Aktualisiert: 05.08.2026
Bauchhirn beruhigen: So entspannt sich das Nervensystem im Darm
Das Nervensystem im Darm ist ein ausgeklügeltes Geflecht, das empfindlich reagieren kann. Medikamente, Krankheit und Stress können dazu führen, dass das „Bauchhirn“ gereizt und überaktiv wird. So können Sie das Bauchhirn beruhigen.
Ein wissenschaftlich-anatomischer oder medizinischer Fachausdruck verbirgt sich dahinter nicht: Trotzdem wissen Mediziner:innen, was mit dem populärwissenschaftlichen bzw. metaphorischen „Bauchhirn“ gemeint ist. Es handelt sich dabei um einen Teil des menschlichen Nervensystems – das „enterische Nervensystem“ (ENS). Manchmal wird es auch „Darmnervensystem“ genannt. Es reagiert sehr sensibel auf Belastungen der Psyche und des Körpers. Im Zusammenhang mit Stress, Angst oder funktionellen Verdauungsproblemen und Reizdarm kann das Bauchhirn überaktiviert, gereizt und dysreguliert sein. Bildlich gesprochen bedeutet das, dass es hilfreich ist, das Bauchhirn zu beruhigen. Lesen Sie hier, wie das gelingt und wodurch sich das Nervensystem im Darm entspannt.
Bauchhirn – was ist das?
Kurz gesagt: Der Darm hat sein eigenes „Gehirn“, das viele Aufgaben selbst erledigt, aber in engem Austausch mit dem Kopfgehirn steht. Diese enge Kommunikation der beiden macht verständlich, warum das Bauchhirn mit Verdauungsbeschwerden und psychischen Elementen so eng verbunden ist. Die Neurogastroenterologie beschäftigt sich mit dieser komplexen Kommunikation zwischen Gehirn, Rückenmark, Nervensystem und Verdauungstrakt. Das ist besonders wichtig, um Störungen wie Bauchschmerzen oder das Reizdarmsyndrom besser zu verstehen.
Mehr Fakten: Das Bauchhirn ist ein riesiges Nervengeflecht im Magen-Darm-Trakt, das ungefähr so viele Nervenzellen wie das Rückenmark enthält. Damit ist es die größte Ansammlung von Nervenzellen außerhalb von Gehirn und Rückenmark. Durch die Darm-Hirn-Achse ist es mit unserem Gehirn im Kopf verbunden. Das Bauchhirn steuert viele Abläufe im Magen-Darm-Trakt selbstständig und wurde ursprünglich zum vegetativen Nervensystem gezählt. Zunehmend wird es jedoch in der Wissenschaft als eigenständiges Nervensystem betrachtet.
Bauchhirn und Nervensystem
Damit unser Körper funktioniert, arbeitet er mit einem riesigen Netzwerk aus Nerven. An der Spitze steht das zentrale Nervensystem, also Gehirn und Rückenmark – die Steuerzentrale. Von dort gehen unzählige Leitungen in den Körper, die man als peripheres Nervensystem bezeichnet. Ein Teil davon ist bewusst steuerbar, etwa wenn wir Arme oder Beine bewegen. Ein anderer Teil arbeitet automatisch und kümmert sich um Dinge wie Herzschlag, Atmung oder Verdauung. Dieses sogenannte vegetative Nervensystem besteht aus dem enterischen Nervensystem, dem Sympathikus, der beispielsweise Körperfunktionen in Stresssituationen drosselt, und dem Parasympathikus. Er sorgt für Erholung und fördert etwa die Magensaftsekretion sowie die Magenmotilität (Bewegungsfähigkeit des Magens). Psychische Belastungen und Stress können das Bauchhirn in einen „aufgeregten“ Zustand versetzen und zwar im Sinne einer gesteigerten Aktivität oder Dysfunktion des enterischen Nervensystems. Auf diese Weise sind Gehirn und Verdauung eng verschaltet und reagieren wechselseitig aufeinander.
Wo sitzt das Bauchhirn?
