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Aktualisiert: 25.03.2026

Rezeptfreie Schlafmittel: Welche es gibt und wie sie unterstützen

Man kann nicht einschlafen oder wacht andauernd auf. Schlafprobleme sind quälend und können langfristig ein Gesundheitsrisiko darstellen. Zum Glück gibt es rezeptfreie Schlafmittel, mit denen Sie rasch gegen die Schlaflosigkeit ankommen.

Passedan® ist ein rezeptfreies Arzneimittel bei Schlafproblemen
Passedan® ist ein rezeptfreies Arzneimittel bei Schlafproblemen

Von Schlaflosigkeit betroffen zu sein, kann viele Gesichter haben. Manche Menschen haben Einschlafprobleme, während andere nicht durchschlafen können. Auch vorzeitiges Erwachen gehört zu den Schlafproblemen. Um der Schlaflosigkeit entgegenzuwirken und die Schlafqualität zu verbessern sowie die Schlafgesundheit zu fördern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dazu zählen Rituale zur Beruhigung und für besseren Schlaf genauso wie verschiedene Entspannungsübungen und schlaffördernde Verhaltensweisen (Schlafhygiene). 

Doch nicht immer reichen diese Maßnahmen alleine aus. Dann können Schlafmittel dabei helfen, besser ein- und durchzuschlafen. Viele davon sind rezeptfrei erhältlich. Welche Schlafmittel es ohne Rezept gibt, wie sie wirken und worauf Sie dabei achten müssen, erfahren Sie in diesem Artikel. 

Diagnose Schlafprobleme: Wann braucht man rezeptfreie Schlafmittel?

Ab und zu schlecht zu schlafen oder mehrmals pro Nacht kurz zu erwachen, gilt grundsätzlich als normal. Fällt das Ein- oder Durchschlafen allerdings auf Dauer schwer, kann das als zermürbend erlebt werden und sowohl den Körper als auch die Psyche stark belasten. Im Zuge dessen greifen Betroffene teils auf rezeptfreie Schlafmittel zurück, um für einen besseren Schlaf zu sorgen. Bei einem hohen Level an Stress, einer Neigung zum Grübeln, belastenden Alltagsherausforderungen, hormonellen Umstellungen oder auch ungünstigen Lebensstilfaktoren (später Koffeinkonsum, schwere Mahlzeiten am Abend, unregelmäßige Schlafenszeiten …) treten Schlafprobleme auch akut auf. In solchen Situationen können rezeptfreie Präparate eine wichtige Unterstützung bieten.

Prinzipiell sollte allerdings bei länger andauernden, also chronischen, Schlafproblemen jedenfalls ärztlicher Rat eingeholt werden. Denn hinter Ein- und Durchschlafproblemen können auch organische oder psychiatrische Erkrankungen stecken, die an sich zuerst behandelt werden sollten. Zu den möglichen behandlungsbedürftigen Diagnosen, die zu Schlafproblemen führen können und eine individuelle Therapie erfordern, gehören etwa:

Auch in diesen Fällen können rezeptfreie Schlafmittel angewendet werden, allerdings ist es unerlässlich, grundlegend die auslösenden Faktoren für die Schlafprobleme ärztlich zu beobachten, zu begleiten bzw. zu behandeln.

Was sind rezeptfreie Schlafmittel?

Ein Schlafmittel ist dann rezeptfrei, wenn es in der Apotheke frei verkäuflich ist. Das bedeutet, dass man für den Erwerb des Schlafmittels keine Verschreibung von Ärzt:innen benötigt. Ob ein Medikament verschreibungspflichtig ist, wird in Österreich auf Basis des Rezeptpflichtgesetzes bestimmt. Zu den Gründen, warum ein Präparat der Verschreibungspflicht unterliegt, gehören unter anderem ein hohes Missbrauchspotenzial, bestimmte Risiken bei der Anwendung, für die es einer ärztlichen Überwachung bedarf oder auch die Anwendung bei Krankheitsbildern, die ärztlich begleitet werden müssen. 

