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Tabuthema Hämorrhoiden: Erkennen, lindern und behandeln

Beschwerden mit Hämorrhoiden sind eines der vielen Tabuthemen rund um die menschliche Verdauung. Verstopfungen können die Probleme mit Hämorrhoiden verstärken. Daher ist eine gesunde Verdauung von zentraler Bedeutung.

„Ich habe Hämorrhoiden.“ Das ist ein Satz, der nur wenigen Menschen unbefangen über die Lippen kommt. Und er meint umgangssprachlich ausgesprochen meist auch nicht das, was Betroffene mit dem Satz ausdrücken möchten. Denn Hämorrhoiden haben wir alle. Dass es sich bei Beschwerden mit eben jenen Hämorrhoiden immer noch um ein Tabuthema handelt, ist ungünstig. Unbeachtet können sie zu Problemen führen.

Hämorrhoiden Schmerzen - ©sasun Bughdaryan/ AdobeStock

Was sind Hämorrhoiden?

Als Hämorrhoiden werden Gefäßpolster bezeichnet, die ringförmig am Enddarmausgang liegen. Dieses schwammartige Gewebe ist zumeist gut durchblutet. Gemeinsam mit dem Schließmuskel ist dieser unter der Schleimhaut des Enddarms liegende Polster dafür verantwortlich, dass der After abgedichtet ist. Damit gehören Hämorrhoiden zur normalen Anatomie jedes Menschen dazu. Das Wort selbst stammt übrigens aus dem Altgriechischen und setzt sich dabei aus den Worten für Blut („haima“) und Fließen („rhein“) zusammen.

Wann spricht man von einem Hämorrhoidalleiden?

Im Normalfall sind Hämorrhoiden weder spürbar noch von außen sichtbar. Wenn sie sich jedoch vergrößern, kann das dazu führen, dass unangenehme Symptome im Analbereich auftreten. Ist das schwammartige Gewebe vergrößert und erzeugt dazu juckende, brennende oder auch schmerzende Beschwerden, dann ist in der Fachsprache von einem sogenannten Hämorrhoidalleiden die Rede. In manchen Fällen sind die Hämorrhoiden derart vergrößert, dass es zu einem Prolaps kommt. So nennen MedizinerInnen das Beschwerdebild, bei dem Hämorrhoiden in dem Maße vergrößert sind, dass sie beim Stuhlgang aus dem After heraustreten. Auch wenn das Beschwerdebild als Tabu gilt, ist es keine Seltenheit. Etwa 70 Prozent aller Menschen im Erwachsenenalter entwickeln zumindest einmal im Leben ein Hämorrhoidalleiden.

Anzeichen und Symptome bei vergrößerten Hämorrhoiden

Anzeichen sowie Symptome von vergrößerten Hämorrhoiden können je nach Ausprägung des Hämorrhoidalleidens sehr unterschiedlich und individuell sein. Ein besonders häufiges Anzeichen für Hämorrhoidalbeschwerden ist hellrotes Blut, das nach dem Stuhlgang auf dem Toilettenpapier sichtbar ist. Daneben zeigen sich Hämorrhoidalprobleme auch in folgenden Symptomen:

Hämorrhoiden Blut - ©comzeal/AdobeStock

Einteilung der Hämorrhoiden

Ein Hämorrhoidalleiden lässt sich dabei in unterschiedliche Schweregrade einteilen. Diese Einteilung ist vor allem auch im Hinblick auf potenzielle Behandlungsmöglichkeiten von Bedeutung.  Die vier Grade nach der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) sehen die folgende Unterteilung vor:

Hämorrhoiden ersten Grades Verbreitete und gering ausgeprägte Problematik: Die Hämorrhoiden bluten, jedoch ohne Prolaps. Sie sind weder mit freiem Auge sichtbar, noch kann man sie tasten. Entdeckt werden sie durch eine Spiegelung des Analbereichs.
Hämorrhoiden zweiten Grades Beim zweiten Grad der Hämorrhoidenproblematik handelt es sich um blutende Hämorrhoiden, die durch Pressen beim Stuhlgang nach außen treten, sich aber danach wieder spontan nach innen zurück ziehen.
Hämorrhoiden dritten Grades Blutende Hämorrhoiden dritten Grades sind dadurch gekennzeichnet, dass sie sich nicht mehr von alleine in den Analkanal zurückziehen, sondern dass sich mit dem Finger zurückgeschoben werden müssen. In der Fachsprache heißt das „manuelle Reposition“.
Hämorrhoiden vierten Grades Bei blutenden Hämorrhoiden vierten Grades ist diese manuelle Reposition nicht mehr möglich. Die Hämorrhoiden können also nicht mehr mit den Fingern an ihre ursprüngliche Stelle geschoben werden. Hämorrhoiden vierten Grades sind damit permanent am äußeren After mit freiem Auge zu sehen.

