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Aktualisiert: 08.04.2026

Schlaflosigkeit: Ursachen, Formen und Hilfe

Schlaflose Nächte können auf Dauer zur körperlichen und mentalen Belastung werden. Hinter nächtlicher Schlaflosigkeit verbergen sich verschiedene Ursachen. Welche Formen der Schlaflosigkeit es gibt und wie Sie wieder einen ruhigen Schlaf finden, lesen Sie hier.

Schlaflosigkeit – © Canva
Schlaflosigkeit – © Canva

Von Schlaflosigkeit betroffen zu sein, kann viele Gesichter haben. Manche Menschen haben Einschlafprobleme, während andere nicht durchschlafen können. Auch ein zu frühes Erwachen oder eine gestörte Schlafqualität sind bestimmte Formen von Schlafproblemen. Zunächst einmal: die Schlafqualität zu verbessern, kann eine wichtige Maßnahme für eine funktionierende Schlafgesundheit bedeuten. Wie Sie das erreichen plus Antworten auf die Fragen wie häufig Schlaflosigkeit auftritt, welche Ursachen zu einer Reihe an schlaflosen Nächten führen und was dabei hilft, wieder gut zu schlafen, erfahren Sie in diesem Artikel. 

Schlaflosigkeit: Häufige Beschwerde bei Frauen

Rund 30 Prozent aller Österreicher:innen sind von Schlaflosigkeit betroffen. Man geht davon aus, dass rund 12 Prozent dieser Fälle auf krankhafte Schlafstörungen zurückgehen. In einer internationalen Befragung von über 22.000 Erwachsenen zeigte sich überdies, dass Frauen häufiger an Schlaflosigkeit leiden. 

Symptome: So äußert sich Schlaflosigkeit

Schlaflosigkeit kann sich in verschiedenen Beschwerdebildern äußern, die sowohl in der Nacht als auch untertags auftreten können. Zu den Symptomen der Schlaflosigkeit gehören u. a.:

  • Erschwertes Einschlafen
  • Häufiges Erwachen während der Nacht, man kann danach nur mehr schwer einschlafen
  • Zu frühes Erwachen
  • Müdigkeit und Schläfrigkeit untertags, insbesondere beim Aufwachen
  • Einschlummern bei entspannenden Aktivitäten
  • Reizbarkeit
  • Schwierigkeiten bei der Konzentration
  • Stimmungsschwankungen
  • Anhaltendes Gähnen

Ursachen für Schlaflosigkeit

Die Ursachen für Schlaflosigkeit in der Nacht können äußerst vielfältig sein. So können einfach zu behebende ungünstige Gewohnheiten genauso für schlaflose Nächte sorgen wie Erkrankungen von Körper und Psyche oder bestimmte Medikamente. 

Ursachen für Schlaflosigkeit, eingeteilt nach Lebensstil, körperlichen Faktoren, Psyche:

Lebensstil Körperliche Faktoren Psyche

Koffeinkonsum am Nachmittag oder Abend

 

Ungesunde Ernährungsgewohnheiten am Abend

Psychische Belastungen wie Sorgen oder Ängste

 

Alkoholkonsum

 

Drogenmissbrauch

 

Schlafloses Grübeln

 

Zu viel Licht im Schlafbereich oder Lärm (Umweltfaktoren)

 

Hormonelle Ursachen (weiblicher Zyklus, Perimenopause, Wechseljahre, …)

 

Zukunftsängste

 

Zu intensive Sporteinheiten vor dem Zubettgehen

 

Organische Erkrankungen, die Schlaflosigkeit zur Folge haben 

 

Verstärkter Stress untertags oder Krisen wie der Verlust einer Arbeitsstelle

 

Unregelmäßige Schlafenszeiten, Schichtarbeit

 

Krankhafte Schlafstörungen

 

Zu viele Gedanken an eine mögliche Müdigkeit am nächsten Tag

 

Nicht dem Chronotyp entsprechend schlafen

 

Medikamente: manche Antibiotika, bestimmte Präparate zur Behandlung von Demenz, Antidepressiva, Asthma-Medikamente

 

Ungewohnte Schlafumgebung

 

Medienkonsum, insbesondere aufwühlende Inhalte (Doomscrolling)

 

 

