Aktualisiert: 25.02.2026
Sucht und Angst: Zusammenhang beider Erkrankungen
Sucht (Abhängigkeit) und Angsterkrankungen hängen in vielen Fällen zusammen. Warum die Angst Abhängigkeit begünstigt, wie eine Sucht zu krankhaften Ängsten führen kann und welche Rolle die Phytotherapie beim Durchbrechen der Abwärtsspirale aus Sucht und Angst spielt.
Sucht und Angst treten häufig gemeinsam auf. Beide Erkrankungen der Psyche beeinflussen sich wechselseitig. So kann verstärkter Substanzkonsum zunächst eine Bewältigungsstrategie für die Symptome bestimmter Angststörungen sein und schließlich in eine Abhängigkeit führen. Umgekehrt können sowohl legale als auch illegale Suchtmittel Angstzustände erzeugen. Man spricht von einem sogenannten doppelten Teufelskreis, in dem nicht nur eine Erkrankung, sondern beide psychischen Krankheiten wechselseitig aufrechterhalten werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, sowohl die Sucht als auch die Angst gleichzeitig zu behandeln.
Die meisten Menschen in Österreich sind von legalen Substanzen abhängig. Daher beschäftigt sich dieser Artikel vorwiegend mit der Angst in Verbindung mit stoffgebundenen Abhängigkeiten von legalen Suchtmitteln. Illegale Substanzen werden hier nicht ausreichend thematisiert.
Begriffserklärung: Was ist Sucht?
Unter Sucht versteht man bei stoffgebundenen Süchten die missbräuchliche bzw. schädliche Verwendung von Substanzen wie Nikotin, Alkohol oder Drogen. Es gibt auch nicht stoffgebundene Süchte, wie die Spielsucht. Grundsätzlich wird im psychiatrischen Sprachgebrauch nicht von Sucht, sondern von Abhängigkeit gesprochen. Sie gilt als Erkrankung.
In der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD) werden stoffgebundene Abhängigkeiten anhand von 6 Kriterien diagnostiziert, von denen zumindest 3 während des vorangegangenen Jahres gegeben sein müssen, damit sie als Abhängigkeit eingestuft werden:
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Intensiver Drang oder Zwang, eine Substanz zu konsumieren.
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Keine oder verringerte Kontrolle über Menge, Beginn oder Ende der Konsumation.
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Entzugssymptome, die körperlich spürbar sind, wenn die Substanz nicht konsumiert wird.
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Es entwickelt sich eine Toleranz gegenüber der Substanz (sie wirkt weniger als zuvor); die Dosis wird gesteigert.
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Es wird verstärkt Zeit in die Beschaffung der Substanz oder in die Erholung von den Folgen investiert, wofür andere Interessen vernachlässigt werden.
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Der Konsum wird fortgesetzt, obwohl es bereits zu Folgeschäden gekommen ist.
Welche Suchterkrankungen sind in Österreich häufig?
Sucht ist in Österreich ein relevantes gesamtgesellschaftliches Problem. Exakte Zahlen können nicht genannt werden, da viele Abhängigkeiten im Verborgenen bleiben bzw. nicht medizinisch behandelt werden. Die Angaben zur Häufigkeit von Suchterkrankungen in Österreich sind daher Schätzungen.
Die häufigsten stoffgebundenen Süchte sind Abhängigkeiten von:
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Nikotin
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Alkohol
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Schlaf- und Beruhigungsmitteln
Am weitesten verbreitet ist in Österreich die Nikotinabhängigkeit. Rauchen wird hierzulande nach Annahmen für rund 16 % aller Sterbefälle verantwortlich gemacht. Während sich unter Jugendlichen das klassische Tabakrauchen in den vergangenen rund 20 Jahren halbiert hat, nimmt der Nikotinkonsum Erwachsener zu. Insbesondere durch den Gebrauch von elektronischen Zigaretten oder Tabakerhitzern. Jugendliche greifen hingegen häufiger zu Nikotinbeutel („Snus“). Man schätzt, dass rund 1,9 Millionen Österreicher:innen nikotinabhängig sind.