Sowohl die Bezeichnung „Bauchhirn“ als auch „Darmnervensystem“ werden dem hochkomplexen Nervengeflecht bildlich gar nicht gerecht. Denn das enterische Nervensystem erstreckt sich über den gesamten Verdauungstrakt von der Speiseröhre bis zum Darmausgang – und sitzt also nicht nur an einer Stelle.
Welche Aufgaben hat das Bauchhirn?
Die sensorischen Nervenzellen des Bauchhirns sind für die Verarbeitung von Reizen verantwortlich und bestimmen, ob ein Reflex aktiviert oder gestoppt werden soll. Die Nervenzellen können aber auch wahrnehmen, wie sich die Zusammensetzung der Darmbakterien gerade gestaltet, welche Nährstoffe sich im Nahrungsbrei befinden und woraus er sich zusammensetzt, was davon aufgenommen und was davon ausgeschieden werden soll. Das Bauchhirn übernimmt also komplexe Aufgaben und sorgt für Koordination sowie den Austausch zwischen den Schleimhautzellen, Drüsen sowie Muskeln im Magen-Darm-Trakt.
Verdauung und Aufgaben des Bauchhirns:
- Motilität (Bewegungsfähigkeit des Darmes)
- Regelt den Blutfluss im Verdauungstrakt
- Ist am Schlucken beteiligt
- Beeinflusst Prozesse im Magen-Darm-Trakt
- Bewertet und verwertet Bestandteile der Nahrung
- Steht in Verbindung mit dem Mikrobiom
- Beeinflusst unser Immunsystem
Die Rolle des Mikrobioms im Bauchhirn
Das Darm-Mikrobiom ist die Gesamtheit der Organismen, die den Verdauungstrakt besiedeln. Im menschlichen Darm tummeln sich also viele Milliarden Mikroben, die zusammen ein bis zwei Kilogramm wiegen und als Mikrobiom eine zentrale Rolle für unsere Gesundheit spielen. Diese Bakterien zerlegen Nahrungsbestandteile, wehren krankmachende Keime ab, fördern die Verdauung und produzieren wichtige Stoffe wie Vitamin K. Jeder Mensch trägt dabei eine individuell geprägte Darmflora in sich, die u. a. stark von Entwicklung, Ernährung und Immunprozessen abhängt. Studien legen nahe, dass sie nicht nur Verdauung und Abwehrkräfte beeinflusst, sondern auch mit neurologischen Erkrankungen und psychischem Wohlbefinden verknüpft ist – Stichwort „Darm-Hirn-Achse“.
Zum Thema Wohlbefinden – Forscher fanden heraus: Überträgt man die Darmflora von Menschen mit Depressionen auf Mäuse, entwickeln die Tiere ähnliche Beschwerden. Umgekehrt verlieren ängstliche Mäuse ihre Scheu, wenn sie die Mikroben besonders furchtloser Artgenossen erhalten – und reagieren anschließend deutlich stressresistenter. Unklar bleibt bislang, ob veränderte Bakteriengemeinschaften bestimmte Krankheiten verursachen oder lediglich deren Folge sind. Sicher ist jedoch: Stress oder Antibiotika können das empfindliche Gleichgewicht erheblich stören. Es kann von einer normalen Bakterienbesiedelung (Eubiose) zu einer sogenannten Dysbiose kommen, bei der nützliche von potenziell krankmachenden Keimen verdrängt werden.
Bauchhirn: Psyche & Verdauung
„Schmetterlinge im Bauch“, ein „ungutes Bauchgefühl“ oder ein Umstand, der uns „auf den Magen schlägt“ – dass unser Bauch mit unserem Kopf zusammenspielt, legt schon der Alltagssprachgebrauch nahe. Das Bauchhirn ist eng mit dem Kopfhirn vernetzt und sorgt für einen ununterbrochenen Informationsaustausch. Diese Verbindung macht deutlich, warum seelische Belastungen körperliche Spuren hinterlassen: Stress oder Ängste können den Magen-Darm-Trakt aus dem Gleichgewicht bringen, was sich z. B. in Blähungen, Bauchschmerzen oder Verstopfung äußern kann. Besonders beim Reizdarm geraten die Darmnerven in eine Form der Daueranspannung, wodurch die Regulation der Darmbewegungen eingeschränkt werden kann oder dem Gehirn Schmerz-Signale gesendet werden.
