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Adaptogene Pflanzen und der Nutzen bei Stress

Chronischer Stress ist eines der Hauptprobleme unserer Zeit: Er gefährdet sowohl die psychische als auch die körperliche Gesundheit. Mit adaptogenen Pflanzen stellt uns die Natur sehr robuste Heilpflanzen zur Verfügung, die uns vor den Stressauswirkungen schützen können.

Adaptogene Pflanzen - © Canva

Adaptogene Pflanzen: Diese robusten Pflanzen helfen uns bei Stress – © Canva

Wenn es um Stress geht, dann hört man immer wieder von Adaptogenen. Dabei handelt es sich um Pflanzen oder Pilze, denen bestimmte Eigenschaften zugeschrieben werden. Pflanzliche Adaptogene enthalten Wirkstoffe, die den Körper in stressigen Phasen unterstützen. Adaptogene Pflanzen sind in der Phytotherapie demnach Arzneipflanzen, die unsere Widerstandskraft in Bezug auf Stress erhöhen, unsere Konzentration fördern und die Leistung sowie Ausdauer steigern können.

Überblick: Adaptogene Pflanzen

In diesem Artikel beantworten wir die folgenden Fragen für Sie:

Was sind adaptogene Pflanzen?

Das Wort „Adaptogen“ leitet sich vom lateinischen Begriff „adapto“ ab. Dieser bedeutet so viel wie „anpassen“. Adaptogene Pflanzen helfen demnach unserem Körper, dass er sich in stressigen Phasen an hohe Belastungen besser anpassen kann. Der Begriff stammt ursprünglich vom russischen Forscher Nikolai Wassiljewitsch Lasarew (* 1895; † 1974) und war eng mit der Stress-Theorie des Österreichischen Mediziners, Biochemikers und Hormonforschers Hans Selye (* 1907 in Wien; † 1982) verknüpft. Als „Vater der Stressforschung“ konnte Selye belegen, dass Stress das Gleichgewicht der physiologischen Körperfunktionen, die sogenannte Homöostase, bedroht. Lazarev verwendete das Wort Adaptogen schließlich, um Substanzen zu benennen, welche die Widerstandsfähigkeit gegen schädliche Körpereinflüsse und Stress erhöhen.

Bekannte Adaptogene aus dem Reich der Pflanzenwelt sind:

Wie wirken adaptogene Pflanzen?

Mit Adaptogenen gelingt es uns, dass wir die Widerstandskraft gegen sogenannte Stressoren erhöhen können. Unter Stressoren versteht man bestimmte Einflüsse, die unsere Zellen in einen Stresszustand versetzen. Diese Faktoren können sowohl intern als auch extern auftreten. Ein innerer Stressor kann beispielsweise Perfektionismus sein. Zu den äußeren Stressoren zählen etwa ein Verkehrsstau, Wartezeiten oder auch Lärm. Adaptogene helfen uns aber nicht nur dabei, dass wir mit unseren Stressoren besser umgehen und uns besser an sie anpassen können, sondern sie steigern gleichzeitig die Leistungsfähigkeit, indem sie den Energiestoffwechsel verbessern. Dadurch können wir in besonders stressbesetzten Phasen dennoch leistungsfähig bleiben. Im Unterschied zu synthetischen Stimulanzien führen adaptogene Pflanzen zu einem geringeren Verbrauch von Energie bei gleichzeitiger Verbesserung der Leistung. Erklärungen für diese Wirkung stehen in Verbindung mit der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse, die unter anderem die Stressreaktion im Körper beeinflusst, und mit einer verringerten Cortisol-Ausschüttung.

Auf welchen Ebenen wirken Adaptogene?

Adaptogenen Pflanzen wird zugeschrieben, dass sie auf unterschiedlichen Ebenen wirken. Je nach Adaptogen kommen dabei folgende Wirkungsebenen zu tragen:

Wirkung auf mental-geistiger Ebene Adaptogene wirken Müdigkeit entgegen, unterstützen das Gehirn sowie das Nervensystem, können Stimmung positiv steigern, antidepressiv wirken, und sowohl Konzentration als auch mentale Leistung stärken.
Wirkung auf körperlicher Ebene Adaptogene sind richtige Energiebooster bei organischer Ermüdung, sie steigern sportliche Leistungsfähigkeit, verbessern die Immunabwehr und können die Ausdauer steigern.

