter den Begriffen Long Covid oder Post Covid zusammengefasst. Wie lange die Symptome insgesamt anhalten können, ist aktuell noch nicht geklärt.

Wodurch entsteht Long Covid?

Derzeit werden unterschiedliche Hypothesen der Entstehung von Long Covid diskutiert und untersucht. Das Immunsystem scheint dabei unter anderem eine wichtige Rolle zu spielen. Dabei taucht immer wieder der Begriff der Erregerpersistenz auf. Dieser medizinische Ausdruck beschreibt ein Überdauern der Viren im Körper, obwohl die eigentliche Infektionskrankheit bereits ausgeheilt ist, was zu wiederholten Immunreaktionen und damit zu einer Chronifizierung führen kann. Gleichzeitig beobachtet man, dass Covid-19 bestimmte Fehlreaktionen des Immunsystems verursachen könnte bzw. dass spezielle Autoantiköper, die bei Long Covid vorkommen können, das autonome Nervensystem, das den Kreislauf steuert, beeinflussen könnten. Mittlerweile weiß man auch, dass das Coronavirus in das menschliche Gehirn vordringen kann, was erklären könnte, warum neben dem klassischen Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn das neuronale System bei Long Covid auch dann noch betroffen sein kann, wenn an sich kein Virus mehr im Körper nachweisbar ist. Das ist auch eine mögliche Erklärung dafür, warum das biochemische Gleichgewicht bestimmter Neurotransmitter, die für unser Wohlbefinden verantwortlich sind, im Zuge einer Covid-19-Infektion gestört werden und damit neuropsychologische Erkrankungen als Folge von Covid-19 entstehen oder sich verstärken können. Auch ein möglicherweise eingeschränkter Hirnstoffwechsel könnte ein Hinweis für die Entstehung von Long Covid-Symptomen sein.

Mögliche Symptome bei Long Covid

Neben dem genannten, zumeist bemerkten und psychosozial enorm bedeutsamen Hauptmerkmal von Long Covid – der anhaltenden Erschöpfung, die schon bei minimalen Belastungen im Alltag auftritt und diesen dadurch bisweilen kaum bewältigbar macht – wurden in einer NICE guideline vom Dezember 2020 die folgenden Symptome zusammengefasst, die unter anderen als häufig im Zuge von Post Covid beschrieben werden:

Symptome des Atemtraktes Kurzatmigkeit, Husten, Kardiovaskuläre Symptome, Enge oder Schmerzen in der Brust, Herzklopfen
Generalisierte Symptome Müdigkeit, Fieber und Schmerzen 
Neurologische Symptome Kognitive Beeinträchtigungen, die unter dem Begriff „Brain Fog“ – zu Deutsch „Hirnnebel“ – zusammengefasst werden und zu denen Konzentrationsverlust oder Gedächtnisprobleme gehören. Kopfschmerzen, Schlafprobleme, Kribbeln und Taubheitsgefühl, sowie Schwindel
Gastrointestinale Symptome Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall, verminderter Appetit
Symptome des Bewegungsapparates Schmerzen in den Gelenken oder den Muskeln
Psychologische Symptome Im Zuge von Long Covid werden sowohl Symptome von Depressionen als auch von Angststörungen beschrieben.
Hautsymptome Ausschläge der Haut
HNO-Symptome Tinnitus, Ohrenschmerzen, Halsweh, anhaltender Verlust von Geschmacks- und bzw. oder Geruchssinn

Neurologische Symptome bei Long Covid: Kognitive Beeinträchtigung (Demenz)

Covid-19 ist also nicht nur eine Erkrankung der Atemwege, sondern betrifft auch das Gehirn. Die Covid-Infektion verursacht somit häufig auch neurologische Symptome, zu denen kognitive Beeinträchtigungen gehören, wie sich an den Daten von entlassenen Corona-Patientinnen und -patienten zeigt: Vier Monate nach der Entlassung aus dem Krankenhaus weisen rund 60 Prozent der von Covid-19 Betroffenen klinisch signifikante kognitive Beeinträchtigungen auf, die mit subjektiven kognitiven Beschwerden, geringerer Arbeitsleistung und auch schlechterer Lebensqualität einhergehen!