Zusätzlich beeinflusst werden solche Störungen der Darmgesundheit, wenn die Darmflora nach Infekten oder einer Therapie mit Antibiotika aus dem Takt gerät. Das kann die Schleimhaut derart verändern, dass sie durchlässiger für Keime und Toxine wird. Die Darmschleimhaut reagiert bei manchen Reizdarm-Patient:innen mit entzündlichen Prozessen, was die Nervenzellen im Verdauungstrakt zusätzlich reizt.
Doch der Einfluss verläuft nicht nur in eine Richtung: Auch das Gehirn wirkt auf den Bauch zurück. Gerät der Körper in Stress, schüttet er Hormone wie Adrenalin aus, versetzt Herz sowie Lunge damit in Alarmbereitschaft und spart Energie im Verdauungstrakt ein. Die Folgen reichen von Bauchschmerzen und Heißhunger über Übelkeit bis hin zu Durchfällen – individuell sind die Reaktionen höchst verschieden. Besonders prägend ist für diese Vorgänge auch die frühe Lebensphase: Das Bauchhirn reift in den ersten Jahren wie das Mikrobiom von Kindern noch heran. Belastende emotionale Erfahrungen können hier bleibende körperliche Spuren hinterlassen. Studien mit Tieren zeigen, dass früher Stress den Darm dauerhaft empfindlicher macht – eine enge Verbindung von Psyche und Verdauung, die uns ein Leben lang begleitet.
Signale und Symptome: Was regt das Bauchhirn auf?
Wenn wir überlegen, wie sich das Bauchhirn beruhigen lässt, liegt zunächst die Frage nahe, was das Bauchhirn überhaupt „aufregt“. Von einem Beruhigen des Bauchhirns spricht man in der Fachsprache tendenziell eher nicht.
Medizinisch geht es zumeist um die Fragen:
- wie das enterische Nervensystem reguliert
- wie die Darmmotilität normalisiert
- wie die mikrobielle Balance wiederhergestellt
- wie die viszerale Hypersensitivität gesenkt
werden kann.
Unter viszeraler Hypersensitivität versteht man ein Hauptmerkmal des Reizdarmsyndroms, das als Leiterkrankung bei einem „aufgeregten“ Bauchhirn gilt. Durch die entsprechende Hypersensitivität werden schon normale Vorgänge – wie eine leichte Dehnung durch Luft oder Nahrung – als unangenehm, manchmal sogar schmerzhaft wahrgenommen. Beim Reizdarmsyndrom kommt es aber je nach Patient:in meist noch zu weiteren Verdauungsproblemen, die sich nicht auf eine krankhafte Ursache zurückführen lassen. Ein gestresstes Bauchhirn im Falle eines Reizdarms macht sich u. a. beispielsweise in folgenden Signalen und Symptomen bemerkbar. Mehr zu diesem Thema lesen Sie im Artikel Reizdarm.
Symptome bei Reizdarm und gestresstem Bauchhirn:
- Bauchschmerzen
- Bauch- und Magenkrämpfe
- Verstopfung
- Durchfall
- Abwechslung von Verstopfung und Durchfall
- Völlegefühl
- Blähungen
Das Syndrom gilt dabei nicht als gefährlich, auch wenn es die Lebensqualität von Betroffenen deutlich einschränken kann.
Bauchhirn beruhigen: Tipps
Erkrankungen sowie bestimmte Ernährungsformen und – vor allem chronischer – Stress können das Bauchhirn ungünstig beeinflussen und Reizdarmsymptome sogar noch verstärken. Mit den folgenden Maßnahmen können Sie das Bauchhirn beruhigen und für Entspannung im Darm sorgen.