Welche 4 Kriterien müssen adaptogene Pflanzen erfüllen?

Damit eine Pflanze als ein Adaptogen eingestuft werden kann, müssen laut der European Medicines Agency (EMA) vier Kriterien erfüllt sein:

  1. Sicherheit: Ein Adaptogen ist nicht giftig, es muss sicher und gut verträglich sein.
  2. Widerstandsfähigkeit: Ein Adaptogen ist unspezifisch in seinen pharmakologischen Eigenschaften und wirkt, indem es die Widerstandsfähigkeit des Organismus gegenüber einem breiten Spektrum schädlicher biologischer, chemischer und physikalischer Faktoren erhöht.
  3. Regulation: Ein Adaptogen zeigt eine regulierende und normalisierende Wirkung auf die verschiedenen Organsysteme.
  4. Veränderung: Die Wirkung eines Adaptogens ist umso ausgeprägter, je tiefergehend die durch die Stressreaktion ausgelösten Veränderungen im Organismus sind.

Etwas einfacher verständlich bedeuten diese Kriterien Folgendes:

Damit ein Adaptogen als Adaptogen gilt,

Gibt es für die Wirkung von Adaptogenen wissenschaftliche Belege?

Für einzelne Pflanzen, die als Adaptogen aus der Natur gelten, gibt es bereits tausende Studien. Die stressreduzierende Wirkung von bestimmten Pflanzen oder die energiespendenden Vorteile spezieller pflanzlicher Adaptogene sind zum Teil hinlänglich wissenschaftlich belegt.

Was allerdings schwierig ist, ist die gesamte Substanzklasse der Adaptogene als solche zu erforschen. Der Grund dafür: Es gibt zahlreiche unterschiedliche Pflanzen oder Pilze, die als Adaptogen bezeichnet werden. Demnach müssen diese Arzneipflanzen aus der Natur jeweils individuell erforscht werden. Genauso groß wie die Substanzklasse „Adaptogen“ ist, ist auch der Begriff „Stress“, der sich auf geistige Belastungen im sozialen Zusammenleben genauso wie auf den Umgang mit intensiver Hitze oder auf sportliche Wettbewerbe, Lärm, Umwelteinflüsse oder auch den zellulären Stress beziehen kann. Alleine schon durch die Vielfalt an Faktoren, die Stress erzeugen können, ist es unrealistisch, dass eine einzige Substanz all diese Zusammenhänge gleichermaßen beeinflussen könnte.

Die breite pharmazeutische Forschung zu Adaptogenen bezieht sich demnach zumeist auf einzelne Pflanzenextrakte und spezifische Aspekte jener Faktoren, die für den Körper und Geist hohe Belastung bedeuten.

Darum ist zu viel Stress problematisch

Dass die Forschung überhaupt so interessiert daran ist, gut verträgliche Wege zu finden, um die Widerstandskraft gegen Stress zu erhöhen, liegt nicht zuletzt darin begründet, dass Stress tatsächlich erhebliche Auswirkungen auf Körper und Geist haben kann. Chronischer Stress kann unter anderem die folgenden Erkrankungen begünstigen:

Adaptogene: psychische und emotionale Stressbewältigung aus der Natur

Eines der besonders gut untersuchten Adaptogene ist die Rosenwurz (Rhodiola rosea). Da für dieses pflanzliche Adaptogen viele verschiedene Untersuchungen vorliegen, wird es im Folgenden zur Illustration einzelner Stressfaktoren verwendet. So kann die Pflanze, deren Wurzel leicht nach Rosen durftet, wertvolle Unterstützung bei der Anpassung an psychische und emotionale Stressfaktoren bieten. Für die Rosenwurz gibt es nicht nur belegte leistungssteigernde, sondern auch angstlösende und antidepressive Effekte zu verzeichnen. Sie stärkt den Organismus auf einem körperlichen genauso wie auf einem emotionalen Level und reduziert damit entsprechende Stress-Symptome. So konnten Studien mit der Rosenwurz folgende Auswirkungen zeigen:

