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Die Pfefferminze im Porträt: Pflanzlich heilsames Multitalent

Als Heilpflanze ist die Pfefferminze ein kleiner Tausendsassa. In der Pyhtotherapie wird sie nämlich sowohl bei Erkältungen als auch bei Husten und Kopfschmerzen eingesetzt. Ihr wichtigster Heilbereich umfasst aber den Magen-Darm-Trakt. Hier wird sie medizinisch bei einer Vielzahl von Verdauungsproblemen wie Bauchschmerzen, Krämpfen, Flatulenzen, Sodbrennen oder Völlegefühl eingesetzt.

Während die Verwendung vieler Heilpflanzen bis weit ins frühe Mittelalter oder sogar bis in die Antike hinein dokumentiert ist, ist die Pfefferminze so etwas wie ein Jungspund unter den Heilpflanzen. Denn es wird vermutet, dass sie als Kreuzung zwischen Wasserminze und der Ähriger Minze im 17. Jahrhundert spontan entstanden ist. Der erste dokumentierte Anbau ist in England verzeichnet und dort auf einen Zeitraum um das Jahr 1750 datiert.

Auch wenn sie damit in der Geschichte der Heilpflanzen insgesamt recht jung ist, ist sie aufgrund ihres hohen Mentholgehalts in der modernen Medizin von großer Bedeutung.

Botanische Einordnung der Pfefferminze

Die Pfefferminze – botanisch auch Mentha x piperita genannt – gehört zur Familie der Lippenblütler und blüht von Juni bis September. Ihre Blüten sind dabei von unterschiedlichen Farben geprägt, die von Weiß über Rosa bis hin zu Violett reichen können. Am besten gedeiht sie an einem sonnigen Standort auf sandigem Boden.

Pfefferminze Erkältung Husten

Verwendung der Pfefferminze

Die Pfefferminze ist eine sehr vielseitige Pflanze. Als Gewürzkraut ist sie Teil vieler Gerichte und Getränke, aber sie findet ebenso Anwendung in der Aromatherapie und ist – nicht zuletzt aufgrund ihrer antibakteriellen Wirkung und ihres frischen Geschmacks – oft Bestandteil in Kaugummis oder Zahnpasten.

Pfefferminze in der Küche

Bis auf die klassischen Kärntner Kasnudeln ist die Pfefferminze in der österreichischen Küche bei deftigen Speisen eher nicht sonderlich populär. Hierzulande kennt man den intensiven Geschmack der Pflanze hauptsächlich in Kombination mit Desserts wie Schokoladentörtchen oder auch Obstsalaten, aber vor allem ist die Pfefferminze Teil vieler beliebter Getränke. Aus einem „Hugo“ oder einem „Mojito“ wird erst das entsprechende Getränk, wenn das Grün der Pfefferminzblätter darin schimmert.

Anders sieht das in Großbritannien aus, wo man – wie oben erwähnt – den Ursprung der Pfefferminze vermutet. Dort gehört eine Soße aus der aromatischen Pflanze zu vielen Fleischgerichten – besonders zu Lamm – als Klassiker mit dazu. Auch im arabischen Raum wird die Pfefferminze gern zum Verfeinern von Fleischgerichten verwendet.

Pfefferminze als Hausmittel

Zuallererst ein wichtiger Hinweis: Pfefferminze darf in Form von ätherischem Öl weder innerlich noch äußerlich bei kleinen Kindern angewendet werden, da sie aufgrund des hohen Mentholgehalts bei Säuglingen und Kleinkindern unter drei Jahren gefährliche Reaktionen bis hin zu einem Atemstillstand auslösen kann! Auch Schwangere, Personen mit Gallenerkrankungen und Asthmatiker müssen bei der Dosierung von Pfefferminzöl besonders vorsichtig sein und sollten jede Verwendung mit einem Arzt absprechen.

Der Pfefferminze wird in der Welt der Hausmittel bei erwachsenen Menschen ohne bestimmte Grunderkrankungen eine Vielzahl unterschiedlicher Fähigkeiten zugeschrieben. Dazu zählen unter anderem Wirkungen gegen

Beim Hantieren mit der Pfefferminze in Form ihres ätherischen Öls ist Vorsicht geboten. Das Öl ist reizend und sollte immer nur in der empfohlenen Form (z. B. mit einem Trägeröl verdünnt) verwendet werden.

Positiver Nebeneffekt: Dem Pfefferminzöl wird auch nachgesagt, dass es Insekten fern hält.

Medizinischer Einsatz von Pfefferminze

Der Einsatz der Pfefferminze im medizinischen Bereich ist breit gefächert. Besonders bekannt ist ihre Wirkung bei bestimmten Verdauungsproblemen wie Bauchschmerzen und Blähungen. Sie wird aber auch in anderen Bereichen eingesetzt.

Welche Pflanzenteile von der Pfefferminze für Arzneimittel verwendet werden

Für die Verarbeitung zu Medikamenten werden in der Medizin die Blätter der Pfefferminze verwendet. Diese finden wiederum entweder als lose Blätter, als Trockenextrakt, als Auszug oder Tinktur oder auch als unverdünntes Öl bzw. als magensaftresistente Arznei Verwendung. Egal ob Öl, Blatt oder Trockenextrakt: Die Zubereitung dieser pflanzlichen Stoffe ist im Europäischen Arzneibuch genau geregelt.

Wie Pfefferminzblätter in der Medizin eingesetzt werden

Pfefferminzblätter können Bestandteil von pflanzlichen Zubereitungen sein, die zur Schleimlösung im Bereich der Atemwege eingesetzt werden. Auch bei bestimmten Verdauungsbeschwerden sind Pfefferminzblätter als medizinisch wirksam anerkannt.

Medizinischer Einsatz von Pfefferminzöl

Das reine Öl der Pfefferminze – medizinisch auch Menthae piperitae aetheroleum genannt – vermag dabei medizinisch noch etwas mehr: Es wird als wirksam bei bestimmten Muskelschmerzen, Entzündungen der Mundschleimhaut, Spannungskopfschmerzen, bei juckender intakter Haut und auch bei Husten sowie bei Erkältungen anerkannt. Die wohl bedeutsamste Wirkung kommt dem Pfefferminzöl allerdings im Bereich der Magen-Darm-Beschwerden zu: Dazu zählen krampfartige Beschwerden im Bauch oder Magen, Blähungen und Flatulenzen sowie das Reizdarm-Syndrom.

In Verbindung mit dem Öl des Kümmels zeigt sich das Pfefferminzöl in Studien außerdem als wirksam in der Behandlung von funktioneller Dyspepsie, zu der Blähungen, Sodbrennen, Völlegefühl, Unwohlsein und Bauchschmerzen im Darm und Magen zählen.

Quelle

Pfefferminze, Kooperation Phytopharmaka – Arzneipflanzenlexikon: https://www.arzneipflanzenlexikon.info/pfefferminze.php (abgerufen am 03.09.2020)

Mohaddese Mahboubi, Caraway as Important Medicinal Plants in Management of Diseases: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6328425/ (abgerufen am 03.09.2020)

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