Psychische Krankheiten, die mit schlaflosen Nächten einhergehen können (Angststörungen, Depression, Sucht,…)

 

 

Formen der Schlaflosigkeit 

Schlaflosigkeit – medizinisch auch Insomnie genannt – kann in verschiedene Formen eingeteilt werden. 
Man stellt im Zuge einer Diagnosestellung etwa fest, wie das Auftreten der Schlaflosigkeit aussieht:

  • Akut: schnell und plötzlich auftretend
  • Subakut: mäßig schnell auftretend
  • Chronisch: langsam auftretend bzw. lang andauernd

Eine weitere Einteilungsmöglichkeit liefert die Art der Schlaflosigkeit. Dabei unterteil man in:

  • Schlaflosigkeit durch Einschlafschwierigkeiten
  • Schlaflosigkeit aufgrund von Durchschlafproblemen
  • Vorzeitiges Erwachen

Bei der Diagnose und Behandlung von Schlafstörungen wird zwischen primärer und sekundärer Schlaflosigkeit unterschieden. 

Primäre Schlaflosigkeit

Bei der primären Schlaflosigkeit handelt es sich um ein Schlafproblem, bei dem der gestörte Schlaf im Vordergrund steht. Das bedeutet, dass der gestörte Schlaf weder auf eine organische noch auf eine psychiatrische Erkrankung zurückzuführen ist. Gestörter Schlaf aufgrund eines ungünstigen Lebensstils oder schlafstörendem Verhalten sowie Schlaflosigkeit, die aufgrund von psychosozialen Belastungen entsteht (z. B. Trennung, Jobverlust, Todesfall, …), gilt typischerweise als primäre Schlaflosigkeit. Die Schlaflosigkeit durch psychischen Stress ist davon gekennzeichnet, dass sie typischerweise verschwindet, wenn die entsprechende Herausforderung gemeistert ist. Diese Form der primären Schlaflosigkeit wird auch stressbedingte Schlaflosigkeit oder anpassungsbedingte Schlaflosigkeit genannt. 

Sekundäre Schlaflosigkeit

Bei einer sekundären Schlaflosigkeit spricht man ebenso von einer erworbenen Schlaflosigkeit. Das bedeutet, dass die Schlaflosigkeit eine organische bzw. psychiatrische Ursache hat. Aber auch, wenn bestimmte Stoffe die Schlafphasen negativ beeinflussen, ist von sekundärer Schlaflosigkeit die Rede. Zu den Erkrankungen, die den Schlaf stören oder die Erholung in der Nacht ungünstig beeinflussen, gehören:

  • Depressionen
  • Angststörungen
  • Chronische Schmerzen
  • Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis
  • Hormonelle Erkrankungen
  • Bösartige Krankheiten
  • Schlaganfall
  • Alzheimer und andere neurodegenerative Erkrankungen
  • Migräne
  • Erkrankungen von Lunge, Kreislauf und Herz (z. B. Herzinsuffizienz)
  • Bestimmte Erkrankungen der Atemwege
  • Erkrankungen von Magen und Darm
  • Erkrankungen des peripheren Nervensystems
  • Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
  • Nierenerkrankungen
  • Erkrankungen der Haut (z. B. aufgrund von starkem Juckreiz)
  • Gutartige Vergrößerung der Prostata (benigne Prostata-Hyperplasie) – häufiges nächtliches Urinieren stört den Schlaf
  • Chronische Störung des Tag-Nacht-Rhythmus 

Verschiedene Medikamente können überdies ursächlich für sekundäre Schlaflosigkeit sein. Dazu gehören u. a. 

  • bestimmte Antibiotika
  • teilweise Antidementiva
  • antriebsseigernde Antidepressiva
  • etwaige Asthma-Präparate
  • Bluthochdruck-Medikamente
  • Manche Präparate für das Herz
  • Schmerzmittel, Hustenpräparate und Erkältungsmedikamente, die Koffein enthalten

Welche Krankheit steckt hinter Schlaflosigkeit?

Bei der Frage nach krankhaften Ursachen für Schlaflosigkeit kommt man um das ICSD nicht herum. Das ist die Abkürzung für „International Classification of Sleep Disorders“. Dabei handelt es sich um ein Klassifikationssystem, das sich ausschließlich mit Schlafstörungen beschäftigt. Seit 2014 ist die dritte Version (ICSD-3) dieses Klassifikationssystems gültig, das 1991 zum ersten Mal von der Amerikanischen Akademie der Schlafmedizin (AASM) herausgegeben wurde. 