Rezeptfreie Medikamente machen in Österreich ein knappes Drittel aller erhältlichen Arzneimittel aus. Man nennt sie auch OTC-Medikamente. Diese Abkürzung ergibt sich aus dem Englischen „over the counter“, was so viel wie „über den Verkaufstisch“ bedeutet. Rezeptfreie Schlafmittel zählen also zu den OTC-Arzneimitteln.

Schlafmittel rezeptfrei kaufen

Auch wenn ca. 69 % der Medikamente, die hierzulande zugelassen sind, unter die Verschreibungspflicht fallen, gibt es zahlreiche arzneiliche Schlafmittel und Nahrungsergänzungsmittel, die man in Österreich rezeptfrei kaufen kann. 

Dazu gehören:

  • Pflanzliche Arzneimittel aus der Phytotherapie

  • Schlafunterstützende Arzneitees

  • Antihistaminika 

  • Melatonin-Präparate 

Gründe: Wofür braucht man rezeptfreie Schlafmittel?

Rezeptfreie Schlafmittel werden dann gebraucht, wenn man Unterstützung beim Ein- und Durchschlafen benötigt oder die Schlafqualität verbessern möchte. Da rezeptfreie Schlafmittel keiner Verschreibung von Ärzt:innen bedürfen, sind sie auch rasch verfügbar und können ohne vorherigen ärztlichen Check in der Apotheke des Vertrauens erworben werden. Sie sollten allerdings nicht als Dauerlösung betrachtet werden. Halten Schlafprobleme für einen längeren Zeitraum an, fühlen Sie sich chronisch in der Früh erschöpft sowie unausgeschlafen oder sind Sie länger andauernd von einer spürbaren Tagesschläfrigkeit betroffen, ist die ärztliche Abklärung Ihrer Schlafprobleme notwendig. Ärzt:innen können mögliche zugrundeliegende Erkrankungen diagnostizieren sowie behandeln und im Bedarfsfall Ihre Medikation auch auf individuelle verschreibungspflichtige Präparate umstellen.

Warum rezeptfreie Schlafmittel?

Der Schlafmittelmarkt ist in Österreich ein zunehmender: Die Prognosen gehen davon aus, dass es bis zum Jahr 2030 zu einem signifikanten Umsatzwachstum kommt. Synthetische Schlafmittel werden in Österreich aufgrund der Nebenwirkungen häufig nicht gewählt. Der Trend geht in Österreich Richtung natürlicher Schlafmittel. Womöglich auch, weil manche verschreibungspflichtigen Schlafmittel abhängig machen können und deren Einnahme deshalb unbedingt ärztlich kontrolliert gehört. Die gesteigerte Nachfrage an natürlichen Schlafmitteln scheint allerdings prinzipiell auch von der grundlegenden Tendenz der Österreicher:innen unterstützt, einem gesunden sowie natürlichen Lebensstil folgen zu wollen.

Sind rezeptfreie Schlafmittel unbedenklich?

Werden sie bestimmungsmäßig verwendet, sind bei rezeptfreien Medikamenten meist nur geringfügige Nebenwirkungen zu erwarten. Darum dürfen sie nach einer Beratung in der Apotheke ohne Verschreibung abgegeben werden. Dazu zählen neben rezeptfreien Schlafmitteln z. B. auch bestimmte Präparate gegen leichte Schmerzen oder Erkältungen. Grundsätzlich gelten insbesondere pflanzliche Arzneimittel als sicher, geprüft und gut verträglich. Andernfalls würden sie nicht als Arzneimittel zugelassen. Als generell unbedenklich sollte man allerdings kein wirksames Präparat bezeichnen. Auch pflanzliche Präparate enthalten Wirkstoffe und müssen daher bestimmungsgemäß eingenommen werden, damit sie als sicher gelten können. Pflanzliche Arzneimittel besitzen ein gutes Wechselwirkungsprofil, das heißt, sie können von Menschen mit Dauermedikation meist eingenommen werden. Aber auch bei rezeptfreien Schlafmitteln ist es wichtig, sich über die richtige Einnahme und Anwendung in der Apotheke zu informieren und sich an den Beipacktext zu halten.