Auch die Häufigkeit von Alkoholabhängigkeit kann nur angenommen werden. Schätzungen, die den Faktor der Dunkelziffer mit einberechnen, gehen davon aus, dass etwa 5 % der Menschen in Österreich im Alter über 15 Jahren chronische Alkoholiker:innen nach Krankheitsklassifikation sind. Ein weiterer Teil der Bevölkerung betreibt einen problematischen Konsum von Alkohol – Männer doppelt so häufig wie Frauen. Jede:r Siebte hierzulande trinkt in einem gesundheitsschädlichen Ausmaß, wobei der problematische Alkoholgebrauch tendenziell leicht abnimmt und vor allem Jugendliche im Vergleich weniger Alkohol trinken als früher.
Eine österreichweite repräsentative Erhebung zum Substanzgebrauch kommt überdies zur Einschätzung, dass rund 2 % der Österreicher:innen von Schlaf- oder Beruhigungsmitteln abhängig sind.
Begriffserklärung: Was ist Angst?
Angst ist eine grundlegende Emotion, die wir benötigen, um Gefahren zu erkennen und sich gegen solche zu wappnen. Würden wir keinerlei Angst verspüren, würden wir uns in teils lebensbedrohliche Gefahren bringen. Angst an sich ist damit ein wertvoller Begleiter in unserem Alltag. Auch gelegentliche Zukunftsängste oder Prüfungsangst kennen viele gesunde Menschen. Problematisch wird die Angst, wenn Angstzustände überhandnehmen oder anhaltend in Situationen erlebt werden, die grundlegend ungefährlich sind. Dies kann im ersten Schritt zu einer ängstlichen Verstimmung und schließlich zu einer klinischen Angststörung führen. Die Grenzen zwischen normaler Angst und krankhafter Angst sind oft fließend.
Grundsätzlich gilt allerdings, dass Angst dann krankhaft ist, wenn sie
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ohne reale Gefahr auftritt.
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in einem zu starken, zu häufigen oder unangemessenen Maße auftritt.
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mit starken Erwartungsängsten auftritt.
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zu Vermeidungsverhalten führt.
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starken Leidensdruck verursacht.
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dazu führt, dass wichtige Aktivitäten aus Angst unterlassen werden.
Welches Bedürfnis steckt hinter Angst?
Man könnte sagen, dass hinter der Angst ein Bedürfnis nach Sicherheit steckt. Elementar betrachtet, löst Angst eine Reaktion von Stress in unserem Körper aus, die dazu dient, sich auf den Kampf oder die Flucht vor etwas einzustellen. Sicherheit kann aber auch in Form emotionaler Sicherheit in Bezug zur Angst gesetzt werden, etwa dann, wenn Menschen z. B. in einer Krise innerhalb der Partnerschaft Angst vor dem Verlassenwerden haben. Dahinter kann neben einem Sicherheitswunsch auch das Bedürfnis nach Nähe, Stabilität und Bindung stecken.
Welche Arten von Angst gibt es?
Es gibt verschiedene Formen von krankhaften Ängsten. Zu den wichtigsten Angsterkrankungen gehören:
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Spezifische Phobien: Angst vor konkreten, an sich ungefährlichen Situationen, Dingen oder Tieren (z. B. Spinnenphobie)
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Soziale Phobie: Eine Form der sozialen Angst, bei der Menschen große Angst davor haben, negativ bewertet zu werden oder sich zu blamieren
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Panikstörung: Plötzlich auftretende Anfälle von Angst mit starkem Herzrasen, Atemnot oder Zittern, auch bekannt als Panikattacken
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Agoraphobie: Bei der Agoraphobie fürchten sich Menschen vor Situationen oder Orten, aus bzw. von denen sie meinen, nicht flüchten zu können bzw. dort nicht rechtzeitig Hilfe bekommen zu können, wenn sie etwa ohnmächtig werden würden.
