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Resilienz: Was stärkt unsere seelische Widerstandskraft?

Ob es um die Bewältigung eines Traumas geht, oder um das emotionale Überstehen einer Krise: Bei Herausforderungen für die Psyche fällt immer häufiger das Wort „Resilienz“. Doch was meint Resilienz eigentlich? Und wie können wir mehr von ihr bekommen? 

In der Physik gibt es den Begriff der Resilienz schon lange. Dort werden Stoffe als resilient beschrieben, die auch dann nicht kaputt gehen, wenn sie großen Belastungen ausgesetzt sind. Auch in Ökosystemen kennt man den Begriff der Resilienz. In diesem Bereich ist damit gemeint, dass beispielsweise Ökosysteme dazu fähig sind, wieder in ihren Ursprungszustand zurückzukehren, auch wenn es zu einer Störung des Systems gekommen ist. Im Bereich der psychischen Resilienz verhält es sich ähnlich.

Definition: Was ist Resilienz?

Der Resilienz-Begriff geht auf das lateinische Wort „resilire“ zurück, das so viel meint, wie „zurückspringen“ oder auch „abprallen“. Und gerade um dieses Abprallen geht es auch in der psychologischen Definition von Resilienz. Denn es scheint, dass es Menschen gibt, an denen Schicksalsschläge, widrigste Lebensbedingungen und Traumata schier „abprallen“. Offenbar sind also manche Menschen widerstandsfähiger als andere. Wie kommt das? Diese Frage und die genannten Beobachtungen führten dazu, dass in den 1950er-Jahren die sogenannte Resilienz-Forschung ihren Anfang genommen hat. Heute beschäftigen sich zahlreiche Wissenschaften – wie zum Beispiel die Psychologie, die Soziologie oder auch die Pädagogik – mit der Resilienz-Forschung.

Es gibt dementsprechend mittlerweile viele unterschiedliche Resilienzmodelle. Grob zusammengefasst beschäftigen sich diese Modelle mit den unterschiedlichen Faktoren, welche die seelische Widerstandsfähigkeit eines Menschen beeinflussen. Resilienz ist demnach eine wichtige Voraussetzung dafür, Krisen zu bewältigen, Traumata zu verarbeiten und auch belastende Lebenssituationen gesund ins Leben zu integrieren. Resilienz wird daher gelegentlich auch als eine Art Immunsystem der Psyche bezeichnet. Als Gegenpart zu Resilienz wird der Begriff der Vulnerabilität – also der grundlegenden Verletzlichkeit eines Menschen – genannt.

Wofür braucht der Mensch Resilienz?

Resilienz wird demnach benötigt, um die Psyche auch in schwierigen Lebenslagen gesund zu halten. Manche Forschungsergebnisse deuten sogar darauf hin, dass wir die seelische Resilienz auch brauchen, um körperlich gesund zu bleiben. Eine der Pionierinnen der Resilienz-Forschung – Emmy Werner – untersuchte beispielsweise seit den 1950er-Jahren auf einer Insel lebende Mädchen und Buben, die allesamt ähnlich schwierige Startbedingungen ins Leben und als Frauen und Männer später weitere Widrigkeiten als Gemeinsamkeiten hatten. Es stellte sich heraus, dass sich trotz der gemeinsamen Schwierigkeiten ein Drittel der untersuchten Kinder zu starken, umsorgenden, selbstbewussten und auch produktiven Erwachsenen entwickelte. Das spannende: In dieser offensichtlich resilienteren Gruppe der Inselbewohner wurden nach 40 Jahren deutlich weniger Gesundheitsbeschwerden festgestellt und auch die Sterberate war geringer als bei den anderen untersuchten Menschen.

Eigenschaften, die resiliente Menschen auszeichnen

In der Resilienz-Forschung werden immer wieder bestimmte Eigenschaften genannt, die mit resilienten Menschen in Verbindung gebracht werden. Zu diesen die Resilienz fördernden Eigenschaften zählen zum Beispiel:

 

Es sind aber nicht nur die persönlichen Eigenschaften, die eine starke Resilienz bei einem Menschen ausbilden können, sondern es werden auch immer wieder Umweltfaktoren genannt, die Menschen resilienter machen. Dazu zählen beispielsweise die Unterstützung der Eltern, der Umgang von Lehrerinnen und Lehrern mit den Kindern, aber auch ein als Halt gebend wahrgenommenes soziales Umfeld bzw. eine als stützend erlebte Kultur, in die der Mensch eingebettet ist.