Zu den möglichen Ursachen der durch SARS-CoV-2 ausgelösten neurologischen Symptome gehören Gefäßerkrankungen. Schädigung, die die kleinsten Blutgefäße betreffen, spielen auch bei der Entstehung von Demenz vom Alzheimer eine Rolle. Aber auch Endothelschäden infolge einer SARS-CoV-2 sind bekannt. Das Endothel ist eine dünne Zellschicht unserer Blutgefäße, die als Gewebebarriere gilt und vielseitige Aufgaben im Organismus erfüllt. Dazu gehört beispielsweise die Regulation unseres Blutdrucks oder unserer Gerinnungsprozesse. Das Endothel ist also wichtiger Bestandteil unseres Herz-Kreislaufsystems. Da COVID-19-Erkrankungen dieses Endothels verursachen kann, könnte das auch einige der zerebrovaskulären Störungen (gefäßbedingte Störungen der Blutversorgung des Gehirns) und neurologischen Störungen im Zuge von Long Covid erklären. Gleichzeitig gibt dieser Mechanismus Aufschluss darüber, warum einem Spezialextrakt aus Ginkgo (mehr dazu weiter unten) in der Post-Covid-Behandlung eine wichtige Bedeutung zukommen könnte.

Wenn Sie also in der Vergangenheit positiv mittels PCR-Test auf Corona getestet wurden, Ihre Covid-Infektion länger als vier Wochen zurück liegt und Sie anhaltend von Bereichen der oben genannten Beschwerden betroffen sind, könnte das ein Hinweis auf Long Covid sein. In diesem Fall sollten Sie jedenfalls ärztlichen Rat einholen.

Psychosoziale Folgen von Long Covid

Sowohl die psychischen Erkrankungssymptome der Depression oder der Angst, wie oben genannt, können einen großen Einfluss auf den Alltag Betroffener haben und damit eine Vielzahl an psychosozialen Folgen nach sich ziehen. Denn der häufig beobachtete, körperlich anhaltende Erschöpfungszustand macht es an Long Covid Erkrankten häufig schwer bis unmöglich, aktiv am Berufsleben oder an sozialen Interaktionen teilzunehmen. Die im Folgenden genannten, möglichen psychosozialen Folgen weisen bereits darauf hin, wie wichtig es ist, sich etwa in Form von zunehmend entstehenden Selbsthilfegruppen oder im Zuge der Psychotherapie Hilfe zu suchen:

Risiko: Wer ist von Long Covid betroffen?

Die Untersuchungen und Studien zum Thema laufen noch. Derzeit sind es vor allem Beobachtungen, die im Hinblick auf besonders betroffene Zielgruppen getroffen werden. Wie weiter oben erwähnt, ist die Besonderheit von Long Covid, dass auch ein milder und sogar symptomloser Verlauf einer Infektion mit Covid-19 zu Post Covid-Symptomen führen kann. Dennoch zeigt sich, dass das Risiko für einen Long Covid Verlauf desto erhöht scheint, je mehr Symptome zu Beginn der Erkrankung ausgeprägt auftreten. Im Moment zeigt sich ebenso, dass vor allem jüngere Frauen etwa ein höheres Risiko haben, an Long Covid zu erkranken, als Männer. Das Long Covid-Risiko scheint überdies auch mit dem Body Mass Index sowie mit dem Alter der betroffenen Person zu steigen. Ebenso werden Zusammenhänge mit der Grunderkrankung Asthma beobachtet. Auch Kinder und Jugendliche können von Long Covid betroffen sein.

Mildert eine Impfung Long Covid?

Wie in vielen Bereichen rund um Covid-19 sowie die entsprechenden Langzeitfolgen gibt es auch auf diese Frage leider noch keine eindeutige Antwort. Eine kleine Studie in Großbritannien an 66 Covid-Rekonvaleszenten liefert im Moment Hinweise darauf, dass eine Impfung eventuell die Long Covid-Symptome zumindest leicht mildern könnte. Die Untersuchungen sind aber derzeit noch zu wenig aussagekräftig, um hier eindeutige Antworten zu liefern.

Behandlung & Ambulanzen: Wohin wenden mit Long Covid und was dagegen tun?

In ganz Österreich finden sich im Moment immer neue Spezial-Ambulanzen, die sich ganz der Behandlung von Long Covid-Betroffenen verschrieben haben. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie von Long Covid betroffen sind, wenden Sie sich in erster Linie an Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin bzw. an die dafür spezialisierten Ambulanzen in den Bundesländern. Eine Übersicht über aktuell spezialisierte Angebote und Anlaufstellen finden Sie beispielsweise bei der Patienteninitiative Long Covid.

Die Behandlungen richten sich dabei nach der Art Ihrer spezifischen Symptome und können die folgenden Therapieformen beinhalten:

Ginkgo in der Behandlung von Long Covid

Da auch ein möglicherweise eingeschränkter Hirnstoffwechsel ein Hinweis für die Entstehung von Long Covid Symptomen sein könnte, sollte in Zukunft auch der Phytotherapie ein vermehrtes Augenmerk in der Behandlung von Long Covid-Beschwerden geschenkt werden.