5 Tipps für weniger Stress im Darm im Überblick
- Probiotika um das Bauchhirn zu beruhigen
- Stress abbauen für ein entspanntes Bauchhirn
- Richtige Ernährung für beruhigte Bauchnerven
- Pfefferminz- und Kümmelöl für einen beruhigten Bauch
- Massage um Darmnerven zu beruhigen
1. Probiotika für beruhigte Darmnerven
Im Sinne der Regulation des Verdauungstraktes können Probiotika eine wertvolle Rolle einnehmen. Die lebenden Mikroorganismen, die über die Ernährung oder spezielle Präparate Eingang in unseren Magen-Darm-Trakt finden und an verschiedenen Verdauungsprozessen beteilig sind, können die Zusammensetzung der Bakterien im Bauch positiv beeinflussen und so die Darmflora verbessern. Die offiziellen Behandlungsempfehlungen zum Reizdarmsyndrom halten fest, dass ausgewählte Probiotika spezifische Symptome des Beschwerdekomplex verbessern können – sowohl im Hinblick auf die Einzelsymptome als auch betreffend der Lebensqualität von Patient:innen.
Die Beruhigung der Darmnerven mithilfe von Probiotika könnte allerdings auch abseits der Verdauung positive Effekte haben: Denn dass die Darm-Hirn-Achse keine Einbahnstraße ist, bestätigt neuerlich eine Studie der Universität Basel: Sie zeigt, dass Probiotika die Wirkung von Antidepressiva verstärken können. Wie die Forschenden im Fachjournal Translational Psychiatry berichten, besserten sich die Symptome bei allen Teilnehmenden unter Antidepressiva, doch die Probiotika-Gruppe profitierte deutlich stärker als die Placebo-Gruppe. Mithilfe von funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) konnten die Forschenden zudem beobachten, dass sich bei den Probiotika-Teilnehmenden nach vier Wochen auch die veränderte Hirnaktivität bei der Verarbeitung emotionaler Reize normalisierte – ein Effekt, der in der Placebo-Gruppe ausblieb.
2. Stress abbauen gegen Anspannung im Bauch
Stress wirkt sich nicht nur auf die Psyche, sondern auch direkt auf den Darm aus: Unter Anspannung verändert sich die Aktivität spezieller Hirnregionen, sodass bestimmte Drüsen im Darm weniger Schleim produzieren. Dadurch verlieren nützliche Darmbakterien wie Laktobazillen an Boden, die Darmwand wird durchlässiger und die Abwehrkräfte werden geschwächt. Die Forschenden konnten diesen Zusammenhang zwischen Gehirn, Darmflora und Immunsystem genau nachweisen und zeigten, dass neben Probiotika auch eine gezielte Beeinflussung der Hirn- oder Nervensignale helfen kann, die negativen Folgen von Stress auf das „Bauchhirn“ abzumildern.
Psychische Belastungsfaktoren sowie Stress abzubauen, gehört daher zu den wesentlichen Selbsthilfestrategien, um ein „aufgeregtes“ Bauchhirn zu beruhigen. Damit ist nicht nur das Etablieren eines passenden Stressmanagements oder die Erhöhung der eigenen Stresstoleranz gemeint, sondern vor allem auch aktive Maßnahmen, die regelmäßig für Entspannung sorgen.
Mit diesen Tipps gelingt ein entspannterer Alltag:
- Bewegung: Ob Kraftsport oder Laufen als Ausdauertraining – sowohl moderate regelmäßige Bewegung als auch bestimmte Sportarten gegen Stress können dabei helfen, das Bauchhirn zu beruhigen.
- Atemübungen: Egal wie hektisch der Alltag auch ist – für eine Atemübung findet man immer Zeit. Mit bestimmten Atemtechniken kann der subjektiv empfundene Stress innerhalb weniger Momente reduziert werden.
- Entspannungsübungen: Nicht jede Methode eignet sich für alle Menschen, um zur Ruhe zu kommen. Die Bandbreite an möglichen Entspannungsübungen – darunter beispielsweise autogenes Training oder Meditation – ist allerdings glücklicherweise eine große. Suchen Sie die für Sie passenden Übungen heraus und integrieren Sie diese in Ihre alltäglichen Abläufe.