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Generalisierte Angst: Bei der generalisierten Angststörung ist die Angst nicht auf eine bestimmte Situation oder ein Objekt gerichtet, sondern eine Art anhaltender Dauerzustand aus unbegründeten Ängsten, Sorgen, Nervosität und innerer Unruhe
Ursachen von Sucht und Angst
Sowohl bei Angsterkrankungen als auch bei der Abhängigkeit kann nicht verallgemeinert werden, was die konkrete Ursache für die Entstehung dieser Erkrankungen ist. In der Fachsprache gelten die Ursachen von Sucht und Angst als bio-psycho-sozial. Das bedeutet, dass zumeist sowohl biologische als auch psychologische und soziale Faktoren dabei eine Rolle spielen, wie hoch die Resilienz (Widerstandsfähigkeit) eines Menschen ist. Das Zusammenspiel verschiedener auch lebensgeschichtlicher Aspekte kann erklären, warum manche Menschen eine Sucht- oder Angsterkrankung entwickeln und andere nicht. Zu den ursächlichen Faktoren von Sucht und Angst im bio-psycho-sozialen Modell zählt man:
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Biologie |
Es gibt bestimmte erbliche Faktoren, die das Risiko für eine Angst- oder Suchterkrankung erhöhen. Überdies gibt es verschiedene Störungen im Gehirn, etwa ein Ungleichgewicht von Neurotransmittern, die an entsprechenden Krankheiten beteiligt sein können. |
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Psychologie |
Dazu gehören die Persönlichkeit, die eigene Wahrnehmung sowie der Umgang mit Emotionen sowie das Verhalten u. a. im Sinne von Bewältigungsstrategien. |
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Soziales |
Damit sind die Lebensumstände, soziale Kontakte, sozio-öknomischer Status sowie lebensgeschichtliche Aspekte wie Krisen, Verlust oder Traumata gemeint. |
Diese Aspekte müssen in der Behandlung von Menschen mit Angst- und bzw. oder Suchterkrankungen jeweils individuell beachtet werden.
Ursachen: Wieso treten Sucht und Angst oft zusammen auf?
Zwischen Sucht und Angst besteht oft ein Zusammenhang. Man spricht hier von einer sogenannten psychischen Komorbidität. Dieser Begriff wird in der Medizin verwendet, wenn zu einer Grunderkrankung eine oder mehrere weitere Erkrankungen hinzukommen und diese Erkrankungen gleichzeitig auftreten. Bei Abhängigkeiten ist eine solche Komorbidität relativ häufig. Vielfach gehen Suchterkrankungen beispielsweise auch mit Depressionen einher. Angst ist dabei in Verbindung mit Sucht besonders weit verbreitet. Rund 25 % aller Menschen mit Abhängigkeitserkrankung sind gleichzeitig von einer Angststörung betroffen. Fast genauso viele Menschen mit Angststörungen entwickeln wiederum eine Suchtproblematik.
Der Zusammenhang zwischen Sucht und Angst liegt nicht nur in der häufig vorherrschenden Komorbidität beider Erkrankungen, sondern auch in einem weiteren Aspekt: der Vermeidung. Sie ist ein Teil beider Erkrankungen. Bei Angsterkrankungen vermeiden Betroffene häufig die Angst auslösenden Situationen. Doch gerade diese Vermeidung kann sogar noch zur Verstärkung der Angst-Symptome führen. Es entsteht nicht selten ein Teufelskreis aus der Angst vor der Angst. Als ebenso ungünstig erweist sich Vermeidung als Bewältigungsstrategie bei Abhängigkeit, wo sie bei vielen Erkrankten zu beobachten ist. So wird häufig bereits die Krankheitseinsicht vermieden („Geh bitte, alle trinken doch mal ein Feierabend-Bier“ oder „Ich könnte jederzeit mit dem Rauchen aufhören, wenn ich nur wollte.“), allerdings betrifft Vermeidung bei Suchterkrankungen auch andere Bereiche. So werden etwa soziale Events vermieden, weil man Angst hat, es könnte z. B. die Alkoholfahne bemerkt werden. Oder aber es werden bestimmte Situationen vermieden, weil man die Substanz dabei nicht konsumieren kann („Wenn ich bei dir nicht rauchen kann, dann komm ich nicht zu deiner Party.“).