Nach dem ICSD unterscheiden Mediziner:innen zwischen diesen Formen der Schlaflosigkeit: 

  1. Insomnie
  2. Hypersomnie
  3. Parasomnie
  4. Schlafbezogene Atmungsstörung
  5. Zirkardiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörung
  6. Schlafbezogene Bewegungsstörungen
  7. Schlafstörungen aufgrund anderer Erkrankungen

Schlaflos durch Insomnie

Insomnie ist der Fachausdruck für Schlaflosigkeit bzw. für eine Störung des Schlafs. Sie gilt als die häufigste Art der Schlafstörungen. Die Gründe für eine Insomnie können vielfältig sein. Dazu zählen Ängste, Sorgen oder Stress als psychische Faktoren genauso wie hormonelle Ursachen im Rahmen des weiblichen Zyklus oder Umweltfaktoren wie Lärm. Insomnien können akut oder chronisch auftreten und sich sowohl in Einschlaf- als auch in Durchschlafstörungen zeigen. Auch ein vorzeitiges Erwachen wird zu der Insomnie gezählt.

Schlaflosigkeit aufgrund der Hypersomnie

Unter Hypersomnie versteht man eine Form der Schlafstörung, die sich vor allem durch ein exzessives Schlafbedürfnis am Tag äußerst. Atemstörungen, die im Schlaf auftreten, können für dieses Symptom genauso verantwortlich sein wie bestimmte neurologische Erkrankungen. Hier sind vor allem das Parkinson-Syndrom und die Narkolepsie zu nennen. Letztere wird auch zu den Schlaf-Wach-Störungen gezählt. Neben der enormen Schläfrigkeit am Tag ist Narkolepsie bei vielen Betroffenen auch durch Kataplexien (plötzlicher Verlust der Muskelspannung bei vollem Bewusstsein), Schlaflähmungen und Halluzinationen gekennzeichnet. Auch Entzündungen des Gehirns sowie Depressionen und Schizophrenie können Hypersomien auslösen. 

Parasomnie 

Als Parasomnie bezeichnet man Schlafstörungen, die durch Störungen des Aufwachens oder des Schlaf-Wach-Übergangs gekennzeichnet sind. Die Schlaflosigkeit ist hier die Folge einer schlafbegleitenden Störung. Dazu zuzählt man das Schlafwandeln, bei dem Menschen das Bett verlassen, ohne sich daran zu erinnern. Auch Pavor nocturnus zählt zu den Parasomnien. Patient:innen erwachen dabei zumeist in der ersten Nachthälfte aus einer Art Panikattacke, ohne sich an den Grund für den Angstzustand zu erinnern. Das unterscheidet sie von klassischen Albträumen, die tendenziell erst im letzten Drittel des Schlafes auftauchen und an deren Inhalt man sich zumeist beim Erwachen erinnert. Parasomnien treten bei Kindern und Jugendlichen öfter auch als bei Erwachsenen.

Schlafbezogene Atmungsstörung

Schlafbezogene Atmungsstörungen führen dazu, dass der Schlaf nicht erholsam ist. Besonders verbreitet ist dabei die sogenannte obstruktive Schlafapnoe, bei der es durch eine Verlegung der Atemwege zu einer Einschränkung der Atmung kommt. Betroffene merken diese Form der Schlafstörung vor allem durch Müdigkeit untertags oder Husten aufgrund der ausgetrockneten Schleimhaut der Atemwege. Angehörige können durch Schnarchen auf diese Atmungsstörung aufmerksam werden.

Schlaflos durch zirkardiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörung

Wer aufgrund von Schichtarbeit oder häufigem Fliegen mit großem Zeitunterschied (Jetlag) von einer Verschiebung des eigenen Tag-Nacht-Rhythmus betroffen ist, kann zu den durchschnittlichen Bettgehzeiten von Schlaflosigkeit betroffen sein. Für eine solche zirkardiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörung ist überdies eine verstärkte Schläfrigkeit untertags charakteristisch.