FAQ: Die drei häufigsten Fragen zu Schlafmitteln

Was ist das beste rezeptfreie Schlafmittel?

Das beste rezeptfreie Schlafmittel ist immer jenes, das zu den individuellen Beschwerden und Bedürfnissen am besten passt. Dafür sollten Sie sich die folgenden Fragen stellen:

  • Wie würde ich meine Schlafprobleme beschreiben? (Einschlafschwierigkeiten, Durchschlafprobleme oder mangelnde Schlafqualität)

  • Welche Form der Einnahme ist mir am angenehmsten? (Tabletten, Tropfen, Dragees, …)

  • Soll es ein pflanzliches Schlafmittel oder ein synthetisches sein?

  • Welche anderen Medikamente nehme ich regelmäßig? (Der Hinweis ist für Apotheker:innen aufgrund möglicher Wechselwirkungen relevant.)

  • Gibt es spezifische Gründe, die mich am Schlaf hindern? (Zum Beispiel: , zyklusbedingte Einschlafschwierigkeiten, mentale Belastungen, Harnprobleme infolge einer vergrößerten Prostata)

Mit den Antworten auf diese Fragen erleichtern Sie es Pharmazeut:innen in der Apotheke, das für Sie am besten passende rezeptfreie Schlafmittel zu empfehlen.

Welches Schlafmittel wirkt sofort?

Benzodiazepine und bestimmte Hypnotika gehören zu den besonders stark wirksamen Beruhigungs- bzw. Schlafmitteln. Sie sind keineswegs rezeptfrei, da sie ein hohes Nebenwirkungs- und Abhängigkeitspotenzial in sich tragen. Sie werden daher nur in Ausnahmefällen für eine kurzzeitige Anwendung von Ärzt:innen verschrieben.

Was ist das stärkste natürliche Schlafmittel?

Zu den stärksten natürlichen Schlafmitteln gehören bestimmte Arzneipflanzen, für die eine schlaffördernde Wirkung medizinisch anerkannt ist. Dazu gehören:

  • Passionsblume

  • Baldrian

  • Hopfen

  • Johanniskraut

  • Lavendel

  • Melisse

     

Rezeptfreie pflanzliche Schlafmittel

Ein Arzneimittel für verbesserten Schlaf gilt nur dann als pflanzlich, wenn die enthaltenen Wirkstoffe ausschließlich aus pflanzlichen Teilen gewonnen werden. Diese pflanzlichen Stoffe können sowohl ganze oder geschnittene als auch zerkleinerte Pflanzen bzw. Pflanzenteile sein. Demnach können die verschiedenen Zubereitungen aus Extrakten oder Trockendrogen aus diesen pflanzlichen Stoffen für die Herstellung von rezeptfreien pflanzlichen Schlafmittel verwendet werden. Unter Zubereitung versteht man eine pharmazeutisch geregelte Behandlung der Pflanzenstoffe: Damit sind u. a. Pressungen oder Destillationen sowie Extraktionen gemeint. 

Rezeptfreie pflanzliche Schlafmittel sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich:

  • Tropfen für besseren Schlaf

  • Dragees und Tabletten zur Schlafunterstützung

  • schlaffördernde Arzneitees 

Wie wirken rezeptfreie pflanzliche Präparate zur Einschlafhilfe?