Ein weiterer Zusammenhang zwischen Sucht und Angst ist, dass Alkohol nicht selten als völlig ungesunde Bewältigungsstrategie für Angst herangezogen wird. („Ich muss mir Mut antrinken!“, „Ich geh’ lieber eine rauchen, dann muss ich nicht mit diesen Menschen sprechen.“). So entsteht leicht ein sich selbst verstärkender doppelter Teufelskreis aus Sucht und Angst.
Wenn Substanzen zur Reduktion von Angst eingenommen werden
Bei diesem sich selbst verstärkenden Teufelskreis aus Angst und Sucht spielen insbesondere psychotrope Substanzen eine Rolle. Denn sie sind dadurch gekennzeichnet, dass sie auf die Psyche sowie das Bewusstsein einwirken und entsprechend das Wahrnehmen, Fühlen sowie Handeln verändern. Zu diesen auch psychoaktiv genannten Substanzen gehören neben Alkohol und Nikotin z. B. auch
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Marihuana
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bestimmte Schlafmittel
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sedative Beruhigungsmittel
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Kokain
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Heroin
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LSD
Psychotrope Substanzen können Angstgefühle rasch verändern und werden daher teilweise in der Frühphase einer sich entwickelnden Angststörung missbräuchlich zur Angstbewältigung eingesetzt. Während Beruhigungsmittel oder Alkohol die Angst dämpfen, können auch Stimulanzien wie Kokain Angstgefühle vermeintlich reduzieren, da sie Glücksgefühle vorgaukeln oder vorübergehend das Selbstvertrauen stärken. Langfristig wirken sich psychotrope Substanzen jedoch negativ auf die Angst aus, weshalb ihr Konsum den Teufelskreis aus Sucht und Angst ankurbelt.
Alkohol als Angstlöser
Alkohol wird als Mittel zur Angstbewältigung sowohl bewusst als auch unbewusst eingesetzt. Die angstlösende Wirkung von Alkohol tritt im Normalfall rasch und zuverlässig ein. Alkohol kommt nach der Konsumation rund sechs Minuten später im Gehirn an, wo er seine dämpfende Wirkung entfaltet. Da alkoholische Getränke frei erhältlich sind bzw. bei sozialen Aktivitäten teilweise „dazu gehören“, ist die Versuchung, sich „Mut anzutrinken“ oder „etwas lockerer nach dem zweiten Achterl“ zu werden für manche Menschen eine Große. Und gefährliche. Denn die einfache Verfügbarkeit von Alkohol sorgt dafür, dass das ursächliche Problem der Angst nicht gelöst wird und stattdessen ein weiteres Problem – die Abhängigkeit – entstehen kann. Überdies kann Alkohol nicht nur Angst lösen, sondern sie auch erzeugen. Das gilt nicht nur für Alkoholabhängige. Auch bei seltenem Konsum kann es nach einer zu großen Menge Alkohol am nächsten Tag zu Angstsymptomen kommen. Im Englischen kennt man diese psychischen Folgen des „Katers“ unter dem Begriff „Hangxiety“. Er setzt sich zusammen aus den englischen Begriffen für Kater („hangover") und Angstzustand („anxiety“).
Wenn Abhängigkeit zu Angst führt
Angst tritt auch als Entzugssymptom oder im Zuge eines Katers nach einer toxischen Menge des Konsums auf. Bei einem Entzug von Alkohol steigt die Erregbarkeit im Zentralnervensystem für längere Zeit, was zu Angstsymptomen führt. Dieser Zustand kann auch bei völliger Abstinenz noch mehrere Monate anhalten. Gleichzeitig kann Angst eine kognitive Folge von Alkoholmissbrauch sein. Angst kann allerdings auch während der Sucht Teil der Abhängigkeitssymptome sein, etwa wenn Betroffene Angst haben, dass der Substanzmissbrauch entdeckt wird.
Beispiele: Wie hängt Sucht mit Angst zusammen?
