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Aktualisiert: 21.09.2026

Gehirn: Wenn das Denkorgan Probleme bereitet

Unser Gehirn lässt sich grob in 2 Hälften einteilen: In die linke und rechte Gehirnhälfte. Jede von ihnen hat eine andere Funktion. Das Gehirn hat unterschiedliche Aufgaben: Es steuert als Schaltzentrale etwa unsere Bewegungen, regelt unsere Empfindungen und unser Sprechen. Einige Erkrankungen lassen sich im Gehirn nachweisen. Wie Sie bemerken können, ob das Gehirn Probleme zeigt, erfahren Sie im Text.

Unser Gehirn: Aufbau und Funktionen - © decade3d/stock.adobe.com
Unser Gehirn: Aufbau und Funktionen – © decade3d/stock.adobe.com

Das Gehirn besteht aus Nervenzellen, die miteinander verknüpft sind. Auf diese Weise kann das Gehirn die Informationen aus der Umgebung aufnehmen, sie verarbeiten und reagieren. Das Gehirn ist außerdem unser Denkorgan.

6 Fakten über das Gehirn

  • Unser Gehirn besteht aus etwa 100 Milliarden Gehirnzellen, die miteinander verknüpft sind.
  • Ein Gehirn ist 1,5 bis 2 Kilogramm schwer.
  • Ohne Sauerstoff kann das Gehirn maximal 6 Minuten auskommen, bevor es geschädigt wird.
  • 800 Milliliter an Blut durchströmen das Gehirn pro Minute. Davon sind ca. 80 % für die Versorgung von Nervenzellkörpern notwendig.
  • Bis zu 23 Watt erzeugt das Gehirn, wenn wir wach sind. Im Wachzustand werden 20% unserer Energie für die Hirnleistung benötigt.
  • 75 % des Gehirns bestehen aus Wasser, der Rest enthält mehr Fett als jedes andere Organ.

     

Was macht das Gehirn?

Das menschliche Gehirn ist als unsere Steuerzentrale eines der wichtigsten Organe. Es ist Teil unseres zentralen Nervensystems und befindet sich innerhalb des Schädelknochens. Dort ist es von der sogenannten Cerebrospinalflüssigkeit umgeben, die als physischer und immunologischer Schutz dient. Das Gehirn besteht aus Nervenzellen, die miteinander verknüpft sind, und so Informationen aus der Umgebung aufnehmen, verarbeiten und reagieren können. Als wesentlichem Teil unseres Nervensystems kommen dem Gehirn wichtige Aufgaben zu: Es steuert unsere grundlegenden Überlebensfunktionen wie Herzschlag oder Atmung, ist für unsere Reflexe sowie für unsere Persönlichkeit verantwortlich, verarbeitet unsere Sinneseindrücke und sorgt dafür, dass wir uns konzentrieren und erinnern können.

Aufbau des Gehirns

Das Gehirn lässt sich grob in zwei Hälften unterteilen: in die linke und rechte Gehirnhälfte (Hemisphären), die durch einen Balken miteinander verbunden sind. Des Weiteren wird das Gehirn in vier funktionelle Areale aufgeteilt:

Das Großhirn: Das Großhirn ist der größte und am höchsten entwickelten Teil des Gehirns. Mit 80% der gesamten Gehirnmasse macht es den Hauptteil des menschlichen Gehirns aus. Seine zwei bis vier Millimeter dicke Rinde besteht aus Furchen und Windungen, welche die Oberfläche stark vergrößert. Das Großhirn lässt sich in 4 weitere Bereiche, die Hirnlappen, gliedern:

  • Frontallappen
  • Scheitellappen
  • Schläfenlappen
  • Hinterhauptslappen

Das Kleinhirn: Das Kleinhirn mit seinen 130 bis 140 Gramm ist es wesentlich kleiner im Vergleich zum Großhirn. Es befindet sich direkt unter den Gehirnhälften und oberhalb des Hirnstamms. Dieser Teil unseres Gehirns ist besonders wichtig für das Gleichgewicht.