Rezeptfreie pflanzliche Schlafmittel gehören zu den Phytopharmaka. Solche Arzneimittel wirken als sogenannte Vielstoffgemische. Für synthetische Medikamente wird zumeist nur ein einzelner oder wenige kombinierte Wirkstoffe verwendet. Arzneipflanzen bestehen hingegen aus verschiedenen aktiven Substanzen. Rezeptfreie pflanzliche Schlafmittel wirken also nicht mit einem einzigen Wirkstoff, sondern die darin enthaltenen Extrakte wirken durch eine Interaktion der pflanzlichen Inhaltsstoffe mit verschiedenen Enzymen, Transportern sowie Rezeptoren im Körper. Im Fall von pflanzlichen Schlafmitteln ist der schlaffördernde Effekt nachgewiesen.

Passionsblumenkraut als pflanzliches Schlafmittel

Eines der beliebtesten rezeptfreien Schlafmittel in Österreich sind Tropfen mit Passionsblumenkraut (Passiflorae herba). Für das sichere und bewährte Schlafmittel mit Passionsblume Passedan® wird aus dem Kraut der Passiflora incarnata ein einzigartiger Extrakt hergestellt, der für seine Wirksamkeit bei gleichzeitig guter Verträglichkeit seit Jahrzehnten bekannt ist. Untersuchungen mit dem Passionsblumenextrakt zeigen, dass Patient:innen mit Einschlaf- oder Durchschlafstörungen (Insomnie) nach zwei Wochen der Einnahme im Vergleich zu Placebo eine deutlich höhere Gesamtschlafzeit und eine bessere Schlafeffizienz verzeichneten. Seit über 60 Jahren gilt Passedan® als eines der in Österreich bekanntesten schlafunterstützenden und traditionellen pflanzlichen Arzneimittel für besseren Schlaf in der Nacht und für Beruhigung untertags.

Hopfen, Baldrian und Co. als pflanzliches Schlafmittel

Neben der „Königin des Schlafs“ – der Passionsblume – gibt es auch andere schlaffördernde Arzneipflanzen, die teils als Arzneitees oder auch in rezeptfreien Kombinationspräparaten als Schlafmittel zur Anwendung kommen. 

Für die schlafunterstützende Wirkung sind des Weiteren bekannt: 

Hopfenzapfen sind durch das Herbal Medicinal Product Committee (HMPC) als Schlafhilfe als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft. Auch Baldrian ist in Form spezieller Extrakte zur Behandlung leichter Schlafstörungen bzw. zur Unterstützung des Schlafes anerkannt. Ebenso ist die Verbesserung der Schlafqualität für bestimmte Melissenextrakte in Studien gut belegt. Im Tierversucht zeigte auch die Kamille den Effekt von signifikant verkürzter Einschlafzeit. Johanniskraut wird bei nervösen Einschlafstörungen eingesetzt und für Lavendel sind neben seiner Wirkung gegen milde Angstzustände ebenso schlaffördernde Wirkungen untersucht.

Nebenwirkungen von rezeptfreien pflanzlichen Schlafmitteln

Wo eine Wirkung ist, kann es auch zu unerwünschten Wirkungen kommen. Generell gelten pflanzliche Schlafmittel als sehr sicher, gut verträglich und nebenwirkungsarm. Dennoch können pflanzliche Präparate Nebenwirkungen haben. Dazu gehören unter anderem Verdauungsbeschwerden, Probleme der Haut oder allergische Reaktionen. Das gilt insbesondere dann, wenn die Schlafmittel nicht bestimmungsgemäß eingenommen werden. Darüber hinaus kann es zu relevanten Wechselwirkungen kommen, die bei Arzneipflanzen gut beschrieben sind. Beispielsweise Johanniskraut kann die Wirkung von synthetischen Antidepressiva verstärken, macht die Haut empfindlicher gegenüber der Sonne (Phototoxizität) und kann die Wirksamkeit anderer Medikamente abschwächen. Darum ist es auch bei rezeptfreien pflanzlichen Schlafmitteln wichtig, sich an die Einnahmeempfehlungen zu halten, die Packungsbeilage zu beachten und sich in der Apotheke beraten zu lassen. Apotheker:innen kennen die Wirkprofile von Arzneipflanzen alleine aus ihrer pharmazeutischen Ausbildung sehr gut.

