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Validation bei Demenz

Wenn das Gehirn nicht mehr mitspielt ist es für Menschen mit Demenz schwer sich in unserer Realität zurecht zu finden. Sie stoßen auf immer mehr und mehr Widerstände, fühlen sich verletzt und ziehen sich zurück. Um dem entgegen zu wirken gibt es die Methode der Validation, die sowohl Angehörigen erleichtert demenzerkrankte Familienmitglieder wertzuschätzen, als auch Pflegepersonal beim Umgang mit Demenzerkrankten hilft. Validation bedeutet das Verhalten anderer als valide (gültig) zu erklären, ohne es zu bewerten.

Überblick Validation bei Demenz

Validation bei Demenz: Definition

Validation ist definiert als eine Kommunikationsmethode, um mit dementen Menschen in Kontakt zu treten. Im Mittelpunkt steht eine einfühlsame Grundhaltung gegenüber den erkrankten Personen. Es ist wichtig die demente Person in ihren Gefühlen, Äußerungen und Handlungen ernst zu nehmen und zu unterstützen. Die Person sollte keinesfalls korrigiert oder belehrt, sondern in ihrer eigenen Realität unterstützt werden.

Methode nach Naomi Feil: Validation bei Demenzerkrankten

Die Kommunikationsmethode der Validation von der Gerontologin Naomi Feil stammt aus den 1990er-Jahren. Die Grundlage für ihre Methode bildet die Erkenntnis, dass demente Menschen immer die gleichen Fragen, Sätze und Handlungen aus nicht abgeschlossenen Lebenssituationen wiederholen. Da dieses Verhalten für Angehörige und nahestehende Menschen irrational wirkt, leidet die Kommunikation darunter. Validation bringt einen Perspektivenwechsel durch die Anerkennung der dementen Person.

Validation: Phasen der Demenz

Eine Demenzerkrankung verläuft in vier Phasen:

Phase Name Beschreibung
Phase 1 Mangelhafte Orientierung
  • Leichte Defizite
  • Verleugnung/Verstecken von beginnender Verwirrung
  • Scharm
  • Horten von Gegenständen
  • Zurückweisung von Nähe und Intimität
Phase 2 Zeitverwirrtheit
  • Verschlechterung von Sinneswahrnehmungen
  • Uhrzeit verliert an Bedeutung
  • Unsichere Gestik
  • Langsame Bewegungen
  • Rückzug in die Vergangenheit
  • Stellenwert der Gefühle steigt
Phase 3 Wiederholende Bewegungen
  • Sprachvermögen geht verloren
  • Sprache durch Bewegungen ersetzt
  • Kurze Konzentrationsdauer
Phase 4 Vegetieren
  • Nahestehende Personen werden nicht mehr erkannt
  • Bewegungslosigkeit
  • Vollkommener Rückzug von der Außenwelt

Die Phasen sind sehr unterschiedlich und so sind es auch die Techniken, die eingesetzt werden. Manche Vereinigungen (Rote Kreuz, Caritas, Kardinal König Haus) bieten Kurse für Angehörige zur Begleitung Demenzkranker mit Validation an.

Validation von Demenzerkrankten: Tipps

Phase Verbal Nonverbal
Phase 1: Mangelnde Orientierung
  • Erzähltes umformulieren
  • An Vergangenheit erinnern
  • Offene Fragen formulieren
  • Fragen nach Extremen: Gut oder Schlecht, oft oder nie, …
  • Distanz wahren
  • Spiegeln von Gestik und Mimik
Phase 2: Zeitverwirrtheit
  • Geschlossene Fragen stellen
  • Gefühlswörter verwenden
  • Tiefer Blickkontakt
  • Berührungen
  • Musik und Singen
Phase 3: Sich wiederholende Bewegungen
  • Spiegeln
  • Einfache Wörter verwenden
  • Tiefer Blickkontakt
  • Spiegeln von Bewegungen
  • Musik und Singen
Phase 4: Vegetieren
  • Positive Kommunikation – „Ich freue mich immer, wenn ich dich sehe!“
  • Selbstwertgefühl stärken
  • Gefühl von Sicherheit vermitteln
  • Aromatherapie
  • Berührungen
  • Musik und Singen

Validation auf den Punkt gebracht

Alte, desorientierte Menschen wiederholen Fragen, Sätze, Handlungen aus nicht abgeschlossenen Lebensabschnitten. Validation geht davon aus, dass Verhalten als validiert (gültig) angenommen wird, ohne zu beurteilen oder verurteilen.

Die Methode wird in Pflegeeinrichtungen von Pflegepersonen angewandt. Angehörige können Kurse zu Validation belegen – z.B. beim Roten Kreuz, Caritas oder Kardinal König Haus

Quellen

Validation: Ein Weg zum Verständnis verwirrter alter Menschen, Naomi Feil, V. de Klerk-Rubin, Ernst Reinhardt Verlag, 11 . Auflage 2017

Darreichungsformen und Packungsgrößen

 

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Tabletten zum Einnehmen. Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

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