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Gelenkschmerzen: Eine Übersicht zu Ursachen, Diagnose und Behandlung

Hinter Gelenkschmerzen kann eine Vielzahl an verschiedenen Ursachen stecken. Kommt es in den Gelenken zu Schmerzen, ist allerdings besonders häufig die Arthrose Auslöser für die Beschwerden. Daneben gibt es jedoch auch noch viele weitere Gründe für Gelenkschmerzen. Gelegentlich stellt sich Betroffenen auch die Frage: Sind es nun die Muskeln oder die Gelenke, die weh tun? 

Von Gelenkschmerzen sind vor allem ältere Menschen betroffen. Besonders häufig klagen Betroffene dabei über schmerzende Kniegelenke. In den meisten Fällen ist Arthrose – die Abnutzung der Gelenke – der Grund für Gelenkschmerzen. Von dieser Erkrankung ist in Österreich bei den 60- bis 74-Jährigen jeder fünfte Mann betroffen. Bei den Frauen in diesem Alter ist es sogar jede Dritte. Das zeigt bereits, dass Frauen häufiger von Gelenkschmerzen im Zuge der Arthrose betroffen sind als Männer. Bei den Frauen in der Altersgruppe über 75 ist sogar fast jede Zweite von Arthrose betroffen.

Arthralgie, Schmerzen in den Gelenken, schmerzende Gelenke - © AdobeStock/207508534

Gelenkschmerzen: Ursachen und vorbeugende Maßnahmen – © AdobeStock/207508534

Symptome und Anzeichen: Was sind Gelenkschmerzen?

Gelenkschmerzen sind – wie der Name schon sagt – Schmerzen, die ihren Ursprung im Bereich der Gelenke haben. Der medizinische Fachausdruck dafür ist Arthralgie. Prinzipiell kann jedes Gelenk Gelenkschmerzen auslösen. Das Knie ist am häufigsten von den entsprechenden Beschwerden betroffen. Immerhin ist es das größte Gelenk in unserem Körper. Betrifft der degenerative Abnutzungsprozess der Gelenke das Knie, so sprechen Medizinerinnen und Mediziner von der sogenannten Gonarthrose. Diese betrifft bei den über 60-jährigen Menschen bis zu neun von zehn Personen. Gelenkschmerzen haben damit eine erhebliche Bedeutung in der Gesellschaft. Gelenkschmerzen äußern sich – je nach Ursache – symptomatisch in folgenden Anzeichen und auch Begleiterscheinungen:

Einteilung der Gelenkschmerzen 

Schmerzende Gelenke sind ein vielfältiges Gebiet. Neben den vielen verschiedenen Gelenken im Körper können sich die Schmerzen auch ganz unterschiedlich anfühlen, zu verschiedenen Zeiten auftreten und in der Intensität variabel sein. Für die Diagnose werden Gelenkschmerzen nach den folgenden Kriterien eingeteilt:

Einteilung nach … So werden die Gelenkschmerzen eingeteilt
Rhythmus Man kann Gelenkschmerzen nach dem Rhythmus einteilen, in dem sie auftreten. Handelt es sich beispielsweise um einen Schmerz, der regelmäßig in Ruhe auftritt? Ist es ein Nachtschmerz der Gelenke oder handelt es sich eher um Morgensteifigkeit?
Dauer Ebenso lassen sich Gelenkschmerzen nach dem Beginn des Auftretens der Schmerzen einteilen. So gibt es jene, die innerhalb von Stunden einsetzen (akut), andere die sich über Tage erstrecken (subakut) und auch solche, die sich über mehrere Wochen hinziehen. Im letzten Fall spricht man von chronischen Gelenkschmerzen.
Schmerz Auch nach der Ausprägung des Schmerzes können die Gelenkschmerzen eingeteilt werden. In der Anamnese durch medizinisches Personal wird hierfür häufig mit Skalen gearbeitet, auf der Betroffene die Intensität des Schmerzes von „gar nicht vorhanden“ (= 0) bis hin zur unerträglichen Maximalschmerzgrenze (= 10) einteilen sollen.
Betroffenem Gelenk Bei der Einteilung nach betroffenem Gelenk unterscheidet man Gelenkschmerzen, die ein einziges Gelenk (monoartikulär) oder die bis zu vier Gelenke (oligoartikulär) betreffen. Handelt es sich um polyartikuläre Schmerzen in den Gelenken, spricht man davon, dass sich die Gelenkschmerzen über mehr als vier Gelenke erstrecken.
Verteilung Es ist möglich, Gelenkschmerzen nach ihrer Verteilung einzuteilen, also ob sie die kleinen Gelenke wie die Hand- oder Fingergelenke oder die großen Gelenke wie Hüfte oder Knie betreffen.