Antihistaminika als rezeptfreies Schlafmittel

Antihistaminika sind Medikamente, die ursprünglich gegen Allergien wie Heuschnupfen entwickelt wurden. Sie sollen Histamin abbauen, das bei Allergien im Körper freigesetzt wird. Manche von ihnen machen jedoch sehr müde, weshalb sie auch bei Schlafstörungen eingesetzt werden. Entsprechende Präparate sind als rezeptfreie Schlafmittel erhältlich. Fachleute raten in ihren Leitlinien, also den offiziellen Behandlungsempfehlungen, allerdings davon ab, Antihistaminika als Schlafmittel zu nutzen. Der Grund ist, dass bisher nicht ausreichend belegt ist, ob der Nutzen die Risiken und Nebenwirkungen überwiegt. Studien zeigen außerdem, dass diese Medikamente nur schwach wirken, der Körper sich schnell daran gewöhnt (Toleranzentwicklung) und sie dadurch bald weniger helfen. Da es insgesamt zu wenige verlässliche wissenschaftliche Belege (Evidenz) gibt, werden Antihistaminika zur Behandlung von Schlafstörungen aktuell nicht empfohlen.

Nebenwirkungen von Antihistaminika als Schlafmittel

Schlaffördernde Antihistaminika können die Aufmerksamkeit deutlich verringern – oft noch am nächsten Tag. Das ist riskant, wenn man Auto fährt oder mit Maschinen arbeitet. Außerdem sind weitere Nebenwirkungen möglich, etwa:

  • Trockener Mund

  • Herzbeschwerden (z. B. Herzrhythmusstörungen)

  • Beschwerden in Magen und Darm (Durchfall)

  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen

  • Erhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht

  • Sehstörungen, Schwindel, Halluzinationen (bei hoher Dosierung)

Auch wenn schlaffördernde Antihistaminika rezeptfrei erhältlich sind, sollten Sie aufgrund der möglichen Auswirkungen mit Ärzt:innen oder Apotheker:innen klären, ob ein solches Mittel für Sie empfehlenswert ist.

Wann sollte man Antihistaminika nicht als Schlafmittel einnehmen?

Wenn Sie über 65 Jahre alt sind, sollten Sie Antihistaminika als rezeptfreies Schlafmittel nicht ohne ärztliche Abklärung einnehmen. Ältere Menschen können auf diese Präparate zum Teil mit Verwirrtheit reagieren. Bei bestimmten Erkrankungen kann die Einnahme von Antihistaminika darüber hinaus schädlich sein. Bei folgenden Gesundheitsproblemen sollten Sie Ihre Ärzt:innen informieren und auf das rezeptfreie Schlafmittel Antihistamin verzichten: 

Melatonin rezeptfrei als pflanzliches Schlafmittel erhältlich

Melatonin ist ein wichtiger Botenstoff im Körper, der für die Regulierung des Tag-Nacht-Rhythmus mit verantwortlich ist. Produziert wird der hormonelle Stoff, der auch als „Schlafhormon“ bekannt ist, von der Zirbeldrüse im Gehirn bei Dunkelheit. Diese Produktion wird bei Tageslicht gehemmt. Der wichtige schlaffördernde Botenstoff wird also vor allem nachts hergestellt. Ein Mangel an Melatonin kann zu Schlafstörungen führen. Die Produktion von Melatonin nimmt im Alter jedoch deutlich ab. Melatonin ist grundsätzlich ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff. In Form von Nahrungsergänzungsmitteln gibt es das Melatonin allerdings auch als rezeptfrei erhältliche Sprays, Dragees oder Tabletten in der Apotheke. Sie werden rund eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen angewendet.