 

Hämorrhoiden Grade - ©sasun Bughdaryan/AdobeStock

Risiken für Beschwerden mit Hämorrhoiden

Bestimmte Lifestyle-Faktoren, aber auch organische Voraussetzungen können das Risiko erhöhen, Beschwerden mit Hämorrhoiden zu entwickeln. Das sind die Risikofaktoren für die Entstehung eines Hämorrhoidalleidens:

Geschlecht: Männer sind häufiger von Problemen mit Hämorrhoiden betroffen als Frauen.
Alter:

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für die Entwicklung eines Hämorrhoidalleiden. Ab dem 50. Lebensjahr nimmt die Wahrscheinlichkeit für Beschwerden mit Hämorrhoiden zu.

Schwangerschaft:

Hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft führen zu einem schlafferen Bindegewebe, das Hämorrhoidalprobleme begünstigen kann.

Veranlagung:

Derzeit werden auch genetische Faktoren für die Entstehung eines Hämorrhoidalleidens diskutiert, da ein Zusammenhang zwischen einer angeborenen Schwäche von Blutgefäßwänden und der Entstehung von Hämorrhoidalbeschwerden beobachtet wurde.

Übergewicht Drückt zu viel Gewicht auf den Enddarm, kann das die Vergrößerung der Gefäßpolster zusätzlich begünstigen, da dadurch die Zirkulation des Blutes gestört werden kann.
Mangelnde Bewegung und Ernährung:

Sowohl ein zu geringes Maß an Bewegung in Kombination mit einer hauptsächlichen sitzenden Tätigkeit als auch eine unausgewogene Ernährung wirken sich ungültig auf die Darmbewegungen aus. Das kann zu Verstopfungen führen, die in der Regel beim Stuhlgang vermehrtes Pressen erfordern. Das erhöht wiederum den Druck auf den Gefäßpolster.

Behandlung von vergrößerten Hämorrhoiden

Wichtig ist, dass Sie bei dem Verdacht auf ein Hämorrhoidalleiden unbedingt offen mit Ihrem Arzt sprechen. Denn erstens ist es wichtig, bei Beschwerden im Analbereich andere Erkrankungen auszuschließen und zweitens muss mit dem Voranschreiten bzw. der zunehmenden Verschlechterung der Erkrankung gerechnet werden, wenn sie nicht behandelt wird. In der Medizin nennt man diesen Vorgang Progredienz. Wird hingegen die individuell passende Behandlungsform bei Hämorrhoiden gewählt, kann einer solchen Progredienz vorgebeugt werden.

Zu den möglichen Behandlungsformen eines Hämorrhoidalleidens gehören:

Lokale Behandlung Dazu stehen spezielle blut- und schmerzstillende sowie entzündungshemmende Präparate zur Verfügung, wie etwa Zäpfchen oder Salben, mit denen der Analbereich behandelt wird.
Tabletten Es gibt bestimmte Tabletten, die eingenommen werden können und die sowohl an der Behebung der Ursache beteiligt sein können als auch das Voranschreiten der Erkrankung verringern. Eine wichtige Wirkstoffgruppe sind dabei die Flavonoide.
Verödung Es gibt heute zwei Techniken der Verödung, mit denen die Hämorrhoiden verkleinert werden sollen, indem die Durchblutung des Gewebes verringert wird.
Gummibandligatur Bei diesem Verfahren werden die Hämorrhoiden abgebunden, wodurch das Gewebe abstirbt und nach einiger Zeit einfach ausgeschieden wird.
Hitze Es gibt mit der Infrarottherapie oder der Elektrokoagulation Verfahren, die sich Hitze zunutze machen, um Hämorrhoiden zu behandeln.
Operation Es gibt verschiedene chirurgische Methoden, mit denen die vergrößerten Hämorrhoiden mittels unterschiedlicher operativer Verfahren entfernt werden können.

Das können Sie selbst gegen Probleme mit Hämorrhoiden unternehmen

Eine Verdauung in Balance gilt unter anderem als wichtige Vorbeugung für das Entstehen von Hämorrohidalbeschwerden, aber auch als erste Maßnahme bei Problemen mit Hämorrhoiden. In jedem Fall sollten Sie auf eine gesunde Verdauung und damit auf eine Ernährung reich an Ballaststoffen sowie auf ausreichend Bewegung im Alltag achten.

Diese Tipps sollten Sie bei Beschwerden mit Hämorrhoiden außerdem beachten:

 

Zusammenfassung: Hämorrhoiden & Hämorrhoidalleiden im Überblick

Hier finden Sie noch einmal die wichtigsten Informationen zu Hämorrhoiden im Überblick:

Hämorrhoiden

Quellen:

Prof. Dr. A. Herold, Proktologie: Hämorrhoidalleiden, Fissur, Abszess, Fistel / © Springer Medizin Verlag 2009 (abgerufen am 20.10.2021) 

Internisten im Netz, Was sind Hämorrhoiden (abgerufen am 20.10.2021)

Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Hämorrhoiden: Therapie (abgerufen am 20.10.2021)

 

Darreichungsform und Packungsgrößen

Gaspan® 90 mg/50 mg magensaftresistente Weichkapseln: 14 Stk., 42 Stk.

 

Gebrauchsinformation

Kapseln zum Einnehmen. Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

 

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