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Pflanzenporträt Kümmel: Die Bedeutung der Pflanze in der Medizin

Kümmelöl wird in bestimmter Art und Weise in der modernen Phytotherapie bei Magen-Darm-Problemen wie Blähungen, Völlegefühl, Unwohlsein, Sodbrennen aber auch leichten Schmerzen im Darm und Magen eingesetzt. Was der Kümmel sonst noch kann.

Überblick zum Pflanzenporträt Kümmel

Botanische Einordnung des Kümmels

Carum carvi – so wird der Echte Kümmel oder auch „Wiesenkümmel“ botanisch genannt. Schon seit der Antike wird die Pflanze zum Würzen aber auch bei der Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Der Kümmel gehört zu den Doldengewächsen und blüht meist weiß bis leicht rosa von Mai bis Juni. Im Garten hat die zweijährige Pflanze es gern sonnig bis halbschattig – am liebsten auf sandigen bis lehmigen Böden.

Geerntet werden die Früchte des Kümmels, wenn sie eine braune Färbung angenommen haben, was in etwa zwischen Mitte Juni und Mitte Juli der Fall ist. Aber Achtung: Selbst ernten und Kümmel verwenden sollten Sie nur dann, wenn Sie sich wirklich gut mit der Pflanze auskennen, denn es gibt auch giftige Kümmelarten. Die Heilkraft des Kümmels wird vor allem bei Magen-Darm Beschwerden eingesetzt. Kümmel wirkt entblähend und hemmt die Gasbildung.

Kümmel Sodbrennen Phytotherapie

Mythen und Sagen rund um den Kümmel

Wie bei allen Pflanzen, denen seit langer Zeit eine heilende Wirkung zugeschrieben wird, ranken sich auch um den Kümmel eine Vielzahl an Mythen. Da die Pflanze bei uns gut wächst und gedeiht, sind auch hierzulande spannende Sagen rund um das Gewürz- und Heilkraut entstanden. So wurden dem Kümmel bei uns wie vielen anderen Kräutern auch Kräfte gegen böse Geister, Dämonen und andere dunkle Mächte zugeschrieben. So streute man beispielsweise in Oberösterreich den als  „Kim“ bezeichneten Kümmel zu bestimmten Zeiten gemeinsam mit Salz und Asche in die Luft, um böse Kräfte zu vertreiben. Und zwar mit den folgenden überlieferten Worten: „Wind, da hast Salz, Aschn, Kim, nimm’s hoam zu dein Weib und Kind“.

Kümmel in der heimischen Küche

Als Gewürz wird dem Kümmel die Eigenschaft nachgesagt, besonders schwere Speisen leichter verdaulich zu machen. Kein Wunder, dass der Kümmel damit fast schon als DAS Gewürz in der teils recht deftigen österreichischen Küche gilt. In unserer Küche kennen wir seinen herben Geschmack, der etwas leicht Bitteres in viele Speisen bringt, vor allem im Sauerkraut, im Erdäpfelpüree oder auch beim klassischen Schweinsbraten. Und was wäre Brot sowie so manches Gebäck ohne Kümmel!

Welche Bedeutung Kümmel in der internationalen Küche hat

Im asiatischen Raum ist vor allem der Kreuzkümmel als Gewürz in vielen Gerichten nicht wegzudenken. Besonders in Indien ist er zentraler Bestandteil der Küche: In vielen Masalas ist Kreuzkümmel das wichtigste Gewürz.

Heilkraft des Kümmels – Kümmel als Hausmittel

Als Heilmittel kommt der Kümmel in der Welt der Hausmittel schon lang zum Einsatz. Auch um seine Heilkraft rankte sich in früheren Zeiten allerlei Aberglaube. So vermutete man einst ganz besonders starke heilende Wirkungen auf den Körper beim sogenannten „Leibschneiden“, wenn der Kümmel vor Aufgang der Sonne am Johannistag oder beispielsweise gar mit den Zähnen gepflückt wurde. Sogar die Fähigkeit, eine Geburt zu erleichtern, schrieb man den Kümmel zu. Heute kommt der Kümmel vorwiegend bei folgenden Symptomen zum Einsatz:

Aber auch bei Menstruationsbeschwerden oder zur Anregung des Milchflusses bei stillenden Frauen kommt der Kümmel als Hausmittel zum Einsatz. Auch zur äußeren Anwendung kennt man Kümmel als Hausmittel bei rheumatischen Beschwerden.

Kümmelöl – Pflanzenkraft in der modernen Medizin

Auch wenn man dem Kümmel in der Küche zuschreibt, Speisen besonders bekömmlich zu machen, muss man bedenken: Die Menge an Kümmel, die es benötigen würde, um medizinisch relevante Ergebnisse auf den Magen-Darm-Bereich zu bringen, kann in Speisen natürlich gar nicht erst verarbeitet werden.

Medizinische Relevanz haben hingegen pflanzliche Arzneimittel, für die der Kümmel speziell aufbereitet wurde, um sich seine Wirkung zu eigen zu machen. Um eine solche belegbare Wirkung bei Blähungen oder Druck- und Völlegefühl in der Bauchgegend mit leichten Krämpfen zu erzielen, sollte man daher auf evidenzbasierte Phytotherapie setzen. Denn es benötigt spezielle Präparate, die resistent gegen den Magensaft sind, um direkt im Darm wirken zu können.

In klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass sich Kümmelöl in Kombination mit Pfefferminzöl oder Menthol zur Behandlung von funktioneller Dyspepsie eignet. Unter dem Begriff Dyspepsie werden bestimmte Magen-Darm-Probleme zusammengefasst, zu denen Blähungen, Völlegefühl, Sodbrennen, Unwohlsein und Schmerzen im Magen-Darm Bereich gehören. In Untersuchungen konnte sogar gezeigt werden, dass die Symptome eines Reizdarms gemildert werden können, wenn Kümmelöl äußerlich auf dem Bauch angewendet wird.

Quelle

Mohaddese Mahboubi, Caraway as Important Medicinal Plants in Management of Diseases: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6328425/ (abgerufen am 20.08.2020)

E. Hoffmann-Krayer, H. Bächtold-Stäubli, Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, Berlin und Leipzig 1932: http://www.sagen.at/doku/hda/kuemmel.html (abgerufen am 20.08.2020)

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