Das neueste Update (2025) der Leitlinie „Insomnie bei Erwachsenen sieht Melatonin in Form zugelassener Arzneimittel für eine kurzfristige Behandlung von Schlafstörungen bei Menschen ab 55 Jahren vor. Eine aktuelle Auswertung mehrerer Studien zeigt: Melatonin kann den Schlaf etwas verbessern und vor allem das Einschlafen erleichtern. Für eine dauerhafte Anwendung gibt es aber zu wenige verlässliche Daten und andere Behandlungsmöglichkeiten sind besser belegt. Deshalb empfehlen Fachleute Melatonin aktuell nicht für die Langzeittherapie von Schlafstörungen.

Anwendungshinweise zu Melatonin als Schlafmittel

Weil keine ausreichenden Untersuchungen der Melatonin-Einnahme bei Menschen mit Autoimmunerkrankungen oder Nieren- sowie Leberproblemen durchgeführt wurden, wird für diese Patient:innengruppen die Einnahme von Melatonin nicht empfohlen. Auch von einer Langzeitanwendung wird aufgrund zu geringer Daten derzeit eher abgeraten. 

Besonderheiten bei rezeptfreien Schlafmitteln

Rezeptfreie homöopathische Schlafmittel

In der Homöopathie sind verschiedene Einzelmittel sowie Komplexmittel bekannt, die für verbesserten Schlaf eingesetzt werden. Entsprechende Zubereitungen sind ebenso rezeptfrei erhältlich. Homöopathische Präparate unterstützen in ihrer Wirkweise den Körper bei der Selbstregulation. 

Rezeptfreie Schlafmittel für Schwangere? 

In der Schwangerschaft ist auch bei rezeptfreien Schlafmitteln Vorsicht geboten. Denn bestimmte Wirkstoffe können den Blutkreislauf des Babys erreichen. Gleichzeitig gibt es aus ethischen Gründen nur sehr selten Medikamente, die an Schwangeren untersucht werden konnten, weshalb auch für viele rezeptfrei erhältliche Schlafmittel schlicht keine Studien zur Unbedenklichkeit vorliegen. In der Schwangerschaft sollte also vor der Einnahme eines rezeptfreien Schlafmittels jedenfalls ärztliche Rücksprache gehalten werden.

Rezeptfreie Schlafmittel für Frauen in den Wechseljahren

Schlafstörungen gehören zu den weit verbreiteten Beschwerden während des Klimakteriums, in der Zeit der Wechseljahre. Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen können bereits ein Symptom der Perimenopause – also der Zeit vor den eigentlichen Wechseljahren – sein. In diesen Phasen können rezeptfreie Schlafmittel wichtige Begleiter für einen ausreichend guten sowie erholsamen Schlaf sein. Gerade in Phasen einer Umstellung des Körpers sind pflanzliche Arzneimittel und die Phytotherapie ein milder wenngleich wirksamer Unterstützer.

Rezeptfreie Schlafmittel für Kinder?

Insbesondere in Form von Nahrungsergänzungsmitteln sind schlaffördernde Präparate auch für Kinder rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Zu bedenken ist, dass Nahrungsergänzungen keine Arzneimittel an sich sind. Kinder sollten auch nicht eigenmächtig mit rezeptfreien Schlafmitteln für Erwachsene behandelt werden. Auch wenn Kinder und Jugendliche recht häufig unter entwicklungsbedingten Schlafproblemen leiden, dürfen länger anhaltende Probleme mit dem Schlaf nicht auf die leichte Schulter genommen und nicht selbst behandelt werden. Viel eher ist es in diesen Fällen wichtig, mögliche zugrundeliegende Erkrankungen ärztlich auszuschließen und behandeln zu lassen.

