Minze anbauen
Die Minze ist ein beliebtes Gewürzkraut, das sich einfach im Garten oder in einem Topf auf dem Fensterbrett anbauen lässt. Allerdings müssen dabei ein paar wesentliche Tipps beachtet werden, damit Sie auch wirklich Freude an der Minze haben.
Minze anbauen im Überblick
Hier finden Sie die wichtigsten Tipps zum Anbau der Minze in der Übersicht:
Keimdauer | Zwischen zehn und 15 Tagen |
Aussaat | Minze wird am besten frühestens Ende April, besser aber erst nach den Eisheiligen im Mai gepflanzt. Vorziehen kann man die Pflanze bereits ab März. |
Abstand | Achten Sie auf einen Pflanzabstand von zumindest 25 mal 25 cm. |
Erntereif | Die Kulturdauer der Minze beläuft sich auf April bis Oktober. |
Standort | Die Minze hat es gern sonnig bis halbschattig. |
Boden | Ideal lässt sich Minze auf nährstoffreichen, lockeren und gut feuchten Böden anbauen. |
Düngen | Die Minze benötigt keine aufwändige Pflege, sollte aber ausreichend Wasser bekommen und gelegentlich gedüngt werden, da sie nährstoffreiche Erde braucht. |
Minzblattkäfer | Die Minze ist an sich recht resistent, allerdings kann sie vom sogenannten Minzblattkäfer und bestimmten Pilzarten befallen werden. |
Die wichtigsten Fragen zum Anbau von Minze rasch beantwortet
Beim Minzeanbau stellen sich einige Fragen besonders häufig. Wir haben die wichtigsten davon vorab kurz für Sie zusammengefasst:
- Wie sät man Minze? Minze sät man am besten mit Sand vermischt in Vorziehschalen, die an einem warmen Ort Schutz bieten. Mehr dazu bei „Aussaat der Minze“.
- Wie lange dauert es, bis Minze wächst? Aus dem Samen der Minze wächst in rund zwei Wochen ein kleines Pflänzchen. Wenn es etwa 10 cm groß ist, kann es ab Mai draußen gepflanzt werden.
- Wie wächst Minze am besten? Minze wächst am besten an halbschattigen bis sonnigen Plätzen auf nährstoffreichen, lockeren, feuchten sowie humusreichen Böden.
- Ist die Minze winterhart? Die meisten Minzesorten sind winterhart und können in unseren Breiten draußen im Beet bleiben. Einige Sorten freuen sich allerdings über einen gewissen Schutz im Winter. Minze in Töpfen können Sie im Winter an einen geschützten Ort bringen.
So wächst die Minze (Aussehen)
Wie die Minze aussieht und wächst, hängt in erster Linie von der Art ab, die Sie zum Anbau wählen. Denn je nach Sorte variiert die Minze nicht nur in Geschmack und Intensität, sondern es kann auch die Optik der Minze durchaus sehr verschieden sein. Prinzipiell wächst die Minze aber als ausdauernde krautige Pflanze, die über unterirdische Rhizome oder Ausläufer verfügt und bis zu einem Meter hoch werden kann. Sie gehört zur Familie der Lippenblütler und hat zumeist einen aufrechten Stängel, der verzweigt sein kann. Die Blätter der Minze variieren in ihrem Aussehen, sind aber oft mit einem gesägten oder auch gezähnten Rand versehen und zeigen sich in der Form oval bis elliptisch.
Bei den Blüten der Minze handelt es sich in den meisten Fällen um zusammengesetzte Blütenstände. Die Kronblätter können dabei von weiß über rosafarben bis hin zu violett sein. Zumeist wächst die Minze krautig und buschig. Aufgrund der starken Rhizombildung – also der Ausbildung unterirdischer Wurzelausläufer – ist es wichtig, beim Anbau der Minze darauf zu achten, eine Wurzelsperre einzubauen. Andernfalls kann es sein, dass sie sich im Garten zu weit ausbreitet. Im Topf gepflanzt fungiert der Topf selbst als Wurzelsperre.
Herkunft der Minze
Die Minze gedeiht vor allem gut an feuchten Standorten, weshalb man sie oft auf feuchten Wiesen, aber auch an den Ufern von Gewässern findet. Dieser Umstand erklärt auch, dass die verschiedenen Minze-Arten nur selten in Australien oder in Afrika vorkommen. Ihr Hauptverbreitungsgebiet ist heute in gemäßigten Gebieten auf der Nordhalbkugel zu finden. Die ursprüngliche Herkunft der Minze scheint nicht vollständig geklärt. Während manche Quellen ihre Herkunft im fernen Osten vermuten, sprechen andere wiederum davon, dass die Minze auch im Mittelmeergebiet ursprünglich heimisch ist. Zur Herkunft des Wortes „Minze“ selbst kann allerdings eindeutiger etwas gesagt werden. Der Name geht zurück auf eine Figur der griechischen Mythologie, nämlich die Nymphe Minthe, in die sich Hades verliebt haben soll. Botanisch wird die Minze als „Mentha“ bezeichnet.