Schmerzende Fingergelenke – häufig betroffene Gelenke 

Gelenkschmerzen können also auch nach den entsprechend betroffenen Gelenken eingeteilt werden. Am häufigsten von degenerativ verursachten Gelenkschmerzen betroffen sind die Gelenke, die immer wieder große Belastungen aushalten müssen. Das sind im menschlichen Körper neben der Hüfte und den Sprunggelenken vor allem die Kniegelenke. Aber auch die Fingergelenke sind sehr oft von Gelenkschmerzen betroffen. Neben der Arthrose sind hier vor allem auch entzündliche Gelenkerkrankungen zu nennen, die Schmerzen verursachen. An den Fingern sind am häufigsten die End- und Mittelgelenke betroffen. Aber auch das Daumensattelgelenk ist in vielen Fälle Schmerzverursacher. Betrifft eine Arthrose dieses Gelenk am Daumen, spricht man in der Medizin auch von der sogenannten Rhizarthrose. Gelenkschmerzen in den Fingern sind für Betroffene auch deshalb so problematisch, da sie häufig das Verrichten von ganz alltäglichen Kleinigkeiten, wie das Schließen eines Reißverschlusses, verunmöglichen. 

Muskelschmerzen oder Gelenkschmerzen? 

Wenn der Bewegungsapparat schmerzt, so ist es für Betroffene häufig gar nicht so leicht, zu unterscheiden, was nun eigentlich vom Schmerz betroffen ist. Für einige Menschen ist es demnach schwierig, zu beurteilen, ob ihre Schmerzen von den Muskeln oder den Gelenken kommen. Ähnlich, wie einige Menschen bei Bauchschmerzen nicht genau sagen können, ob diese nun vom Magen oder vom Darm ausgehen. So kann es also sein, dass Betroffene glauben, Gelenkschmerzen zu verspüren, obwohl eigentlich umgebende Strukturen wie Sehnen, Bänder oder eben Muskeln betroffen sind. Während viele Menschen klassische Muskelschmerzen wie bei Verspannungen oder einem Muskelkater noch deutlich einordnen können, ist das bei anderen Muskel- oder Sehnenschmerzen verursachenden Grunderkrankungen gelegentlich nicht der Fall. Mögliche Ursachen für derartige, nicht von den Gelenken ausgehende Schmerzen können sein:

  1. Sehnenscheidenentzündung: Entzündungen der Sehnenscheiden können zu ziehenden Schmerzen – vor allem in Bewegung – im Bereich der Handgelenke führen.
  2. Fibromyalgie: Dabei handelt es sich um einen sogenannten „Faser-Muskel-Schmerz“, der als chronische Erkrankung den gesamten Körper betreffen kann.
  3. Schleimbeutelentzündung: An den Gelenken wie z. B. Ellenbogen, Knie oder Schulter können durch Überlastung, Infektionen oder Verletzungen schmerzhafte Schleimbeutelentzündungen entstehen.
  4. Muskelentzündung: Durch Viren, Bakterien oder Autoimmunerkrankungen hervorgerufene Entzündungen der Muskeln können ebenso Schmerzen verursachen.
  5. Muskeldystrophie: Bei dieser erblichen Muskelerkrankung ist die Fehlfunktion bestimmter Gene dafür verantwortlich, dass der Aufbau und die Funktion der Muskeln nicht wie erforderlich funktioniert und dadurch Muskelschwäche oder auch Muskelschmerzen entstehen können.
  6. Verletzungen: Eine Muskelzerrung verursacht häufig Muskelschmerzen. 