Adaptogene Wirkung bei Stress und Burn-out

Im Fall des pflanzlichen Adaptogens Rosenwurz gibt es sogar eine klinische Studie, die sich mit der Auswirkung auf Partien:innen beschäftigt, die konkret von einem Burn-out betroffen sind. Über einen Zeitraum von 12 Wochen haben knapp 120 Betroffene einen bestimmten Rosenwurzextrakt in der Dosierung von 400 mg erhalten. Herausragend ist: Schon nach sieben Tagen konnten bei den Probanden deutliche Verbesserungen ihrer durch Stress verursachten Symptome beobachtet werden. Diese Verbesserung steigerte sich im Laufe des Untersuchungszeitraums sogar noch weiter.

Adaptogene Pflanzen bei körperlicher Belastung

Die Rosenwurz eignet sich auch ideal, um die adaptogene Wirkung bei körperlichen Belastungen im Zuge diverser Studien zu zeigen. So konnten Probanden im Alter zwischen 50 und 89 Jahren, die von geistigen und körperlichen Leistungsdefiziten betroffen waren, nach der Einnahme eines Extraktes aus der Rosenwurz über 12 Wochen hinweg eine deutliche Steigerung der Leistung verzeichnen. Eine placebokontrollierte Untersuchung mit Rosenwurzextrakt konnte wiederum belegen, dass jene Probanden, die den Extrakt bekommen hatten, nach einem 24-stündigen Schlafentzug bei diversen Konzentrationsübungen deutlich besser abschnitten.

Weitere Untersuchungen mit der Rosenwurz zeigen zum Beispiel, dass die Einnahme eines Extrakts die Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit durch Nachtdienste bei Ärzt:innen signifikant verringerte. Auch ein signifikanter Rückgang der stressbedingten Müdigkeit bei Studierenden während der Prüfungsphase konnte – zusätzlich zur gesteigerten Leistungsfähigkeit – durch Rosenwurz belegt werden. Und das sind nur einige wenige Beispiele für die Wirkung auf körperliche und mentale Fähigkeiten der Rosenwurz unter Stress. Aber auch andere Pflanzen belegen in Studien eindrucksvoll ihre adaptogene Wirkung. Ginseng zeigt beispielsweise ebenso die Fähigkeit als Adaptogen, die körperliche Leistung zu verbessern. Drei Monate lang wurden 60 Studienteilnehmende mit Ginseng bzw. Placebo behandelt. In der Ginseng-Gruppe konnte gezeigt werden, dass sich die Adaptogene Pflanze positiv auf die Koordinationsfähigkeit und auf die Erholung auswirkt.

Adaptogene bei belastenden Umweltfaktoren als Stressoren

Nicht nur aufgrund körperlicher oder emotional-mentaler Faktoren kann unser Körper Stress ausgesetzt sein. Es gibt auch bestimmte Umwelteinflüsse, die uns als Stressoren zusetzen. Dazu gehört beispielsweise große Hitze, starke Kälte oder auch Lärm. Manche adaptogene Pflanzen gedeihen allerdings gerade unter diesen sehr widrigen Bedingungen. Sie zeigen uns somit auch an, dass sie sehr robust sind. Maca beispielsweise gedeiht auf über 4000 Metern Seehöhe in kargen Bergregionen, wo die Pflanze starken Winden ausgesetzt ist. Und auch die Rosenwurz kann unangenehmen Rahmenbedingungen wie Kälte und Trockenheit besonders lange trotzen. Da liegt der Gedanke bereits nahe, dass eben jene pflanzlichen Adaptogene es auch unserem Organismus leichter machen können, sich an widrige Umwelteinflüsse besser anzupassen.

Diese adaptogene Pflanze wächst auch in Österreich

Auch wenn die Rosenwurz in Russland sowie in Skandinavien schon besonders lange als stärkende Arzneipflanze Tradition hat und vor vielen Jahrzehnten in der früheren Sowjetunion für die arzneiliche Verwendung empfohlen wurde, ist die Rosenwurz auch bei uns in Österreich heimisch. Als stärkende Arzneipflanze fand die Rosenwurz in der Volksmedizin des Alpenraums bereits im 17. Jahrhundert Verwendung. In Österreich kommt sie selten und eher zerstreut vor, insbesondere in den Zentralalpen. An und über der Waldgrenze wächst sie etwa in Felsspalten. Hierzulande kommt die Rosenwurz auch auf steinigen Quellfluren und auf Weiderasen vor.

