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Pollenallergie (Heuschnupfen)

In Österreich ist die Pollenallergie (auch Heuschnupfen genannt) die am weitesten verbreitete Allergie. Rund die Hälfte aller Österreicher sind Allergiker und mit knapp 25 Prozent ist dabei die Pollenallergie die häufigste Form. Aus der laufenden Nase kann sich über die Jahre Asthma entwickeln, daher ist Vorsicht geboten.

Überblick Pollenallergie 

Bei einer Pollenallergie reagiert der menschliche Körper auf ungefährliche Stoffe wie Gräser oder Blütenpollen als wären es schädliche Eindringlinge. Das Immunsystem agiert daher wie bei einer Erkrankung und fährt seine Schutzarmee auf, die wiederum Symptome wie Schnupfen, gerötete Augen oder Husten verursacht.

Vielfach reagieren Pollenallergiker auf mehrere Pflanzenstoffe. Da die Blütenperioden in Österreich von Februar bis September dauern, kämpfen manche Betroffene somit bis zu acht Monate im Jahr mit mehr oder minder schweren Allergiesymptomen.

Heuschnupfen-Saisonen: Blütenperioden für Pollenallergiker im Überblick

Unterschiedliche Pflanzen blühen zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr. Grundsätzlich wird in Österreich zwischen drei wichtigen Blütenperioden unterschieden.

Frühling

Die erste Blütenperiode findet im Frühling von Februar bis April statt. In dieser Zeit blühen vor allem die Bäume. Besonders Hasel und Erle können bei bestimmten Wetterverhältnissen bereits im Februar blühen. Von etwa Mitte März bis in den April blüht die Birke, die ihrerseits teils besonders starke Pollenbelastungen verursacht.

Frühsommer

Unangenehme Zeiten bietet der Frühsommer für alle, die gegen Gräser und Getreide allergisch sind. Sie blühen von etwa Mai bis in den Juli hinein. Da Gräser und Getreide in ihrer botanischen Ausprägung miteinander verwandt sind, reagieren einige Menschen auf beides allergisch. Die zweite Blühperiode des Jahres ist für besonders viele Allergiker sehr intensiv.

Spätsommer

Von Juli bis September geht es im Spätsommer vor allem um die Blühperiode der Kräuter, zu denen auch Unkrautpflanzen zählen. Weit verbreitet ist in Österreich in der dritten Blühperiode die Allergie gegen Beifuß und vor allem die Allergie gegen Ragweed (das mit dem Beifuß übrigens verwandt ist) häuft sich hierzulande. Ragweed verbreitet sich äußerst schnell und es besteht der Verdacht, dass die Reizschwelle bei Ragweed-Pollen im Verhältnis zu anderen Pollenallergenen deutlich geringer ist. Es gibt daher in Österreich mittlerweile Maßnahmen, mit denen versuchet wird, die Wucherung dieser Pflanze einzudämmen.

Was sind die Symptome einer Pollenallergie (Heuschnupfen)

Das Wort Heuschnupfen ist nicht umsonst ein Synonym für die Pollenallergie, denn das häufigste Allergiesymptom in diesem Fall ist intensiver Fließschnupfen mit heftigen Niesattacken. Weitere gängige Symptome sind:

Warum sind Kreuzallergien bei Heuschnupfen und Pollenallergie so häufig?

Besonders beim Heuschnupfen kann es sein, dass sich durch die Pollenallergie eine sogenannte Kreuzallergie ergibt. Zu Kreuzreaktionen kommt es, wenn der Körper bestimmte Lebensmittel mit Pollen „verwechselt“. Das geschieht, weil manche Inhaltsstoffe von Pflanzen ähnlich aufgebaut sind wie gewisse Lebensmittelstrukturen. So sind sich beispielsweise Birkenpollen und Nüsse in ihrer Eiweißzusammensetzung relativ ähnlich.