Arten: Sortenvielfalt der Minze
Die Minze ist eine besonders sortenreiche Pflanze, von der es viele Arten gibt. Benannt sind die Arten oftmals nach ihrem Geschmack. Einige bekannte Minzearten sind die folgenden:
- Wasserminze (Mentha aquatica)
- Pfefferminze (Mentha × piperita)
- Ackerminze (Mentha arvensis L.)
- Grüne Minze (Mentha spicata)
- Speerminze (Mentha spicata)
- Schokominze (Mentha cervina L.)
- Zitronenminze (Mentha × piperita var. citrata)
- Apfelminze (Mentha suaveolens) – zur ihr wird auch die Ananasminze gezählt
- Ingwerminze (Mentha x gracilis)
- Erdbeerminze
Boden, Erde und Standort für Minze
Die Minze bevorzugt feuchte Böden, die besonders reich an Nährstoffen sind. Der Untergrund sollte möglichst locker und humusreich sein. Die Minze ist prinzipiell recht pflegeleicht und wächst an verschiedenen Standorten gut. Am liebsten hat sie es allerdings sonnig bis halbschattig. Sie entfaltet sich also auch in der direkten Sonne, allerdings müssen Sie hier besonders auf ausreichende Bewässerung achten. Was der perfekte Standort für Ihre Minze ist, hängt allerdings auch von der gewählten Sorte ab.
Aussaat der Minze
Wer Minze im Frühling pflanzen möchte, der sollte am besten schon im Februar oder März damit beginnen, die Minze in Aussaatschalen oder anderen Gefäßen vorzuziehen. Andernfalls kann es bei einer Direktaussaat geschehen, dass die recht feinen Samen der Minze ausgespült werden. Es hat sich auch bewährt, die Minzesamen mit Sand zu vermischen, damit bei der Aussaat ein gleichmäßigeres Ergebnis erzielt werden kann. Für das Vorziehen der Minze sollte der Samen in der Aussaaterde feucht gehalten und das Gefäß dafür an einen warmen Ort gestellt werden, zum Beispiel auf die Fensterbank. Wichtig dabei ist, dass die Samen nicht bedeckt werden, da es sich bei der Minze um sogenannte Lichtkeimer handelt. Lichtkeimer brauchen viel Licht, um gedeihen zu können. Das unterscheidet sie von Dunkelkeimern, deren Keimung in der Dunkelheit eingeleitet wird. Damit die Erde konstant feucht bleibt, kann die Aussaat bei Lichtkeimern jedoch mit Klarsichtfolie abgedeckt werden. Hier müssen Sie allerdings regelmäßig „lüften“ und die Folie abnehmen, damit sich kein Schimmel bildet. Bei Raumtemperatur keimen die Samen dann nach rund zwei Wochen.
Minze anbauen
Sind die Pflänzchen aus der Vorzucht rund 2 cm hoch, kann ihr Wurzelbereich vorsichtig gelockert werden und einzelne Pflanzen herausgezogen werden. Jetzt können die sehr jungen Pflanzen in einem gut gedüngten Topfsubstrat weiter kultiviert werden. Darin sollten Sie noch für rund zehn Tage in einem warmen, geschützten Bereich verbringen. Hat sich ein kräftiger Wurzelballen gebildet, kann die Minze ab etwa Mai – am besten nach den Eisheiligen – draußen gepflanzt werden. Zu diesem Zeitpunkt sollten die Temperaturen für die Minze bereits ausreichen. Minze kann aber auch im Juni noch gepflanzt werden.
Minze im Garten pflanzen
Wenn Sie nun Ihre Minze in den Garten ausbringen, achten Sie darauf, dass Sie einen halbschattigen Standort wählen, der Ihrer Minze Platz bietet, sich zu entfalten. Sollten Sie über einen sehr sandigen oder schweren Boden im Beet verfügen, kann es hilfreich sein, zuerst mit nährstoffreicher Erde aufzulockern. Danach können Sie die Minze mit einem Abstand von 25 x 25 bis 30 x 30 cm einpflanzen. Hilfreich für ein ideales Gedeihen ist, dass Sie das Minzebeet alle paar Jahre an eine andere Stelle setzen.