Sucht und Angst hängen aufgrund ihrer häufig auftretenden Komorbidität miteinander zusammen. Einerseits werden abhängig machende Substanzen konsumiert, um die Angstsymptome zu dämpfen, was auf langfristige Sicht in die Sucht führt, ohne die ursächliche Angstproblematik zu lösen. Ein Zusammenhang zwischen Sucht und Angst scheint auch durch gemeinsame Risikofaktoren für die beiden psychischen Erkrankungen gegeben zu sein. Dazu gehören Stressresistenz, genetische Faktoren und lebensgeschichtliche Hintergründe. Ein weiterer Zusammenhang zwischen Sucht und Angst ist der Umstand, dass Ängste durch legale sowie illegale Drogen ausgelöst oder verstärkt werden können, was einen Teufelskreis aus Angst und Sucht weiter begünstigt.
Angst und Nikotinabhängigkeit
Angst und Nikotinsucht sind ebenso ein ungünstiges Erkrankungs-Paar. Denn während viele Rauchende beschreiben, dass sie eine Zigarette beruhigen würde, ist in Wahrheit das Gegenteil der Fall. Nikotin begünstigt nämlich Angststörungen – langfristig führt Nikotinkonsum zu Veränderungen im Gehirn, die das Risiko für eine Angsterkrankung noch erhöhen. Auch Nikotin führt zu einem sich selbst verstärkenden Teufelskreis aus Sucht und Angst. Der Grund: Nikotin blockiert im Gehirn die Angstrezeptoren kurzfristig. Sobald die Nikotinwirkung aufhört, stellt sich das Angstsignal wieder oder sogar noch stärker ein, weswegen ein noch stärkerer Konsumdrang verspürt werden kann. Angst ist ebenso ein relevantes Symptom bei Nikotinentzug. Langfristig lohnt sich der Rauchstopp allemal. Er kann zu einer Verbesserung von Angstsymptomen und depressiven Zuständen führen.
Angst und Esssucht
Auch bestimmte Formen der Essstörungen treten vielfach gemeinsam mit anderen psychischen Erkrankungen – darunter Depression und eben auch Angststörungen – auf. Aktuell nimmt die sogenannte Binge-Eating-Störung (BED = Binge Eating Disorder) – ein anfallsartiger Verzehr enormer Nahrungsmengen nach einer Heißhungerattacke – hierzulande zu. Bei Menschen mit einer Esssucht können im Gehirn Veränderungen des Belohnungszentrums festgestellt werden, die auch bei Abhängigkeiten von etwa Alkohol oder Nikotin vorhanden sind. Bei der Esssucht werden diese Hirnareale vor allem durch Nahrungsmittel mit hohem Zucker- oder Kohlenhydratgehalt aktiviert. Dadurch steigert sich kurzfristig die Dopaminausschüttung, was zu einer vermeintlichen Steigerung des Wohlgefühls führt.
Angst ausgelöst durch Drogen (Substanzinduzierte Angststörung)
Bestimmte Substanzen sind in der Lage, im Gehirn Symptome von Angst auszulösen. Solche durch Substanzen ausgelösten Ängste (substanzinduzierte Angst) können eine Vorstufe einer substanzinduzierten Psychose sein. Eine entsprechende Angststörung kann selbst nach sehr hohen Dosen von Koffein entstehen. Hauptsächlich kennt man solche sekundären Angststörungen allerdings bei Kokain, Cannabis, Amphetaminen und Halluzinogenen.
Welche Drogen verursachen Angstzustände?
Es gibt verschiedene Substanzklassen, durch deren Intoxikation, Nebenwirkungen, Entzugserscheinungen oder Missbrauch Angst bzw. eine Angststörung auftreten kann.
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Koffein
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Nikotin
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Alkohol
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Beruhigungsmittel
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Amphetamine
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Kokain
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Cannabis
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Halluzinogene
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Bestimmte Medikamente
Wie werden Sucht und Angst behandelt?
Treten Sucht und Angst gemeinsam auf, benötigen Menschen in den meisten Fällen professionelle Hilfe. So birgt beispielsweise der Entzug von Alkohol erhebliche gesundheitliche Risiken, weshalb dieser unter ärztlicher Überwachung stattfinden sollte. Bedeutsam ist, dass bei einer Komorbidität sowohl die Angststörung als auch die Abhängigkeitserkrankung behandelt werden müssen. Wird etwa nur die Angsterkrankung behandelt, kann der weitere Substanzkonsum ein neuerliches Auftreten der Angst bewirken. Wird wiederum nur die Abhängigkeit behandelt, bleibt die Angsterkrankung bestehen, die wiederum das Risiko für einen Rückfall erhöht. Je nach Art der Abhängigkeit sowie der Angststörung können u. a. psychiatrische Maßnahmen sowie Psychotherapie zur Behandlung von Sucht und Angst zum Einsatz kommen.