Adaptogene in der phytotherapeutischen Praxis

Da Adaptogene sich meist nicht auf eine bestimmte Krankheit beziehen bzw. nicht auf einen konkreten klinischen Zustand ausgerichtet sind, sondern unspezifische Effekte erzeugen, ist es gar nicht so einfach, Adaptogene allgemeingültig in das Konzept der evidenzbasierten Pharmakologie zu integrieren. Denn Adaptogene sollen darauf abzielen, die generelle Widerstandsfähigkeit und Resilienz zu verbessern, und darauf ausgerichtet sein, Komplikationen einer Krankheit zu verhindern. Deshalb werden Adaptogene selten als gesamte Wirkstoffgruppe in der aktuellen Pharmakologie und der modernen Phytotherapie betrachtet, sondern einzelne Pflanzen oder Pilze werden auf ihre adaptogene Wirkung hin untersucht. In der phytotherapeutischen Praxis ist im Hinblick auf Adaptogene vor allem die Abgrenzung zu Nahrungsergänzungsmitteln relevant.

Bei der Anwendung von adaptogenen Pflanzen zu bestimmten Zwecken sollten Sie auf pflanzliche Arzneimittel setzen. Mit dem Begriff des Adaptogens wird nämlich auch in der Welt der Nahrungsergänzungsmittel geworben. Im Gegensatz zu ausschließlich in der Apotheke erhältlichen Arzneimitteln können Nahrungsergänzungsmittel auch in Drogerien angeboten werden. Denn Nahrungsergänzung unterliegt dem Lebensmittelgesetzt. Damit muss lediglich sichergestellt sein, dass das Produkt zum Verzehr geeignet ist. Der Wirkstoffgehalt in Nahrungsergänzungsmitteln wird hingegen gesetzlich nicht zwingend überprüft. Wird eine adaptogene Pflanze hingegen als Arzneimittel zugelassen oder registriert, so können Sie dank des Arzneimittelgesetzes sicher sein, dass immer eine gleichbleibende, sichere und wirksamkeitsbestimmende Menge des entsprechenden Wirkstoffs im Produkt enthalten ist.

10 bedeutsame adaptogene Pflanzen

Es gibt eine Vielzahl an pflanzlichen Adaptogenen. Auffällig ist, dass viele davon seit langer Zeit in den verschiedenen volksmedizinischen Fachbereichen zur Anwendung kommen. So galt Maca den indigenen Inkas als Stärkungsmittel und Reishi ist seit über 2000 Jahren in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als „Pflanze der Unsterblichkeit“ vertreten.

Diese 10 Adaptogene sind die bekanntesten:

Adaptogene Pflanze Wirkung Anwendungsbereiche
Rhodiola Rosea Stressreduktion Mehr Energie, weniger Stresssymptome
Ashwagandha Stressreduktion Reduziert Stress (sowie auch Angst)
Ginseng Energie-Booster Blutdruck, Immunsystem
Taigawurzel Leistungszuwachs Leistungssteigerung, Immunabwehr
Reishi Stressreduktion Müdigkeit, mehr Antrieb
Maca Schutzfunktion Oxidativer Stress
Chaga Antioxidativ Infekte, Immunstimulation
Cordyceps Leistungszuwachs Erschöpfung, mehr Ausdauer
Igelstachelbart Antioxidativ Oxidativer Stress
Indisches Basilikum Stressreduktion Stresstoleranz, Resilienz

Adaptogene Pflanze 1: Rhodiola Rosea

Die viel zitierte Rosenwurz (Rhodiola rosea) darf in der Aufzählung der Adaptogenen Pflanzen selbstverständlich nicht fehlten. Man geht davon aus, dass besonders die enthaltenen Phenylethanoide, Phenylpropanoide (darunter Rosin, Rosavin sowie Rosarin) und Flavonoide für ihre Wirkung verantwortlich sind. Im Jahr 2023 wurde die Rosenwurz von der HMPPA (Herbal Medicinal Products Platform Austria) in Österreich sogar zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