- Erholsame Rituale: Wenn Sie von chronischem Stress betroffen sind, ist das Etablieren von beruhigenden Ritualen eine Möglichkeit, täglich dafür zu sorgen, das angespannte Nervensystem zu beruhigen. Dazu kann das konsequente Lesen von 5 Seiten in einem Buch gehören, das bewusste Trinken eines Tees mit beruhigenden Kräutern bei Kerzenlicht oder ein Bad in einer wohligen Badewanne mit beruhigenden ätherischen Ölen. Es kann zu Beginn ungewohnt sein oder sogar Unbehagen auslösen, jeden Tag eine bestimmte Zeit auch aktiv der Beruhigung zu widmen. Machen Sie sich bewusst, dass es ein wichtiger Akt der Selbstfürsorge ist, durch psychosoziale Routinen ihre körperliche Gesundheit mit zu unterstützen.
- Psychotherapie: Wenn Sie sich in einer akuten Krise befinden, die das Bauchhirn aufwühlt, oder anhaltende Belastungen erleben, die Ihren Stress chronifizieren und die Darmnerven reizen, kann Psychotherapie eine wichtige Möglichkeit sein, die erlebte Krise und Angst zu bewältigen, seelisch sowie körperlich zur Ruhe zu kommen und schließlich Ihre eigene Resilienz im Umgang mit psychosozialen Herausforderungen zu stärken.
3. Mit Ernährung die Bauchnerven entspannen
Die Ernährung ist ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, einen aufgeregten Darm zu beruhigen. Denn ein vielfältiges Mikrobiom ist stark von der Ernährung mitgeprägt und unterstützt wiederum Verdauung sowie Immunsystem. Ungesunde Ernährung mit viel Zucker, Weißmehl, tierischen Fetten und Zusatzstoffen schwächt die Darmflora, während ballaststoffreiche Lebensmittel wie Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse und pflanzliche Öle sie stärken. Als Faustregel gilt: Je mehr Farbe eine Mahlzeit hat, desto besser für den Darm – Rotkraut, Orangen, Grünkohl, Heidebeeren oder Rote Rüben können dem Bauch z. B. gut tun. Besonders hilfreich sind Produkte, die Milchsäure enthalten, wie Sauerkraut, Kefir oder Joghurt. Für mehr Ruhe im Darm sorgt auch ein bewusster Zugang zum Essen selbst: ausreichend kauen, achtsam Zeit für die Mahlzeiten nehmen und bewusst frisch kochen statt hochverarbeitete Lebensmittel verzehren. Dazu viel trinken und abends späte Rohkostsnacks vermeiden.
Bei einem gereizten Darm hat sich darüber hinaus auch eine bestimmte Ernährungsform bewährt, nämlich die FODMAP-arme Ernährung: Dabei werden stark vergärende Kohlenhydrate für einige Wochen konsequent gemieden. Darunter fallen Weizen, Süßkram, Steinobst oder auch Milchprodukte. Da diese Ernährungsform sehr einschränkend ist und Risiken – etwa einen Mangel an Nährstoffen – birgt, sollte sie nur nach ärztlicher Diagnose und unter ernährungsmedizinischer Aufsicht erfolgen. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel FODMAP (Link folgt in Kürze).
4. Pfefferminzöl gegen gereizten Darm
Pharmazeutisches Pfefferminzöl wirkt in einer bestimmten medizinischen Konzentration krampflösend und schmerzlindernd bei entsprechenden Beschwerden im Verdauungstrakt. In einer umfassendsten Metaanalyse konnte gezeigt werden, dass Pfefferminzöl eine sichere und wirksame Therapie für Schmerzen und entsprechende Symptome bei Erwachsenen mit Reizdarmsyndrom darstellt. In einer besonders hohen und damit wirksamen Konzentration ist das medizinische Öl der Pfefferminze in Kombination mit dem ätherischen Öl des Kümmels in einer magensaftresistenten Kapsel namens Gaspan® enthalten, mit der Magen-Darm-Beschwerden – besonders bei leichten Krämpfen, Blähungen, Völlegefühl und Bauchschmerzen – gelindert werden. Das pflanzliche Kombinationspräparat, das rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist, kann somit dabei unterstützen, das Bauchhirn zu beruhigen.