Wurzelsperre beim Anbau der Minze
Bei der Ausbreitung der Minze gilt es generell aufzupassen, denn durch ihre starke Wucherung kann die Minze auch das Wachstum anderer, benachbarter Pflanzen unterdrücken. Hierfür kann im Beet eine sogenannte Wurzelsperre – auch Rhizomsperre genannt – hilfreich sein. Eine solche kann verhindern, dass sich die Minze unkontrolliert ausbreitet. Wurzelsperren können in Form von Betonplatten oder aber auch in Rollenform im Gartenfachhandel gekauft werden. Besonders einfach macht man sich eine Wurzelsperre selbst, indem man die Minze schlicht in einem Topf, der nicht rosten kann, in die Erde pflanzt.
Welche Pflanzennachbarn bei Minze
Wird die Ausbreitung der Minze nicht durch eine Wurzelsperre verhindert, konkurriert sie mit anderen Pflanzen um Nährstoffe und Wasser, weshalb es sich beispielsweise nicht empfiehlt, eine Minzart mit einer anderen im selben Beet zu kombinieren. Auch Basilikum ist kein idealer Nachbar für die Minze. Manche Hobbygärtner bauen die Minze vor allem als Abwehr von Schädlingen im Gemüsebeet an. Gute Pflanzennachbarn für die Minze sind:
- Tomaten
- Zucchini
- Koriander
- Erdbeeren
- Gurken
- Kerbel
- Fenchel
- Kohlarten
- Kopfsalat
- Karotten
Minze im Topf anbauen
Um Minze im Topf anzubauen, sollten Sie jedenfalls auf ein ausreichend großes Gefäß achten. Empfohlen wird ein Topf, der zumindest 20 cm im Durchmesser misst. Der perfekte Minzetopf enthält eine unterste Schicht aus Kies oder ähnlich groben Bestandteilen zur Drainage. Auf diese Schicht sollte nährstoffreiche Universalerde kommen, die Sie am besten mit Granulat aus natürlichem Ton, also Pflanzton, vermischen. Dadurch kann auch Staunässe verhindert werden. So schaffen Sie die idealen Voraussetzungen für den Minzeanbau im Topf, den sie an einem sonnigen oder halbschattigen Platz aufstellen können. Wichtig ist auch, dass Sie die Pflanze nach spätestens drei Jahren umtopfen, da durch die starke Rhizombildung der Topf recht schnell durchwurzelt wird.
Minze düngen
Minze braucht eine nährstoffreiche Umgebung und daher ist es wichtig, sie ab und zu zu düngen. Allerdings darf dafür bitte niemals auf chemisch-mineralische Dünger zurückgegriffen werden, da die Minzeblätter zum Verzehr gedacht sind. So düngen Sie Minze richtig:
- Weniger ist mehr: Achten Sie darauf, Überdüngung zu vermeiden.
- Umpflanzung bedenken: Denken Sie beim Umtopfen daran, dass aufgrund des frischen Substrats meist keine Düngung notwendig ist.
- Keine Düngung bei Vordüngung: Vorgedüngte Erde bei kürzlich gepflanzter Minze nicht düngen.
- Langzeitdünger oder wöchentlich: Minze im Topf mit speziellen Düngestäbchen mit Langzeitwirkung düngen oder wöchentlich mit Flüssigdünger unterstützen.
- Zweiwöchentlich im Sommer: Minze im Beet etwa zweiwöchentlich zwischen Mai und August mit organischem Dünger unterstützen.
- Dünger selbst machen: Jauche aus Brennnesseln selbst herstellen und damit düngen.
- Andere organische Dünger: Reifen Kompost, Holzasche, Hornspäne oder Rinderdung (gekört) für die Düngung verwenden.
Richtige Pflege: Tipps für die Minze
Generell ist die Minze sehr pflegeleicht und benötigt keine besondere Pflege. Sie gilt sogar als Pflanze, mit der auch Menschen ohne grünem Daumen kaum etwas falsch machen können. Dennoch können Sie beim Anbau der Minze noch weitere wertvolle Tipps beachten:
- Vorgänger: Im Beet nicht auf einer Fläche ausbringen, auf der in den vergangenen Jahren bereits Lippenblütler gewachsen sind.
- Windschutz: Windgeschützte Plätze können für manche Minzen wertvoll sein.
- Aroma: Je mehr Sonne die Pflanze bekommt, desto stärker entwickelt sich ihr Aroma.
- Konkurrenz: Es sollte keine Kamille in der Nähe gepflanzt sein.
- Zurückschneiden: Durch regelmäßiges Zurückschneiden kann das Wachstum angeregt werden. So kann der Erntezeitpunkt auch auf später im Herbst ausgedehnt werden.