Lavendel: Angstlöser aus der Natur ohne Abhängigkeitspotenzial
Die Phytotherapie spielt insbesondere bei der Behandlung einer temporären ängstlichen Verstimmung eine zentrale Rolle, um eine Komorbidität zwischen Sucht und Angst zu vermeiden. Mit dem Medizinischen Lavendel (Link /lavendel) steht ein natürlich wirksamer Angstlöser zur Verfügung, der besonders in einem frühen Stadium einer Angsterkrankung eine passende Möglichkeit zur Selbstbehandlung bietet. Im Gegensatz zu abhängig machenden und die Angst nur überlagernden Substanzen blockiert der Arzneilavendel die calciumabhängigen Spannungskanäle im Gehirn und entfaltet so seine gut verträgliche sowie natürliche angstlösende Wirkung, ohne müde zu machen. Ein in Studien manchen synthetischen Angstlösern ebenbürtiger Wirkstoff aus dem Arzneilavendel namens Silexan® ist in Österreich unter dem Handelsnamen Lasea® rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich.
Zusammenfassung: Angst und Sucht
Lesen Sie hier die wichtigsten Punkte über den Zusammenhang zwischen Angst und Sucht nochmals übersichtlich zusammengefasst:
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Zusammenhang Sucht und Angst |
Sucht und Angst treten häufig gemeinsam auf und beeinflussen sich wechselseitig. Angst kann zur Sucht führen, und umgekehrt können Suchtmittel Ängste verstärken. |
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Doppelte Erkrankung |
Man spricht von einem „doppelten Teufelskreis“, wenn Sucht und Angst sich gegenseitig aufrechterhalten. Beide Erkrankungen müssen gleichzeitig behandelt werden. |
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Häufige Süchte in Österreich |
Besonders verbreitet sind Nikotin-, Alkohol- sowie Schlaf- und Beruhigungsmittelabhängigkeit. |
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Was ist Sucht? |
Sucht ist eine Erkrankung, bei der ein starkes Verlangen nach einer Substanz besteht. Sie wird diagnostiziert, wenn mindestens drei von sechs Kriterien laut ICD erfüllt sind. |
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Was ist Angst? |
Angst ist eine Emotion zur Gefahrenabwehr. Problematisch wird sie, wenn sie unangemessen stark, häufig oder ohne reale Bedrohung auftritt. |
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Bedürfnis hinter Angst |
Hinter Angst steckt oft ein Bedürfnis nach Sicherheit, Stabilität oder Bindung. Angst aktiviert Stressmechanismen im Körper. |
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Arten von Angststörungen |
Es gibt verschiedene Angstformen, u. a. spezifische Phobien, soziale Phobie, Panikstörung, Agoraphobie und generalisierte Angststörung. |
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Ursachen von Sucht und Angst |
Die Ursachen sind multifaktoriell (bio-psycho-soziales Modell), u. a. genetische, psychologische und soziale Einflüsse. |
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Warum Sucht und Angst zusammen auftreten |
Oft liegt eine psychische Komorbidität vor. Etwa 25 % der Abhängigen leiden auch unter Angststörungen, und viele Angstpatienten entwickeln Suchterkrankungen. |
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Vermeidung als Problemfaktor |
Vermeidung ist ein zentrales Element beider Erkrankungen. Sie verstärkt Ängste und führt zu dysfunktionalem Verhalten im Umgang mit Substanzen. |
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Psychotrope Substanzen |
Substanzen wie Alkohol, Nikotin, Cannabis oder Kokain werden zur Angstreduktion genutzt, können aber langfristig Ängste verstärken. |
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Alkohol als Angstlöser |
Alkohol wirkt kurzfristig angstlösend, kann aber langfristig Angst verstärken oder auslösen. Auch nach übermäßigem Konsum können Angstsymptome auftreten („Hangxiety“). |