Die 7 Grundpfeiler der Resilienz

All diese Eigenschaften und Faktoren werden in der Resilienz-Forschung heute häufig in sieben Grundpfeiler bzw. Säulen der Resilienz gegliedert. Diese zeigen sich, wie folgt:

  1. Positive Grundhaltung: Hier ist keineswegs Optimismus um jeden Preis gemeint, der sich alles „schön lächelt“, sondern viel eher geht es um eine positive Grundhaltung, mit der Menschen an das Leben und vor allem an Herausforderungen herangehen.
  2. Akzeptanz und Annehmen: Mit Akzeptanz ist in diesem Fall gemeint, dass resiliente Menschen die Fähigkeit haben, Unveränderbares anzunehmen. Das ermöglicht, sich auf die Zukunft zu fokussieren (siehe Punkt 7), anstatt im Hadern zu erstarren. Ganz nach dem berühmten Gelassenheitsgebet: „Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
  3. Selbstwirksamkeit: „Raus aus der passiven Opferrolle“ ließe sich der Begriff „Selbstwirksamkeit“ etwas salopp erklären. Er meint, dass Menschen erkennen, dass ihre eigenen Handlungen Auswirkungen haben, wodurch das Bewusstsein entstehen kann, dass wir fähig sind, unser Leben oder Situationen aktiv selbst zu verbessern.
  4. Verantwortung tragen: Die Fähigkeit, für sich selbst und das eigene Verhalten Verantwortung zu übernehmen, ist ein wesentlicher Faktor für eine konstruktive Konfliktfähigkeit. Und diese ist wiederum eine wichtige Eigenschaft, die Resilienz fördert.
  5. Aktive Beziehungsgestaltung: Diese Säule der Resilienz wird vielfach auch unter dem Begriff des „Networkings“ zusammengefasst. In Bezug auf die Resilienz meint das Netzwerken das aktive Gestalten und Pflegen sozialer Beziehungen. Es kann allerdings auch den Begriff der Bindung umfassen, da verschiedene Bindungsstile im Hinblick auf ihre Auswirkung auf Resilienz immer wieder im Fokus der Wissenschaft stehen.
  6. Lösungsfokus: Wie ein Mensch an Probleme herangeht, hat Auswirkungen auf seine Resilienz. Resiliente Menschen neigen bei Problemen dazu, sie lösungsorientiert zu betrachten, anstatt ohne Blick auf die Lösung alleine das Problem zu fokussieren.
  7. Zukunftsorientierung: Diese Säule meint, dass resiliente Menschen die Fähigkeit besitzen, sowohl das „Hier und Jetzt“ wahrzunehmen, anstatt mit der Vergangenheit zu hadern, als auch eine realistische Vorstellung von der Zukunft zu entwickeln.

Tipps: Das können Sie tun, um Ihre Resilienz zu stärken

Ähnlich wie bei der körperlichen Widerstandsfähigkeit können wir Menschen auch unsere seelische Widerstandsfähigkeit fördern und trainieren. Mittlerweile gibt es sogar eigene Resilienz-Trainings. Die eigene Resilienz zu fördern, ist prinzipiell eine äußerst individuelle Angelegenheit. Dabei können Sie die folgenden Tipps unterstützen.

Ressourcen erkennen und nutzen Die eigenen Fähigkeiten und Stärken zu erkennen, ist ein wichtiger Schritt, um diese auch – in belastenden Situationen – aktiv nutzen zu können.
Selbstfürsorge Nehmen Sie sich wichtig – und zwar in all Ihren Facetten. Das meint, dass Sie sowohl auf einen körperlich gesunden Lebensstil achten sollten als auch auf einen emotional kraftvollen Umgang. Dazu gehören Phasen der Entspannung, um Energie zu tanken und damit widerstandsfähig zu bleiben.
Realitätscheck Gelegentlich denken wir Menschen uns in eine Krise hinein. Wenn Sie bemerken, dass Ihre Gedanken zu kreisen beginnen und Ihnen damit Energie kosten, machen Sie einen kurzen Realtitätscheck: Was ist das Schlimmste, das z. B. im Hinblick auf Ihren eigenen Leistungsanspruch passieren kann? Und ist das tatsächlich realistisch?
Sozialkontakte pflegen Aktive Beziehungen, die uns guttun, sind ein Teil des Resilienzkonzepts. Pflegen Sie Ihre Kontakte, die Ihnen wichtig sind, und umgeben Sie sich mit Menschen, durch die Sie sich bereichert fühlen.
Entscheidungen treffen Schieben Sie Entscheidungen nicht zu lange vor sich her, sondern gehen Sie diese aktiv an. Damit stärken Sie wiederum Ihr Gefühl der Selbstwirksamkeit.

 

Quellen:

Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz / Krisenkompetenz mit Resilienz, (abgerufen am 06.03.21)

Brigit Obrist / Wie Gesundheit und Resilienz zusammenhängen / Universität Basel, (abgerufen am 06.03.21)

Inga Alexandra Schönherr, Resilienz, Präsentation

 

Darreichungsform und Packungsgrößen

 

Gebrauchsinformation

Kapseln zum Einnehmen. Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

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