Schlafbezogene Bewegungsstörungen führen zu Schlaflosigkeit

Zu den besonders bekannten schlafbezogenen Bewegungsstörungen gehört neben anderen das Restless-Legs-Syndrom. Es ist gekennzeichnet durch einen zwingenden Drang nach Bewegung insbesondere der Beine sowie unangenehme bis quälende Missempfindungen zumeist ebenda. Die Schlaflosigkeit aufgrund dieser Bewegungsstörung kann zu einem hohen Leidensdruck führen, da sich die Beschwerden vor allem in Ruhe zeigen und vorwiegend durch Bewegung bessern lassen.

Schlafstörungen aufgrund anderer Erkrankungen

Schlaflosigkeit kann allerdings auch ein Symptom verschiedener anderer Erkrankungen sein. Dazu gehören organische Krankheiten genauso wie psychiatrische Erkrankungen. Mögliche Erkrankungen, die zu Schlaflosigkeit führen können, sind unter anderem: 

  • Erkrankungen von Herz und Lunge
  • Krankheiten, die Muskeln oder Knochen betreffen
  • Depressionen
  • Angststörungen
  • Abhängigkeit

Was fehlt dem Körper bei Schlaflosigkeit?

In manchen Fällen führt auch ein Ungleichgewicht im Vitaminhaushalt zu Schlaflosigkeit. Fehlt dem Körper Vitamin D oder Vitamin C kann das schlaflose Nächte begünstigen. Mangelt es dem Organismus am Schlafhormon Melatonin, was insbesondere bei älteren Menschen vorkommt, kann es ebenso zu vermehrter Schlaflosigkeit kommen.

Schlaflosigkeit im Alter

Schlaflosigkeit ist ein Problem, das vor allem auch ältere Menschen betrifft. Nahezu die Hälfte aller Senior:innen ab dem Alter von 65 Jahren leidet an chronischen Schlafstörungen. Das veränderte Schlafverhalten kann ein ganz normaler Teil des Älterwerdens sein, denn die Grenzen zu krankhafter Schlaflosigkeit sind fließend. Ein veränderter Tages-Rhythmus, bei dem man sich sehr zeitig ins Bett legt, kann ein vorzeitiges Erwachen früh morgens zur Folge haben. Ausgedehnte Mittagsschläfchen wiederum können den Schlafdruck am Abend reduzieren und so das Einschlafen erschweren. Chronische Schmerzen, die vor allem ältere Menschen betreffen, oder degenerative Prozesse wie eine gutartige Prostatavergrößerung, die zu häufigem nächtlichen Wasserlassen führt, erschweren wiederum das Durchschlafen. Trotz körperlicher und hormoneller Veränderungen gibt es aber auch für Senior:innen zahlreiche Möglichkeiten, den Schlaf im Alter zu verbessern

Schlaflosigkeit bei Kindern

Schlaflosigkeit ist bei Kindern und Jungendlichen weit verbreitet. Insbesondere Buben sind davon betroffen. Über die Geschlechter hinweg zeigen Studien allerdings, dass knapp 40 % der Kinder im Vorschul- und Schulalter von Störungen des Schlafs betroffen sind. Vor allem Parasomnien wie das Schlafwandeln kommen bei Kindern und Jungendlichen viel häufiger vor als bei Erwachsenen. Schlaflosigkeit im Kindesalter muss allerdings auch im Kontext von Entwicklungsprozessen betrachtet werden. Einige altersbedingte Schlafstörungen bessern sich etwa von selbst wieder und gelten nicht als besorgniserregend. Bei anhaltenden Schlafproblemen müssen allerdings krankhafte Ursachen ausgeschlossen werden. Vielfach sind allerdings auch belastende Alltagsumstände in Schule und Familie sowie ungünstige Schlafgewohnheiten Ursache für die Schlaflosigkeit.

Folgen von Schlaflosigkeit

Anhaltende Schlaflosigkeit ist mehr als nur die Ursache für Abgeschlagenheit untertags. Sie kann mit unmittelbaren Gefahren – etwa einer erhöhten Sturzneigung oder einem Sekundenschlaf im Auto – einhergehen sowie auch langfristig das Risiko für bestimmte Erkrankungen erhöhen. So ist die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung folgender Erkrankungen bei einem dauerhaft gestörten Schlaf erhöht:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Adipositas
  • Depression
  • Alkoholabhängigkeit

Insgesamt muss betont werden, dass die eigene Lebenserwartung aktuellen Studien zu Folge bei chronisch zu kurzem und permanent unregelmäßigem Schlaf zwischen zwei und fünf Jahren geringer ist als bei Menschen, die ausreichend schlafen. 