Zusammenfassung: Rezeptfreie Schlafmittel 

Lesen Sie hier die wichtigsten Aspekte über rezeptfreie Schlafmittel nochmals zusammengefasst:

Schlafmittel rezeptfrei

Schlafprobleme sind häufig; rezeptfreie Schlafmittel können kurzfristig helfen, sollten aber nicht als Dauerlösung genutzt werden.

Wann einsetzen?

Bei vorübergehenden Schlafstörungen (z. B. durch Stress, unregelmäßigen Rhythmus). Bei länger anhaltenden Problemen ist eine ärztliche Abklärung notwendig.

Rezeptfrei bedeutet

In der Apotheke ohne ärztliches Rezept erhältlich (OTC = „over the counter“). Rund ein Drittel aller Medikamente in Österreich sind rezeptfrei.

Arten von rezeptfreien Schlafhelfern

Pflanzliche Arzneimittel (aus Passionsblume, Baldrian, Hopfen, Melisse, Lavendel, Johanniskraut, Kamille), Tees, Antihistaminika, Melatonin, homöopathische Präparate.

Pflanzliche Präparate

Gelten als gut verträglich, manche pflanzlichen Schlafmittel wie die Passionsblumentropfen sind seit Jahrzehnten bewährt.

Antihistaminika

Machen müde, können aber Toleranzeffekt und Nebenwirkungen haben; Leitlinien raten vom Einsatz als Schlafmittel ab.

Melatonin

Unterstützt den Schlafrhythmus, ab 55 Jahren kurzfristig nutzbar; nicht für Langzeittherapie empfohlen.

Besondere Gruppen

Vorsicht bei Schwangeren, Kindern und älteren Menschen – nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden

Bestes Schlafmittel?

Hängt von individuellen Aspekten ab (Einschlafschwierigkeiten, Durchschlafstörungen, Vorlieben für Tropfen/Tabletten etc.); Beratung in der Apotheke wichtig.

Passedan Tropfen

Passedan®-Tropfen

Bei nervöser Unruhe und Einschlafstörungen.

Tropfen zum Einnehmen. Traditionelles pflanzliches Arzneimittel mit Passiflora incarnata. Die Anwendung  beruht ausschließlich auf langjähriger Verwendung. Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker. 

Packungsgrößen: 30ml, 100ml, 250ml

Gebrauchsinformation downloaden

Passedan Tabletten

Passedan® Plus Baldrian überzogene Tabletten

Bei nervöser Unruhe und Einschlafstörungen.

Passedan® Plus Baldrian überzogene Tabletten zum Einnehmen. Traditionelles pflanzliches Arzneimittel mit Passiflora incarnata. Die Anwendung  beruht ausschließlich auf langjähriger Verwendung. Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker. 

Packungsgrößen: 30 Stk., 60 Stk.

Gebrauchsinformation downloaden

Autoren: Redaktionsteam Schwabe Austria

Disclaimer: Die Informationen auf dieser Website sind keinesfalls ein Ersatz für den persönlichen Besuch bei Arzt, Apotheker oder anderen medizinischen Fachpersonen. Die Gesundheitsartikel sind als Impulse zu verstehen, mit dem Ziel, sich näher mit Themen der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen und entsprechende Unterstützung zu suchen.

Quellen:

Spiegelhalder K, Baum E, Becker M, Cornaro C, Crönlein T, Frase L, Harth V, Hertenstein E, Johann AF , Mertel I, Kunz D, Langhorst J, Maurer JT, Mayer G, Nissen C, Pietrowsky R, Pollmächer T, Schumacher C, Sitter H, Steffen A, Weeß HG, Wehling M, Winter Y, Riemann D, Leitlinie „Insomnie bei Erwachsenen“ – Update 2025 (AWMF-Registernummer 063-003), Version 2.0, https://register.awmf.org/assets/guidelines/063-003l_S3_Insomnie-bei-Erwachsenen_2025-04.pdf  (abgerufen am 25.03.2026)

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