Die Pflanze wird seit rund einem Jahrzehnt im Alpenbereich und in skandinavischen Gebieten in Kulturen angebaut, da der Bedarf an der Heilpflanze zunehmend steigt. Sie gehört zu den besonders wichtigen Adaptogenen, da sie für die Therapie von Stresssymptomen empfohlen ist. Rosenwurz beeinflusst die mitochondrialen zellulären Strukturen positiv und wirkt sich günstig auf die Stresshormonausschüttung aus. Die Adaptogene Pflanze gilt daher als Möglichkeit, der Entstehung chronischer Stressbeschwerden vorzubeugen und Zustände von Erschöpfung pflanzlich zu behandeln.

Adaptogene Pflanze 2: Ashwagandha

Ist von Adaptogenen die Rede, kommt man um die Schlafbeere nicht umhin. Ebenso bekannt ist sie unter dem Namen Ashwagandha. Die Pflanze gehört zu den Nachtschattengewächsen. Übersetzt bedeutet Ashwagandha übrigens so viel wie „Geruch des Pferdes“. Das liegt daran, dass die Pflanzenwurzel selbst nach Pferden riecht und in den traditionell fernöstlichen Heilkünsten als Pflanze galt, die so „stark wie ein Pferd“ macht. Dementsprechend bedeutsam ist die krautige Pflanze in der TCM, wo sie zur Entspannung und auch zur Reduktion von Stress eingesetzt wird. Diese Wirkung scheinen auch Untersuchungen aus der evidenzbasierten Medizin zu belegen. 2019 zeigten Forschende aus Indien und Australien in einer randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Studie mit 60 Probanden, dass 240 mg eines standardisierten Ashwagandha-Extrakts unter anderem den Stress der Teilnehmenden im Vergleich zu Placebo reduzierte.

Adaptogene Pflanze 3: Ginseng

Ginseng gilt als das wissenschaftlich am häufigsten festgehaltene Beispiel für Adaptogene Pflanzen. Er ist Teil der Araliaceae-Familie und ist vorwiegend in China, Sibirien und Korea heimisch, wo er in freier Wildbahn unter strengem Naturschutz steht. Die Pflanze wird daher auf der ganzen Welt in Kulturen angebaut, um für pharmazeutische Präparate genutzt werden zu können. Insgesamt konnten bis zum jetzigen Zeitpunkt in der modernen Medizin rund 200 Inhaltsstoffe aus dem Ginseng bestimmt werden. Die Hauptwirkstoffe im Ginseng sind die sogenannten Ginsenoide, von denen mittlerweile 30 verschiedene bekannt sind. Als Adaptogene Pflanze wird dem Ginseng bescheinigt, dass er die Abwehrkräfte verbessert, die Zentralnervensystem-Aktivität steigert und sich regulierend auf den Blutdruck auswirken kann. Untersuchungen belegen überdies eine positive Wirkung bei Allergien sowie vorbeugende Eigenschaften bei Erkältungen.

Adaptogene Pflanze 4: Taigawurzel

Die Taigawurzel ist ein dorniger Strauch und ein immunmodulierendes Gewächs, das ein Mitglied der Araliengewächse-Familie (Araliaceae) ist. Heimisch ist die Pflanze in China, Russland und Korea. Sowohl die getrockneten Rhizome und Wurzeln als auch Beeren und Blätter werden zu Arzneidrogen verarbeitet. Als wirksamkeitsbestimmend gelten die enthaltenen Eleutheroside, darunter Triterpensaponine und Phenylpropanoide. In Russland hat die Taigawurzel schon seit den 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts arzneiliche Bedeutung. Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wurde sie sogar gegen Strahlenschäden eingesetzt. Auch das Olympia-Team erhielt die Arzneipflanze, um die Leistung zu steigern.