5. Bauchmassage für entspannte Darmnerven
Eine sanfte Bauchmassage kann Spannungen im Verdauungssystem lösen und die Darmbewegung anregen. Besonders Menschen mit Reizdarm oder Verstopfung berichten von einer wohltuenden Wirkung dieser Massage. Die Technik wird auch „Kolonmassage“ genannt und kann ebenso Zuhause angewendet werden.
Die Massage folgt grob dem Verlauf des Dickdarms. Massiert wird mit zwei Fingern in kleinen, kreisenden Bewegungen – stets im Uhrzeigersinn und ohne Schmerzen zu verursachen, am besten beim Einatmen in einer Aufwärtsbewegung und beim Ausatmen in einer Bewegung nach unten. Jede Position wird etwa zwei bis vier Minuten stimuliert.
Schritt-für-Schritt: Anleitung zur Bauchmassage
- Starten Sie mit kleinen Bewegungen am rechten Unterbauch.
- Massieren Sie nun den nächsten Punkt an Ihrer rechten Seite unterhalb der Rippen.
- Arbeiten Sie sich zur linken Seite unterhalb der Rippen vor.
- Im Anschluss wird der linke Unterbauch massiert.
- Der letzte Punkt liegt Unterhalb des Nabels (ca. eine Handbreit). Massieren Sie die Stelle in Richtung Schambein.
Der Druck sollte dabei immer angenehm bleiben. In der Schwangerschaft, bei entzündlichen Erkrankungen im Verdauungstrakt oder einem Darmverschluss darf die Massage nicht durchgeführt werden.
Zusammenfassung: Bauchhirn beruhigen
Lesen Sie hier die wichtigsten Punkte zur Beruhigung des Bauchhirns nochmals kurz zusammengefasst:
| Was ist das Bauchhirn? | Das „Bauchhirn“ bezeichnet das enterische Nervensystem (ENS), ein riesiges Nervengeflecht im Magen-Darm-Trakt. Es steuert viele Verdauungsprozesse eigenständig und kommuniziert eng mit dem Gehirn. |
| Lage | Es zieht sich vom Beginn der Speiseröhre bis zum Darmausgang durch den gesamten Verdauungstrakt. |
| Aufgaben des Bauchhirns | Steuert Darmbewegungen, reguliert Blutfluss, unterstützt beim Schlucken, bewertet Nährstoffe, beeinflusst das Immunsystem und steht im Austausch mit dem Mikrobiom. |
| Mikrobiom | Milliarden Bakterien im Darm helfen bei Verdauung, Abwehr, Vitaminproduktion und beeinflussen sogar Psyche und Stressresistenz. Ungleichgewicht (Dysbiose) kann Beschwerden verstärken. |
| Verbindung Psyche – Darm | Stress und Gefühle wirken direkt auf den Darm. Umgekehrt beeinflussen Darmflora und Bauchhirn auch Stimmung und Nervensystem. |
| Typische Beschwerden | Bauchschmerzen, Krämpfe, Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Völlegefühl – ohne gefährliche Ursache bei Reizdarm, aber mit hoher Belastung. |
| Beruhigung des Bauchhirns | Probiotika zur Stärkung der Darmflora, Stress abbauen durch Bewegung, Atem- & Entspannungsübungen, Ernährung: ballaststoffreich, vielfältig, wenig Zucker & Weizen. Pfefferminz- & Kümmelöl gegen Krämpfe, Bauchmassage im Uhrzeigersinn zur Entspannung der Darmnerven. |
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Bei leichten Krämpfen, Blähungen, Völlegefühl und Bauchschmerzen.
Magensaftresistente Weichkapsel zum Einnehmen mit Pfefferminzöl (90mg) und Kümmelöl (50mg). Pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden. Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.
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Autoren: Redaktionsteam Schwabe Austria
Disclaimer: Die Informationen auf dieser Website sind keinesfalls ein Ersatz für den persönlichen Besuch bei Arzt, Apotheker oder anderen medizinischen Fachpersonen. Die Gesundheitsartikel sind als Impulse zu verstehen, mit dem Ziel, sich näher mit Themen der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen und entsprechende Unterstützung zu suchen.
Quellen:
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Kara G Margolis, John F Cryan, Emeran A Mayer, The Microbiota-Gut-Brain Axis: From Motility to Mood, https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8634751/
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