Das Zwischenhirn: Das Zwischenhirn ist direkt zwischen dem Hirnstamm und dem Großhirn zu finden. Es erfüllt wichtige vegetative Aufgaben, wie Regulierung der Körpertemperatur oder Steuerung von Hunger-, und Durst. Das Zwischenhirn wird in der Medizin in weitere Teilbereiche eingeteilt:

  • Thalamus
  • Epithalamus
  • Metathalamus
  • Subthalamus
  • Hypothalamus

Der Hirnstamm: Der Hirnstamm bildet den evolutionär gesehenen ältesten Teil des Gehirns. Er wird von beiden Gehirnhälften fast vollständig umschlossen und besteht auch Mittelhirn, Medulla oblongata und Brücke. Im Hirnstamm werden überlebenswichtige Funktionen, wie Atmung, Hustenreflex und Erbrechen gesteuert. Bei einer Schädigung des Hirnstamms kann zu schwerwiegenden Folgen, oder sogar zum Tod kommen.

Wie funktioniert das Gehirn?

Damit unser Gehirn verschiedene Leistungen erbringen kann, ist es in Areale mit bestimmten Zellgruppen unterteilt. Jedes dieser Teilbereich ist für spezifische Funktionen zuständig:

Großhirn

Frontallappen Steuerung von Bewegungen und Verhalten
Scheitellappen Empfindungswahrnehmung
Schläfenlappen Sprach-, und Hörzentrum, Gedächtnisbildung
Hinterhauptslappen Verarbeitung visueller Reize

Kleinhirn

Koordination von Bewegungen, Erwerb von Sprache und Regelung des Gleichgewichts

Zwischenhirn

Thalamus Sammelstelle für Sinnesreize (außer Geruchssinn)
Epithalamus Steuerung des Tag-, Nachtrhythmus
Metathalamus Verteilung von auditiven und visuellen Sinnesreizen
Subthalamus Regelung der Grobmotorik
Hypothalamus Zentrale Vermittlungsstelle von Hormon-, und Nervensystem.

Hirnstamm

Steuerung von lebenserhaltenden Funktionen, wie Atmung, Herzfrequenz und Blutdruck. Kontrolle von wichtigen Reflexen (Schlucken, Augenschlag).

Zu welchen Problemen kann es im Gehirn kommen?

Nicht abzustreiten ist, dass unser Gehirn mit seinen zahlreichen, zum Teil lebenswichtigen Aufgaben, ein essenzielles Organ ist. Wenn das Gehirn also durch Erkrankungen oder Verletzungen beeinträchtigt ist, kann dies schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Je nach dem, welcher Teil des Gehirns betroffen ist, treten unterschiedliche Symptome und Krankheitsbilder auf. Häufig auftretende Krankheiten und Verletzungen des Gehirns sind folgend zusammengefasst.

Häufige Beeinträchtigungen, die das Gehirn betreffen

Gehirnerschütterung

Gehirnerschütterungen sind sehr häufige Schädel-Hirn-Verletzungen, die meist durch einen Schlag auf den Kopf oder Aufprall, entstehen. Oft kommt es zu Gehirnerschütterungen im Zuge eines Unfalls oder Sturzes. In solchen Situationen wird das Gehirn gegen die Schädelwand von innen gestoßen und es können vorübergehende Funktionsstörungen ausgelöst werden. Je nach Schweregrad der Gehirnerschütterung weisen Betroffene unterschiedliche Symptome auf: von Erinnerungslücken bis hin zu Kopfschmerzen und Übelkeit. Patienten sollten sich in jedem Fall grundsätzlich ausruhen und einige Tage Bettruhe halten. Nach einer Gehirnerschütterung kann auch ein ärztlicher Check notwendig sein. Bei Unfällen sollten Sie jedenfalls in ein Krankenhaus an eine Unfallstation.