Adaptogene Pflanze 5: Reishi

Auch der dunkle Pilz namens „Reishi“ gilt als Adaptogen aus der Natur. Große Bedeutung hat er vor allem in der Traditionellen Chinesischen Medizin, in der er seit über zwei Jahrtausenden genutzt wird und als „Pilz der Unsterblichkeit“ gilt. In China wird Reishi zur Therapie von Herzerkrankungen, Diabetes und sogar zur Behandlung von Krebs eingesetzt. Eine Studie belegt, dass Reishi-Extrakt bei Betroffenen der koronaren Herzkrankheit Blutdruck und Triglycerid-Konzentrationen senken kann.

Adaptogene Pflanze 6: Maca

Maca wird ebenso als Adaptogene Pflanze eingestuft, die überdies auch als Superfood gilt und in der Volksmedizin vor allem mit der Steigerung von Libido und Potenz in Verbindung gebracht wird. Die Hochlandpflanze der Anden wird seit der Zeit der Inka kultiviert und sie weist tatsächlich zahlreiche therapeutische Eigenschaften auf. Untersuchungen mit Extrakten aus der Roten Maca zeigen beispielsweise, dass durch die Behandlung mit dem Adaptogen oxidativer Stress gesenkt werden kann. An dieser antioxidativen Schutzfunktion scheinen Inhaltsstoffe wie Carboline, Alkamide, Fettsäuren und beteiligt zu sein.

Adaptogene Pflanze 7: Chaga

Chaga, der auch unter „Schiefer Schillerporling“ bekannt ist, gilt ebenso als Adaptogen. In der Fachsprache wird er Inonotus obliquus genannt. Der Pilz wurde traditionell zur Behandlung verschiedener Magen-Darm-Erkrankungen verwendet. Seit einigen Jahren gibt es immer mehr Hinweise auf das Potenzial von Extrakten aus diesem Pilz zur Behandlung von viralen und parasitären Infektionen. Darüber hinaus wurde gezeigt, dass Substanzen aus dem Pilz das Immunsystem stimulieren können. Außerdem scheint der Schiefe Schillerporling therapeutisches Potenzial zur Verlangsamung des Fortschreitens bestimmter Krankheiten (darunter Diabetes mellitus) zu haben. Derzeit steht die Wirkung auf einen bestimmten Rezeptor zur Diskussion, auf welchem die entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften des Adaptogens beruhen könnten. Wissenschafter schätzen die Lage derzeit allerdings so ein, dass es noch weitere Studien zu der Pilzart benötigt.

Adaptogene Pflanze 8: Cordyceps

Ein weiteres Adaptogen aus dem Reich der Pilze ist der Cordyceps. Er gehört zu den Schlauchpilzen und trägt auch den Namen „Chinesischer Raupenpilz“. Auch er hat in der Traditionell Chinesischen Medizin eine lange Historie und kommt dort zur Behandlung von Erschöpfung und Müdigkeit zum Einsatz. Die in dem Pilz enthaltenen Polysaccharide zeigen auch in wissenschaftlichen Untersuchungen die Fähigkeit, körperliche Eigenschaften zu verbessern. In einer Studie über 12 Wochen konnte belegt werden, dass ein Extrakt aus dem Cordyceps sportliche Leistungen sowie Ausdauer verbessern kann.

Adaptogene Pflanze 9: Igelstachelbart

Der Igelstachelbart (Hericium erinaceus) ist ein Speisepilz, der nicht nur als Delikatesse gehandelt wird, sondern der auch eine lange Geschichte in der Traditionellen Chinesischen Medizin hat. Extrakte aus dem Pilz sind reich an Phenolen, Flavonoiden und Ascorbinsäure und zeigen antioxidative Aktivitäten. Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Extrakte aus dem Igelstachelbart zur Behandlung von durch oxidativen Stress verursachten Beschwerden eingesetzt werden können. Dem Pilz, der als sogenannter Wundparasit auf Bäumen wächst, werden auch das Immunsystem stärkende Eigenschaften nachgesagt.