Diagnose der Schlaflosigkeit

Nach dem ICD 11 – der aktuellen Ausgabe der internationalen Klassifikation der Krankheiten – wird eine „insomnische Störung“ dann diagnostiziert, wenn die Schlafprobleme mindestens drei Monate lang mehrmals pro Woche auftreten. Für die Diagnose ist insbesondere die Wahrnehmung der Betroffenen relevant. Die Schlaflosigkeit soll von Patient:innen subjektiv beschrieben werden, wobei es für die Diagnosenstellung auch wichtig ist, ob eine individuell erlebte Unzufriedenheit mit dem Schlaf sowie einer Art der Beeinträchtigung untertags vorhanden ist. Bei der Abklärung der Schlaflosigkeit können Ärzt:innen Betroffene auch bitten, für rund ein bis zwei Wochen ein Schlaftagebuch zu führen. Um Erkrankungen zu behandeln, die der Schlaflosigkeit zugrunde liegen, sind in manchen Fällen zur Diagnosenstellung bzw. für Ausschlussverfahren weitere medizinische Untersuchungen notwendig. Teilweise kann dazu auch die Abklärung in einem Schlaflabor angezeigt sein.

Behandlung von Schlaflosigkeit

Liegt der Schlaflosigkeit eine Erkrankung zugrunde, richtet sich die Behandlung nach der entsprechenden Krankheit. Zur Behandlung von Schlaflosigkeit, die keinen krankhaften Ursprung hat, gehören vor allem Empfehlungen zur sogenannten Schlafhygiene. Dazu zählen alle Maßnahmen, die einen gesunden Schlaf fördern.

Schlafhygiene: Was hilft wirklich bei Schlaflosigkeit?

Um der Schlaflosigkeit entgegenzuwirken, helfen diese Elemente einer passenden Schlafhygiene:

  • Zur gleichen Zeit aufstehen: Regelmäßige Schlafens- und Aufwachzeiten, auch am Wochenende
  • Lebensmittel & Medikamente: Verzichten auf Koffein am Nachmittag und auf Appetitzügler (sie können antriebssteigernd wirken).
  • Alkohol: Reduzieren Sie Alkohol deutlich und nutzen ihn nicht als Einschlafhilfe (man schläft schneller ein, aber insgesamt deutlich schlechter!).
  • Schlafdruck: Nur bei ausreichender Müdigkeit ins Bett – und dieses nicht für andere Aktivitäten wie Fernsehen, Scrollen am Handy etc. nutzen. Stehen Sie lieber wieder auf, wenn Sie nicht einschlafen können. Ziel ist es, die wache Bettliegezeit so kurz wie möglich zu halten.
  • Tagesschlaf: Verzichten Sie auf Mittagsschläfchen.
  • Schlaffördernde Umgebung: Sorgen Sie für eine dunkle, eher kühle und vor allem ruhige Schlafumgebung.
  • Zur Ruhe kommen: Entspannen Sie bereits vor der Bettgehzeit, reduzieren Sie Anstrengungen und etablieren Sie ein Einschlafritual.
  • Aktiver Lebensstil: Regelmäßige Bewegung untertags kann guten Schlaf in der Nacht unterstützen.

Medikamente gegen Schlaflosigkeit

Gegen Schlaflosigkeit gibt es eine Vielzahl an Medikamenten, die eingesetzt werden. Dazu gehören auch rezeptfreie Schlafmittel. Darunter fallen zumeist Präparate aus der Phytotherapie, also Medikamente, die aus Arzneipflanzen gewonnen werden. 