Ursachen für Gelenkschmerzen 

Ähnlich wie bei Muskelschmerzen sind auch die Gründe für Gelenkschmerzen äußerst vielfältig. Wir haben hier die wichtigsten Ursachen für schmerzende Gelenke zusammengefasst.

Arthrose Sie ist der verbreitetste Grund für schmerzende Gelenke, bei dem degenerative Prozesse in den Gelenken den Schmerz verursachen.
Arthritis Rheumatoide Arthritis heißt, dass die Gelenke entzündet sind und die Entzündung die Gelenkschmerzen verursacht.
Rheuma Rheuma ist ein Sammelbegriff für viele verschiedene Erkrankungen, die den gesamten Körper im Hinblick auf den Bewegungsapparat betreffen können.
Bakterien Borreliose-Bakterien können eine Lyme-Arthritis auslösen, die für Gelenkschmerzen sorgt.
Infektion Gelenkschmerzen können auch ein klassisches Begleitsymptom von Infektionen sein und treten beispielsweise gelegentlich mit Fieber bei Erkältungen auf.
Gicht Die Stoffwechselerkrankung kann Gelenkschmerzen verursachen. Die Gelenkschmerzen sind dabei häufig besonders stark.
Psyche In einigen Fällen können sich auch Belastungen der Psyche in Gelenkschmerzen äußern.

Was begünstigt Gelenkschmerzen 

Je nach Ursprung der Gelenkschmerzen können unterschiedliche Faktoren die Schmerzen beeinflussen. Folgende Punkte können dazu führen, dass die Gelenkschmerzen sogar noch begünstigt werden:

Diagnostik bei schmerzenden Gelenken 

Wenn Sie von Gelenkschmerzen betroffen sind, sollten Sie diese bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abklären lassen. Da die Ursachen für Gelenkschmerzen so vielfältig sind, sind es auch die entsprechenden, potenziellen Behandlungen. Daher sollten Sie die Gründe für Ihre Schmerzen in den Gelenken immer gründlich diagnostizieren lassen. Dafür stehen in der Medizin mehrere Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Dazu gehören: 

Behandlung und Therapieformen von Gelenkschmerzen 

Die Behandlung der Gelenkschmerzen richtet sich nach der zuvor diagnostizierten Ursache. Damit wird in erster Linie die Grunderkrankung behandelt. Das heißt, dass beispielsweise die Entzündung, Infektion oder Autoimmunerkrankung behandelt wird. Um die Symptome zu lindern, werden in der Therapie von Gelenkschmerzen entsprechend auch klassische Schmerzmittel eingesetzt. In einigen Fällen kann auch ein chirurgischer – zum Teil heute oft auch schon arthroskopischer, also minimalinvasiver, Eingriff angezeigt sein. Um die Beweglichkeit der Gelenke vor allem bei chronischen Gelenkschmerzen aufrecht zu erhalten, werden typischerweise zu den Behandlungsmethoden auch physikalische Therapien – wie etwa Bäder oder Anwendungen mit Wärme und Kälte – empfohlen. Gleichzeitig gibt es mittlerweile auch natürliche Präparate, die zur Behandlung von Gelenkproblemen eingesetzt werden. 

Vorbeugung & Tipps: Was hilft gegen Gelenkschmerzen 

Im Folgenden haben wir für Sie verschiedene Tipps und Maßnahmen zusammengefasst, die bei Gelenkschmerzen beachtet werden können. 