Schlaganfall

Ein Schlaganfall wird durch eine Mangeldurchblutung im Gehirn hervorgerufen, die zu einer Sauerstoffunterversorgung im betroffenen Gehirnareal führt. Für das Gehirn bedeutet zu wenig Sauerstoff das Absterben von Gehirnzellen und die Folge davon können Ausfälle von Gehirnfunktionen sein. Häufig treten Lähmungen, Sprachstörungen oder Muskelschwäche auf. Ein schwerer Schlaganfall kann für Betroffene auch tödlich enden. Suchen Sie bei Verdacht auf Schlaganfall ärztliche Hilfe.

Hirnblutungen

Bei Hirnblutungen kommt es aufgrund unterschiedlichster Auslöser zu Blutungen im Gehirn. Oft treten sie ohne Vorwarnung und sehr plötzlich auf. Am häufigsten werden Hirnblutungen durch das Schädel-Hirn-Trauma (unten mehr dazu) infolge eines Aufpralls ausgelöst. Durch den ansteigenden Hirndruck, den solche Blutungen hervorrufen, entstehen unterschiedliche Funktionsstörungen. Je nach dem, welche Hirnregion betroffen ist, kommt es zu neurologischen Ausfällen: Lähmungen und Bewusstseinsminderung. Hirnblutungen sind ein medizinischer Notfall.

Schädel-Hirn-Trauma

Beim Schädel-Hirn-Trauma handelt es sich um Schädelverletzungen, bei denen das Gehirn auch beteiligt ist. Die Ursache dafür kann unterschiedlich sein: Beispielsweise ein Schlag oder Sturz auf den Kopf. Dabei kann es zu einem Schädelbruch kommen, der zu einem erhöhten Hirndruck führt oder Blutungen auslöst. In Folge kommt es zu einer Schädigung des Gehirngewebes, die je nach Stärke der Verletzung mehr oder weniger ausgeprägt ist. Ein Schädel-Hirn-Trauma ist ein medizinischer Notfall.

Multiple Sklerose

Multiple Sklerose zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Hier kommt es zu Entzündungen von Nervenstrukturen und dies kann unterschiedliche Symptome zur Folge haben. Die Krankheit schreitet schubartig voran und häufige Anzeichen dieser Krankheit sind Gedächtnisstörungen, Lähmung und Bewegungsprobleme. Eine Heilung von Multipler Sklerose gibt es nicht. Jedoch kann dem Fortschreiten der Krankheit mit Medikamenten entgegengewirkt werden.

Demenz

Mit steigendem Alter verlieren wir nach und nach mehr Gehirnzellen auf natürlichem Weg. Bei einer Demenz allerdings ist dieser Prozess aufgrund fortschreitender Erkrankung des Gehirns beschleunigt. Es kommt zu Vergesslichkeit, Konzentrationsproblemen und Wesensveränderung. Alzheimer ist eine der bekanntesten Demenzformen. Typische Kennzeichen für diese Form sind: die Schwierigkeit zu sprechen, Stimmungsschwankungen und Verhaltensänderungen.

Sollten Sie sich Gedanken darüber machen, ob Ihr Gehirn mit dem Alter schwächer geworden ist: Hier eine erste Möglichkeit, einen Selbsttest zum Thema Vergesslichkeit zu machen. Sprechen Sie auch mit Ihrer Hausärztin bzw. Ihrem Hausarzt darüber, wenn Ihnen eine Veränderung bei sich selbst oder anderen auffällt.

Selbsttest Vergesslichkeit - © Canva

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Autoren: Redaktionsteam Schwabe Austria

Disclaimer: Die Informationen auf dieser Website sind keinesfalls ein Ersatz für den persönlichen Besuch bei Arzt, Apotheker oder anderen medizinischen Fachpersonen. Die Gesundheitsartikel sind als Impulse zu verstehen, mit dem Ziel, sich näher mit Themen der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen und entsprechende Unterstützung zu suchen.

Quellen:

Waldeyer, A.: Anatomie des Menschen, Walter de Gruyter Verlag, 17. Auflage, 2002