Besonderen Stellenwert unter den Arzneipflanzen haben bei Schlaflosigkeit Tropfen mit dem Extrakt aus Passionsblume. Sie gehören zu den beliebtesten rezeptfreien Schlafmitteln der Österreicher:innen. Die Passiflora incarnata wird seit Jahrzehnten erfolgreich zur Beruhigung am Abend und gegen innere Unruhe untertags eingesetzt. Weitere Arzneipflanzen, die für ihre schlaffördernde Wirkung bekannt sind, sind etwa:

Teilweise werden Antihistaminika – also Wirkstoffe, die man eigentlich gegen Allergien anwendet – bei Schlaflosigkeit eingesetzt, da manche dieser Wirkstoffe müde machen. Auch Melatonin – das Schlafhormon – ist mittlerweile als Einschlafhilfe in Form von Kapseln oder Sprays erhältlich. Darüber hinaus können synthetische Medikamente zur Schlafförderung eingesetzt werden, die verschreibungspflichtig sind. Dazu zählen

  • Antidepressiva
  • Antipsychotika
  • Benzodiazepine 

Insbesondere bei der Einnahme von Benzodiazepinen ist allerdings Vorsicht geboten. Dabei handelt es sich um starke Schlaf- bzw. Beruhigungsmittel, die höchstens vier Wochen lang eingenommen werden dürfen, da ein starker Gewöhnungseffekt zu erwarten ist. Sie haben darüber hinaus teils schwere Nebenwirkungen und führen am nächsten Tag zu Schläfrigkeit und einer Reduktion der Konzentration. Die Fahrtüchtigkeit ist während der Einnahme von Benzodiazepinen genauso wie die Reaktionsfähigkeit eingeschränkt.

5 Tipps bei akuter Schlaflosigkeit: Was kann ich tun, wenn ich nicht schlafen kann?

Wenn Sie akut in der Nacht nicht schlafen können, helfen womöglich die folgenden Gedanken und Anregungen:

  1. Gelassen bleiben: Kurze Wachphasen in der Nacht können als normaler Teil des Schlafs betrachtet werden – Gelassenheit erleichtert das Wiedereinschlafen.
  2. Kein Blick zur Uhr: Uhrzeit nicht kontrollieren – das erzeugt Druck, der den Schlaf zusätzlich hinauszögern kann.
  3. Störende Gedanken managen: Grübeleien akzeptieren, ohne sie zu verdrängen. Die Grübelphasen sollten aber im Bett nicht ausgedehnt werden. Lieber in einem Notizbuch am Nachttischkästchen festhalten oder sogar kurz aufstehen und an einem anderen Ort Gedanken sortieren.
  4. Aktiv entspannen: Entspannungsmethoden wie die 4-7-8-Atemtechnik oder progressive Muskelentspannung nutzen, um wieder in den Schlaf zu finden.
  5. Phantasiereise: Das Vorstellen einer ruhigen Szene oder von beruhigenden Bildern, die das Wohlgefühl unterstützen, kann das Einschlafen unterstützen.

Zusammenfassung Schlaflosigkeit

Lesen Sie hier die wichtigsten Punkte zum Thema Schlaflosigkeit nochmals kurz zusammengefasst:

Verbreitung Ca. 30 % der Österreicher:innen betroffen, 12 % krankhafte Störungen; häufiger bei Frauen
Symptome Einschlafprobleme, häufiges Erwachen, frühes Aufwachen, Tagesmüdigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme, Stimmungsschwankungen
Ursachen Ungünstige Gewohnheiten (Koffein, Alkohol, unregelmäßiger Schlaf), Stress, Ängste, Schichtarbeit, Krankheiten (körperlich/psychisch), Medikamente
Einteilung Akut, subakut, chronisch; nach Art: Einschlaf-, Durchschlafprobleme, frühes Erwachen; primär (ohne organische Ursache) vs. sekundär (durch Erkrankungen/Medikamente)
Klassifikation Insomnie, Hypersomnie, Parasomnie, Atmungsstörungen, zirkardiane Störungen, Bewegungsstörungen, Schlafstörungen durch andere Krankheiten
Altersgruppen Ältere: fast 50 % betroffen, u. a. durch Schmerzen, Prostata, andere Krankheiten; Kinder: ca. 40 %, oft Parasomnien, teils entwicklungsbedingt
Folgen Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Leiden, Adipositas, Depression, Abhängigkeit; geringere Lebenserwartung bei dauerhaft schlechtem Schlaf
Diagnose Nach ICD-11: Beschwerden ≥ 3 Monate, mehrere Nächte/Woche; subjektives Empfinden entscheidend; evtl. Schlaftagebuch oder Schlaflabor
Schlafhygiene Regelmäßiger Rhythmus, keine Nickerchen, dunkle/ruhige Umgebung, Entspannungsrituale, Bewegung
Medikamente Pflanzliche Präparate z. B. mit Passionsblume oder Baldrian und Hopfen; Melatonin; synthetische Medikamente wie Antidepressiva, Antipsychotika, Benzodiazepine mit Vorsicht