Adaptogene Pflanze 10: Indisches Basilikum

Indisches Basilikum, wissenschaftlich bekannt als Ocimum tenuiflorum oder Tulsi, ist eine traditionsreiche Pflanze aus Indien. Die Pflanze gehört zur Familie der Lippenblütler und zeichnet sich durch ihre interessante Zusammensetzung der Inhaltsstoffe aus. In ihren Blättern und Blüten finden sich ätherische Öle, Flavonoide, Anthocyane, Ursolsäuren, Polysaccharide und weitere wertvolle Pflanzenstoffe. Diese Vielfalt an Inhaltsstoffen verleiht Tulsi seine vielseitigen Eigenschaften, darunter antioxidative, antimikrobielle und entzündungshemmende Wirkungen. Das Adaptogen wird zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt, darunter auch Atemwegsprobleme. Ein Hauptanwendungsgebiet des „Heiligen Basilikum“ liegt heute auch in der Behandlung von Stress und den daraus resultierenden Beschwerden. Extrakte aus Tulsi konnten in Forschungen zeigen, dass sie die Stresstoleranz sowie die Resilienz bei Erschöpfung verbessern konnten.

Fazit: Die wichtigsten Punkte zu adaptogenen Pflanzen

Hier finden Sie alle wesentlichen Aspekte zu Adaptogenen kurz zusammengefasst:

 

Quellen:

A. Achmüller, Rosenwurz, HMPPA-Monographien (abgerufen am 28.11.2023)

S. Kasper, Phytotherapie bei Stress und sogenanntem Burnout, 6. Jahrgang, PHYTO Therapie 4/12, S. 4-5 (abgerufen am 28.11.2023)

ema.europa.eu, Reflection Paper On The Adaptogenic Concept, Mai 2008 (abgerufen am 28.11.2023)

A. Panossian, G. Wikman, H. Wagner, Plant adaptogens III. Earlier and more recent aspects and concepts on their mode of action (abgerufen am 28.11.2023)

A. Panossian, G. Wikman, Evidence-Based Efficacy of Adaptogens in Fatigue, and Molecular Mechanisms Related to their Stress-Protective Activity (abgerufen am 28.11.2023)

A. Panossian, G. Wikman, P. Kaur, A. Asea, Adaptogens exert a stress-protective effect by modulation of expression of molecular chaperones (abgerufen am 28.11.2023)

HMPPA Herbal Medicinal Products Platform Austria, Die Rosenwurz ist die Arzneipflanze 2023 in Österreich (abgerufen am 28.11.2023)

schwabe.de, Adaptogene: Mit Pflanzenkraft gegen den Stress (angerufen am 28.11.2023) 

W. Stingl, Rosenwurz-Extrakt, Ein pflanzliches Adaptogen gegen Stress (abgerufen am 28.11.2023)

N. Leutnant, Adaptogene Pflanzen wecken frische Kräfte, Paracelsus Magazin, 5/19 (abgerufen am 28.11.2023) 

apothekeanderwien.at, Tulsi (indisches Basilikum) für einen stress- und schmerzfreien Winter (abgrufen am 28.11.2023)

S. Ghosh, S. Nandi, A. Banerjee, S. Sarkar, N.Chakraborty, K. Acharya, Prospecting medicinal properties of Lion’s mane mushroom (abgerufen am 28.11.2023)

ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de, Wundermittel aus dem Ayurveda? (abgerufen am 28.11.2023)

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deutsche-apotheker-zeitung.de, „Vitalpilze“ auf wackligen Füßen (abgerufen am 28.11.2023)

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K. Hirsch, A. E. Smith-Ryan, E. J. Roelofs, E. T. Trexler, M. G. Mock, Cordyceps militaris Improves Tolerance to High-Intensity Exercise After Acute and Chronic Supplementation (abgerufen am 28.11.2023)

S. Chen, Z. Li, R. Krochmal, M. Abrazado,W Kim, C. B. Cooper, Effect of Cs-4 (Cordyceps sinensis) on exercise performance in healthy older subjects: a double-blind, placebo-controlled trial (abgerufen am 28.11.2023)

botanischergarten.univie.ac.at, Gut gegen Stress – die Rosenwurz (abgerufen am 28.11.2023)

Darreichungsformen und Packungsgrößen

Vitango® 200mg-Filmtabletten: 30 Stk., 60 Stk.

 

Gebrauchsinformation

Tabletten zum Einnehmen. Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker. Traditionelles pflanzliches Arzneimittel mit Rhodiola rosea-Extrakt zur Anwendung bei geistigen und körperlichen Symptomen von Stress. Die Anwendung beruht ausschließlich auf langjähriger Verwendung.

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