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Aktualisiert: 25.07.2025

Lavendel: Lavandula angustifolia

Lavendel ist und bleibt ein Multitalent unter den Pflanzen – 2020 wurde er sogar zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Je nach Art hilft Lavendel u.a. bei Angstzuständen wie ängstlicher Verstimmung, bei Atemwegserkrankungen, Juckreiz und vielem mehr. Doch wer hochwertigen, wirkungsvollen Lavendel möchte, sollte genau Bescheid wissen und aufmerksam bei der Wahl der Produkte sein. 37 Arten gibt es, drei davon sind von medizinischer Bedeutung.

Lavandula Angustifolia: Multitalent unter den Pflanzen – © CHROMORANGE/stock.adobe.com
Lavandula Angustifolia: Multitalent unter den Pflanzen – © CHROMORANGE/stock.adobe.com

Was ist Lavendel?

Der Lavendel – in der Wissenschaft auch Lavandula genannt – gehört zu den Lippenblütlern. Bis zu 37 Arten des Lavendels sind bekannt, die von der Region des östlichen Zentralatlantiks über den Mittelmeerraum bis hin nach Westasien und Teile Südasiens verbreitet sind.

Arten des Lavendel

Von den vielen verschiedenen Lavendelarten sind drei von zentraler Bedeutung für die Medizin, die Herstellung von ätherischen Ölen zur Aromapflege- oder Aromatherapie oder für Kosmetika:

  • Der schmalblättrige Lavendel: Darunter versteht man den begehrten echten Lavendel. Lavandula angustifolia – der Name stammt aus dem Lateinischen und setzt sich aus angustus für ‚schmal‘ und folium für ‚Blatt‘ zusammen – wird etwa 50 cm hoch und ist bevorzugt im mediterranen Raum vorzufinden. In der Medizin kommt dem echten Lavendel in Form des Wirkstoffs Silexan® eine besondere Stellung zu.
  • Der breitblättrige Lavendel: Er wird auch Speik-Lavendel bzw. Lavandula latifolia genannt. Er hat im Gegensatz zum echten Lavendel (lavandula angustifolia) eine anregende Wirkung auf unsere Psyche und wirkt positiv auf die oberen Atemwege ein. Die Blätter des Speiklavendels sind größer als die des echten Lavendels, sein Name bedeutet übersetzt: breitblättriger Lavendel. Der immergrüne Strauch wird bis zu 80 Zentimeter hoch und blüht von Juni bis September. Er ist sehr wärmebedürftig und mag es daher gerne sonnig. Aus ihm kann bis zu drei mal mehr ätherisches Öl gewonnen werden als aus dem echten Lavendel, weshalb sein Öl deutlich günstiger ist als jenes des echten Lavendels.
  • Der Lavandin: Lavandin ist eine Kreuzung aus dem breitblättrigen und dem schmalblättrigen Lavendel und besitzt grundsätzlich auch die Wirkung dieser beiden Arten, jedoch deutlich geringer ausgeprägt. Neben seinem botanischen Namen lavandula intermedia wird er auch als Provence Lavendel bezeichnet. Er duftet lavendelartig und leicht stechend nach Kampfer. Die Kreuzung kann bereits im ersten Jahr geerntet werden (beim echten Lavendel kann die Ernte manchmal erst nach vier Jahren erfolgen!) und ist daher besonders ergiebig. Um 1 Liter (echtes) Lavendelöl zu gewinnen werden 150 Kilogramm Blüten benötigt – für 1 Liter Lavandinöl werden 50 Kilo Blüten benötigt.

Unterschied echter Lavendel zu Speiklavendel und Lavandin

Echter Lavendel besitzt pro Stängel nur eine Blütenrispe mit 5-8 violetten Blüten. Sie sind nicht so eng aneinandergereiht wie bei den anderen Arten. Die Blüten weisen zwischen einander kleine Abstände auf. Speiklavendel hat neben seinem Haupstängel noch zwei Nebenstängel, die von diesem abzweigen. Dadurch, dass Lavandin eine Mischung aus echtem Lavendel und Speiklavendel ist, finden sich sowohl verzweigte als auch alleinstehende Stängel – aber: Lavandin hat 8-15 Blüten, die eng aneinandergereiht sind. Auch aufgrund der Wuchshöhen können Sie die Lavendelsorten gut unterscheiden.

Wuchshöhen:

  • Lavandula angustifolia: 50 cm
  • Speiklavendel hat eine Wuchshöhe von 80 cm
  • Lavandin 60-150 cm

Wirkung des Lavendel

Mit kaum einer anderen Pflanze wird derartig viel Schindluder getrieben wie mit dem Lavendel. Die wohlduftende Pflanze wird vor allem mit Beruhigung assoziiert. Dabei hängt es von der Art des Lavendels ab, ob seine Wirkung beruhigend oder gar aufputschend ist.

Es gibt zahlreiche verschiedene Lavendelarten. Wenn man sich sicher sein möchte, dass man ein Produkt mit einer wirkungsvollen Art in Händen hält, sollte man sich in der Apotheke beraten lassen und nach Lavendel verlangen, der nach europäischem Arzneibuch hergestellt wurde.

Anwendung des Lavendel

So zahlreich wie die Arten sind auch die Anwendungsgebiete des Lavendel:

Der schmalblättrige Lavendel (Echte Lavendel bzw. Lavandula angustifolia)
  • In der Medizin: als spezieller Arzneiöl-Lavendel bei Angsterkrankungen. Unterschiedliche Fachrichtungen setzen ihn in unterschiedlichen Darreichungsformen unter anderem als Krampflöser, zur Geburtswehenvorbereitung, zur Wundheilung, bei Menstruationsbeschwerden, bei Atemwegserkrankungen, bei Verbrennungen und sogar bei Bluthochdruck ein
  • In der Kosmetikpflege: Lavendelöl wirkt u.a. antibakteriell und entzündungshemmend
  • In der Aromatherapie: aufgrund seiner beruhigenden Wirkung
Der breitblättrige Lavendel (Speik-Lavendel bzw. Lavandula latifolia)
  • In der Medizin: zur Behandlung der Beschwerden einer akuten Bronchitis
  • Zur Insektenabwehr: in Duftsäckchen verarbeitet soll er vor allem Mücken, Ameisen, Kleider- und Lebensmittelmotten fernhalten.
  • In der Kosmetikindustrie: häufig in Form von Cremes und Salben, die zum Beispiel Insektenstiche oder Narbenbildung lindern sollen. Aber auch als Erkältungsbad bei Atemwegsinfekten kommt der breitblättrige Lavendel zum Einsatz.
  • Als Massageöl oder in Duftlampen: wirkt belebend auf unser Befinden
Der Lavandin
  • Seine gesundheitlichen Wirkungen sind deutlich unter jenen der ersten genannten anzusiedeln und so auch seine Anwendungsgebiete.
  • Umgangssprachlich wird der Lavandin darum auch als „Putzlavendel“ bezeichnet.
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Autoren: Redaktionsteam Schwabe Austria

Disclaimer: Die Informationen auf dieser Website sind keinesfalls ein Ersatz für den persönlichen Besuch bei Arzt, Apotheker oder anderen medizinischen Fachpersonen. Die Gesundheitsartikel sind als Impulse zu verstehen, mit dem Ziel, sich näher mit Themen der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen und entsprechende Unterstützung zu suchen.

Quellen:

Silke Gugenberger-Wachtler, Martha Pichler: Das Lavendelbuch. 1. Auflage. Oberstdorf: Windpferd, 2018.