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Autoren: Redaktionsteam Schwabe Austria

Disclaimer: Die Informationen auf dieser Website sind keinesfalls ein Ersatz für den persönlichen Besuch bei Arzt, Apotheker oder anderen medizinischen Fachpersonen. Die Gesundheitsartikel sind als Impulse zu verstehen, mit dem Ziel, sich näher mit Themen der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen und entsprechende Unterstützung zu suchen.

Quellen:

Prof. Dr. Helmut Frohnhofen, Dr. Hans-Günter Weeß, Schlaf im Alter, Patientenratgeber der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) AG Geriatrie, https://www.dgsm.de/fileadmin/patienteninformationen/ratgeber_schlafstoerungen/08_DGSM-Schlaf-im-Alter_barrierefrei.pdf 

Schlafmangel und Ernährung, DocMedicus, https://www.gesundheits-lexikon.com/Mikronaehrstoffmedizin-Vitalstoffe/Schlafmangel/Schlafmangel-und-Ernaehrung

Anwendungsgebiete & Wirkweise von Melatonin, St. Georg Apotheke, https://www.st-georg-apotheke-heide.de/gesundheitsbibliothek/index/melatonin/

Universität Salzburg, Weltschlaftag am 15. März 2024: Wie schläft Österreich?, https://www.plus.ac.at/news/weltschlaftag-am-15-maerz-2024-wie-schlaeft-oesterreich/ 

Charles M. Morin et al, Insomnia, anxiety, and depression during the COVID-19 pandemic: an international collaborative study, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1389945721004196?via%3Dihub

Schlaflosigkeit und Ängste weit verbreitet, ORF, https://science.orf.at/stories/3208642/

Schlafstörungen im Kindes- und Jugendalter, Neurologen und Psychiater im Netz, https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/kinder-jugendpsychiatrie-psychosomatik-und-psychotherapie/stoerungen-erkrankungen/schlafstoerungen/ 

Patientenratgeber der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) AG Insomnie, Ein- und Durchschlafstörungen, https://www.dgsm.de/fileadmin/patienteninformationen/ratgeber_schlafstoerungen/03_DGSM-Ein-und-Durchschlafstoerungen_barrierefrei.pdf 

Insomnie bei Erwachsenen, Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, Update 2025https://register.awmf.org/assets/guidelines/063-003l_S3_Insomnie-bei-Erwachsenen_2025-04.pdf 

International Classification of Sleep Disorders – Third Edition (ICSD-3), https://learn.aasm.org/Public/Catalog/Details.aspx?id=%2fgqQVDMQIT%2fEDy86PWgqgQ%3d%3d&returnurl=%2fUsers%2fUserOnlineCourse.aspx%3fLearningActivityID%3d%252fgqQVDMQIT%252fEDy86PWgqgQ%253d%253d

Insomnie, DocCheck Flexikon, https://flexikon.doccheck.com/de/Insomnie

Narkolepsie, DocCheck Flexikon, https://flexikon.doccheck.com/de/Narkolepsie

Parasomnie, DocCheck Flexikon, https://flexikon.doccheck.com/de/Parasomnie

Obstruktives Schlafapnoesyndrom, DocCheck Flexikon, https://flexikon.doccheck.com/de/Obstruktives_Schlafapnoesyndrom

Restless-Legs-Syndrom, DocCheck Flexikon, https://flexikon.doccheck.com/de/Restless-Legs-Syndrom

Schlafstörung: Behandlung mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln, gesundheitsinformation.de, https://www.gesundheitsinformation.de/schlafstoerung-behandlung-mit-schlaf-und-beruhigungsmitteln.html 

Schlafprobleme durch Medikamente, Apotheken.de, https://www.apotheken.de/krankheiten/krankheiten-und-therapie/psychische-erkrankungen/11738-schlafprobleme-durch-medikamente