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Sucht erzeugt Angst |
Angst tritt auch als Entzugssymptom oder Folge chronischen Konsums auf. Auch die Angst, entdeckt zu werden, kann Teil der Sucht sein. |
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Nikotinsucht und Angst |
Nikotin wirkt kurzfristig vermeintlich beruhigend, erhöht langfristig aber das Risiko für Angststörungen. Der Entzug kann Ängste verstärken. |
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Esssucht und Angst |
Auch Essstörungen wie Binge-Eating treten zusammen mit Angst auf. Der Konsum zuckerreicher Nahrung aktiviert das Belohnungssystem ähnlich wie Drogen. |
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Drogenbedingte Angststörung |
Substanzen wie Koffein, Cannabis oder Amphetamine können substanzinduzierte Angststörungen verursachen. |
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Behandlung von Sucht und Angst |
Beide Erkrankungen sollten gemeinsam behandelt werden. Mögliche Maßnahmen sind ärztlich begleiteter Entzug, Psychotherapie und psychiatrische Betreuung. |
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Autoren: Redaktionsteam Schwabe Austria
Disclaimer: Die Informationen auf dieser Website sind keinesfalls ein Ersatz für den persönlichen Besuch bei Arzt, Apotheker oder anderen medizinischen Fachpersonen. Die Gesundheitsartikel sind als Impulse zu verstehen, mit dem Ziel, sich näher mit Themen der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen und entsprechende Unterstützung zu suchen.
Quellen:
Anzenberger, Judith; Akartuna, Deniz; Busch, Martin; Klein, Charlotte; Schmutterer, Irene; Schwarz, Tanja; Strizek, Julian (2023): Epidemiologiebericht Sucht 2023. Illegale Drogen, Alkohol und Tabak. Gesundheit Österreich, Wien
Monika Vogelgesang, Multimorbidität von Angststörungen und Suchterkrankungen: Entstehung, Wechselwirkungen, Therapie, PiD - Psychotherapie im Dialog 2022; 23(03): 45-48, https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-1686-1729 (abgerufen am 25.02.2026)
Welche Süchte sind in Österreich am häufigsten verbreitet?, VIVID – Fachstelle für Suchtprävention, https://www.vivid.at/thema/was-ist-sucht/suchtstatistik/ (abgerufen am 25.02.2026)
Verena Bauer, Angst im Zusammenhang mit der Abhängigkeitserkrankung, Fachambulanz für Suchterkrankungen, https://www.blaues-kreuz-muenchen.de/sites/default/files/download/sucht_und_angst_05.05_0.pdf (abgerufen am 25.02.2026)
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Nadine Eckert, Psychische Erkrankungen: Rauchstopp bessert Angst und Depression, Deutsches Ärzteblatt, Ausgabe 9/2023, https://www.aerzteblatt.de/archiv/psychische-erkrankungen-rauchstopp-bessert-angst-und-depression-aa251d02-6cc1-4712-9433-273023be0e1d (abgerufen am 25.02.2026)
Rauchen gegen oder wegen der Angst?, NeuroDepesche, https://www.neuro-depesche.de/nachrichten/rauchen-gegen-oder-wegen-der-angst/ (abgerufen am 25.02.2026)
L. Baving , H. Olbrich, Angst bei Alkoholabhängigen, Fortschritt der Neurologie Psychiatrie 1996; 64(3): 83-89, https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-2007-996374 (abgerufen am 25.02.2026)
Dr. Hans Morschitzky, Substanzinduzierte Angststörung – Angstzustände durch Substanzen, https://panikattacken.at/substanzinduzierte_angststoerung/substanzinduzierte_angststoerung.html (abgerufen am 25.02.2026)
Neurologen und Psychiater im Netz, Suchterkrankung (stoffgebunden), Auswirkungen und Folgen, https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/stoerungen-erkrankungen/suchterkrankung-stoffgebunden/auswirkungen-und-folgen/ (abgerufen am 25.02.2026)
Psychotrope Substanzen, Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, https://www.gesundheit.gv.at/lexikon/P/psychotropesubstanzen.html (abgerufen am 25.02.2026)