So verbessert Ginkgo beispielsweise nachweislich Durchblutungsstörungen im Gehirn und könnte damit eine wichtige Behandlungsoption vor allem im Bereich der durch Covid-19 verursachten Einschränkungen der mentalen Leistungsfähigkeit, Konzentrationsstörungen und Gedächtnisprobleme sein. Ein Spezialextrakt aus Ginkgo biloba verfügt beispielsweise sowohl über entzündungshemmende als auch endothelschützende (siehe weiter oben) Eigenschaften und mildert damit die Symptome des kognitiven Verfalls. Die durchblutungsfördernden Eigenschaften eines Spezialextraktes aus Ginkgo biloba könnten darüber hinaus auch wertvolle Elemente in der Behandlung der ebenso häufig beobachteten Long Covid-Symptome Tinnitus und Schwindel sein. Je nach Schwindelformen und Schwindelarten können auch noch andere komplementäre Behandlungsformen an besonderer Bedeutung in der Long Covid Behandlung gewinnen.

Phytotherapie und Post Covid im Allgemeinen

Auch bei den im Zuge von Long Covid häufig beobachteten Schlafproblemen findet sich mit der Passionsblume bereits jetzt eine wertvolle pflanzliche Therapiemöglichkeit. Besonders in der psychosozialen Therapie der entsprechenden Long Covid-Symptome sollte die Phytotherapie als wesentliche therapeutische Maßnahme in den Behandlungsprozess mit einbezogen werden. So finden sich beispielsweise in der Rosenwurz besondere pflanzliche Inhaltsstoffe, die sich bei Erschöpfungszuständen als wirksam erwiesen haben und Energie spenden können. Weiters wird bereits jetzt ein medizinisches Arzneiöl aus dem Echten Lavendel erfolgreich bei bestimmten Symptomen der Angst, wie etwa der ängstlichen Verstimmung eingesetzt. Die Rolle der Phytotherapie könnte demnach noch eine zentrale in der Unterstützung der Bewältigung von Krisen sein, die emotional im Zuge der Long Covid-Symptome zu tragen kommen.

Aussicht und Prognose bei Long Covid

Genaue Prognosen zum Verlauf und der potenziellen Ausheilung von Long Covid gibt derzeit niemand ab. Die Vielfältigkeit der Symptome sowie die erst relativ kurz vorhandenen Daten zu Post Covid-Verläufen gestalten die Langzeitprognose derzeit noch schwierig. Wichtig ist für Betroffene in jedem Fall, dass sie sich auf die körperlichen und seelischen Folgen von Long Covid passend einstellen sollten. Das bedeutet, dass es wichtig ist, trotz Sorgen und Ängsten dem Körper und der Seele Zeit zu geben, die eigene Leistungsfähigkeit erst Schritt für Schritt und dem Organismus angepasst wieder zu erreichen. Achten Sie daher darauf, sich nicht zu überfordern, sondern geben Sie Ihrem Organismus sowie Ihrer Psyche Zeit, mit den Long Covid-Folgen zurecht zu kommen. Das bedeutet auch, dass Sie Ihrer langfristigen Gesundheit zuliebe wie bei einer intensiven Erkältung auch auf Sport jedenfalls genauso wie auf weitere zu anstrengende Tätigkeiten verzichten sollten.

Zusammenfassung: Long Covid

Hier finden Sie noch einmal die wichtigsten Fakten zu Long Covid im Überblick:

 

Quellen:

NICE guideline, COVID-19 rapid guideline: managing the long-term effects of COVID-19, December 2020 ,(abgerufen am 17.06.2021)

Michael Stingl, Long Covid, (abgerufen am 17.06.2021)

Informationsportal für die psychische Begleitung von Long-Covid-PatientInnen und deren Angehörigen, (abgerufen am 17.06.2021)

Long COVID – langfristige Symptome nach einer COVID-19 Infektion?, (abgerufen am 17.06.2021)

Anne Bäurle und Wolfgang Geissel und Marco Mrusek, Bessert eine Impfung Long-COVID-19-Symptome?, ÄrzteZeitung, März 2021,(abgerufen am 17.06.2021)

Covid-19 ist auch eine Gehirnerkrankung, (abgerufen am 17.06.2021)

Post-Covid: Was wir bislang über die Corona-Spätfolgen wissen, (abgerufen am 17.06.2021)

Gunnar Dietz, Daniela Gerber, Ina Leibeck, COVID-19-Related Cognitive Impairment, Juni 2021

Darreichungsform und Packungsgrößen

 

Gebrauchsinformation

Kapseln zum Einnehmen. Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

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