  1. Bewegungsbalance: Sorgen Sie dafür, sich ausreichend zu bewegen. Aber Achtung: Wenn Gelenkschmerzen gerade akut auftreten, sollten Sie den Gelenken Ruhe gönnen. Eine ausschließliche Schonung ist allerdings auch kritisch zu sehen, denn durch Schonhaltungen können wiederum andere Beschwerden entstehen und das betroffene Gelenk wird womöglich nicht ausreichend gut durchblutet.
  2. Ernährung: Sowohl um Gelenkschmerzen aufgrund entzündlicher Prozesse vorzubeugen, als auch um ihnen zu begegnen, sollte man auf Lebensmittel verzichten, die Entzündungen fördern. Das bedeutet, lieber einmal mehr zu pflanzlichen als zu tierischen Produkten greifen.
  3. Fitness: Auf die eigene Fitness zu achten, ist ein wesentlicher Bestandteil in der Prävention von Gelenkschmerzen. Denn Übergewicht begünstigt, wie weiter oben erwähnt, ihr Entstehen. Moderates, gelenkschonendes Ausdauertraining wie Radeln oder Schwimmen kann hier genauso wichtig sein, wie eine gesunde Form der Krafttrainings, mit dem Sie den gesamten Körper stärken.
  4. Hausmittel: Auch in der Welt der Hausmittel kennt man einige wertvoll Helfer gegen Gelenkschmerzen. Dazu gehören beispielsweise klassische Topfenwickel. Aber auch Senf- oder Bockshornkleewickel sollen bei Gelenkschmerzen helfen. Darüber hinaus gilt das Öl der Pfefferminze genauso wie Rosmarin- oder Eukalyptusöl (Achtung: Ätherische Öle in Apothekenqualität äußerlich immer sparsam und nach empfohlenem Verhältnis verdünnt anwenden!) als lindernd.

Zusammenfassung: Gelenkschmerzen 

Sie möchten noch einmal die wichtigsten Infos zu Gelenkschmerzen im Überblick sehen? Hier finden Sie diese auf einen Blick:

Allgemeines zu Gelenkschmerzen Gelenkschmerzen werden medizinisch Arthralgie genannt. Sie äußern sich neben den Schmerzen oft auch in Schwellungen sowie Rötungen und in Begleiterscheinungen wie Knirschen oder Steifigkeit.
Einteilung von Gelenkschmerzen Gelenkschmerzen können nach Rhythmus, Dauer, Schmerzintensität, betroffenem Gelenk und Verteilung eingeteilt werden.
Welche Gelenke häufig betroffen sind Besonders häufig sind im Alltag stark belastete Gelenke wie die Knie oder die Fingergelenke betroffen.
Muskel- oder Gelenkschmerzen? Nicht immer können Betroffene Gelenkschmerzen von Muskelschmerzen unterscheiden. Diese haben jedoch andere Ursachen.
Gründe für Gelenkschmerzen Die Gründe für Gelenkschmerzen können in Arthrose, Arthritis, bakterieller Entzündung, Erkältungen, Gicht oder Belastungen der Psyche liegen.
Das begünstigt schmerzende Gelenke Alter, nasskaltes Wetter, Übergewicht, Wechseljahre und Bewegungsmangel begünstigen Gelenkschmerzen.
Behandlung von Gelenkschmerzen Die Behandlung von Gelenkschmerzen richtet sich nach der zuvor diagnostizierten Ursache. Auch natürliche Präparate stehen hier mittlerweile zur Verfügung.
Vorbeugen und selbst behandeln Mit entsprechender Ernährung und Fitness können Sie vorbeugen, mit bestimmten Hausmitteln und ätherischen Ölen Gelenkschmerzen akut selbst lindern.

Quellen:

Österreichische Gesundheitsbefragung 2019, Chronische Krankheiten, Statistik Austria (abgerufen am 16.12.2021)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Prof. Dr. J. Stöve, S2k-Leitlinie, Gonarthrose (abgerufen am 16.12.2021)

Anästhesisten im Netz, MUSKEL- UND GELENKSCHMERZEN (abgerufen am 16.12.2021)

Darreichungsformen und Packungsgrößen

Zeel®-Salbe: 50 g, 100 g
Zeel®-Tabletten: 50 Stk., 250 Stk.

 

Gebrauchsinformation

Salbe zur Anwendung auf der Haut. Tabletten zum Einnehmen. Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

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