- Gießen: Die Minze braucht einen feuchten Boden. Im Sommer bei Regenlosigkeit ist also tägliches Gießen angeraten.
Angebaute Minze ernten
Je nach Minzeart haben Sie an der Minze den ganzen Sommer über Freude. Ernten lässt sie sich nämlich zumeist von April bis in den Herbst hinein. Auch wenn das prinzipiell möglich ist, eignet sich nicht jeder Zeitpunkt ideal, um die Minze zu ernten. Diese Tipps zur optimalen Zeit und dem Ablauf der Ernte sollten Sie beachten:
- Für einen intensiven Geschmack ernten Sie die Minze kurz bevor die erste Blüte zu erwarten ist.
- Ernten Sie Minze am besten, wenn es ein paar Tage nicht geregnet hat.
- Der Morgentau sollte verschwunden sein, aber die Sonne sollte noch nicht ihren Tageshöhepunkt erreicht haben.
- Ernten Sie so, dass zumindest ein Blattpaar an der Minze verbleibt.
- Verwenden Sie für die Ernte eine desinfizierte, scharfe Gartenschere.
Verwendung der Minze
Ist die Minze richtig angebaut und gut versorgt, ist mit einer reichen Ernte zu rechnen. Dann kann die frische Minze vielseitig verwendet werden. Sie eignet sich z.B.:
- zur Herstellung von Tee
- zum Zubereiten von Sirupen
- als erfrischende Zugabe in Getränken
- zur Verfeinerung von Süßspeisen
- zur Verarbeitung von Saucen, z. B. für Lamm
- im Salat
- im Obstsalat
Minze aufbewahren
Dadurch, dass die Minze äußerst pflegeleicht und wachstumsfreudig ist, kann es im Laufe des Sommers auch zu einer Überernte kommen. Sie können die überschüssige Ernte aber in verschiedenen Formen haltbar machen, um sie das ganze Jahr über als Gewürzkraut zu verwenden.
- Trocknen: Zweige der Minze in kleinen Bündeln kopfüber trocken.
- Frosten: Gewaschene Triebe auf einer Platte im Gefrierfach frosten und dann in Behältnisse umfüllen, in denen die gefrostete Minze eingefroren wird.
- Eiswürfel: Gewaschene Minze trocknen, kleinschneiden, in Eiswürfelformen füllen, mit Wasser aufgießen und für Saucen einfrieren.
Heilwirkung der Minze
Die Minze ist nicht nur eine beliebte Zutat für Gerichte und Getränke, sondern ihre unterschiedlichen Sorten werden auch für Heilzwecke eingesetzt. So wird die Pfefferminze beispielsweise in der Phytotherapie bei der Behandlung von Verdauungsproblemen verwendet. Doch auch andere Minzearten finden Verwendung in der Welt der pflanzlichen Arzneimittel. Die Japanische Minze findet ihren Einsatz beispielsweise bei Muskelschmerzen, bei Katarrhen der oberen Luftwege und auch bei Gallenbeschwerden. Als Hausmittel wird die Minze unter anderen in folgenden Bereichen geschätzt:
- Durchfall
- Übelkeit
- Mundgeruch
- Kopfschmerzen
- Erkältungen
- Rheumatische Beschwerden
Krankheiten und Schädlingsbefall bei Minze
Auch wenn die Minze als resistent und pflegeleicht gilt, so sollten Sie auf einen bekannten Schädling achten: Der schillernde, große Minzblattkäfer macht der Minze zu schaffen. Einen Befall erkennt man an den kleinen Löchern in den Blättern der Minze. Im schlimmsten Fall kann eine Minzblattkäfer-Plage dazu führen, dass die Minze regelrecht kahlgefressen wird. Neben dem Befall mit den Schädlingen gehört auch der Pfefferminzrost – der Rostpilz Puccinia menthae – zu einer bekannten Krankheit der Minze. Er zeigt sich in kleinen Flecken, die wie Rost aussehen, und kann Wucherungen nach sich ziehen. Bei Befall mit dem Rostpilz können Sie es mit einem deutlichen Beschnitt der Pflanze probieren oder müssen die Minze andernfalls sogar entsorgen.
Quellen:
Mein Schöner Garten, Minze (abgerufen am 11.05.2022)
Arzneipflanzenlexikon, Minze (abgerufen am 11.05.2022)
Gartenjournal, Minze ernten (abgerufen am 11.05.2022)
Heilpraxisnet, Minze – Arten, Wirkung und Anwendung (abgerufen am 11.05.2022)
Gartentipps, Minzblattkäfer bekämpfen (abgerufen am 11.05.2022)
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