Die Kreuzallergie Birke-Nüsse gehört daher zu den häufigsten aufgrund der botanischen Verwandtschaft. Birkenallergiker reagieren aber häufig auch auf Kernobst Äpfel, Birnen, Pfirsiche oder Kirschen. Die häufigsten Kreuzreaktionen finden Sie in der folgenden Tabelle im Überblick:

Gattung

Vertreter

Kreuzreaktionen mit

Birkengewächse

u.a. Birke, Hasel, Erle, Buche, Eiche, Kastanie, Plantage

u.a. Nüsse, Mandeln, Pfirsiche, Äpfel, Kirsche, Sellerie, Tomaten, Karotten, Avocado, Kiwi

Korbblütler

u.a. Ragweed, Beifuß, Gänseblümchen, Sonnenblume, Margerite, Kamille

u.a. Melone, Banane, Sellerie und Gewürze wie Anis, Oregano, Wermut, Estragon

Süßgräser und Getreide

u.a. Roggen, Raygras, Knäuelgras, Glatthafer

u.a. Getreidemehl, Erdäpfel, Tomaten, Bohnen, Erben, Soja, Erdnüsse

Warum kann ein Heuschnupfen bzw. eine Pollenallergie gefährlich werden

Die weiter oben genannten häufigsten Symptome sind an sich lästig und durchaus auch einschränkend – keine Frage. Aber bei der Pollenallergie geht es um mehr als lästige Symptome. Denn es kann bei Allergiesymptomen zu einem sogenannten „Etagenwechsel“ kommen. Das bedeutet, dass im Laufe der Jahre die Allergiesymptome nach unten wandern. Sprich: Wo vormals mit Schnupfen auf Pollenallergene reagiert wurde, kann das Symptom in die Lunge wandern, wodurch man statt mit Schnupfen mit Asthma bronchiale reagieren kann.

Und das ist gar nicht so selten. Im Gegenteil: Bis zu 50 Prozent aller Pollenallergiker, die sich nicht behandeln lassen, entwickeln innerhalb von fünf bis 15 Jahren der Allergie Asthma! Bei Allergikern, die sich therapieren lassen, sind das nur mehr zehn bis 20 Prozent der Betroffenen. 

Habe ich eine Pollenallergie? Wie der Heuschnupfen diagnostiziert wird

Gerade aufgrund der möglichen gefährlichen Verlagerung der Allergie von der Nase in die Lunge ist es wichtig, eine Pollenallergie frühzeitig zu erkennen und den Heuschnupfen behandeln zu lassen. Auch die rein symptomatische Behandlung der Beschwerden kann sinnvoll sein, um den Körper zu entlasten. Ob überhaupt eine Allergie vorliegt, stellt der Arzt mit folgenden Methoden fest:

Heuschnupfen-Therapie: Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es bei Pollenallergie?

Die Behandlung einer Pollenallergie fußt wie die Therapie aller Allergieformen auf drei Säulen:

  1. Vermeidung der Allergene
  2. Behandlung der Symptome der Pollenallergie
  3. Ursächliche Behandlung des Heuschnupfens

Möglichkeiten zur Allergenvermeidung bei Pollenallergie bzw. Heuschnupfen

Es gibt unterschiedliche Varianten, um die Allergenbelastung bei einer Pollenallergie zu verringern oder gar zu vermeiden. Dazu gehören folgende Maßnahmen:

Fenster schließen oder präparieren

Gerade für Pollenallergiker ist es wichtig, die Pollen so gut wie möglich aus dem Wohnraum fernzuhalten. Auch wenn es im Frühling und Sommer noch so verlockend scheint: Bitte halten Sie in der Blütenperiode, in der Sie betroffen sind, die Fenster großteils geschlossen. Gelüftet muss natürlich trotzdem werden, diesbezüglich ist es wichtig, den zweiten Punkt zu beachten. Sie können aber auch spezielle Pollenschutzgitter am Fenster montieren, die die Allergene abhalten können.

Pollenflug kennen

Die Pollenkonzentration in der Luft ist auch während der Blütezeit nicht konstant. Abhängig von Wind und Wetter variiert die Allergenbelastung im Freien im Laufe des Tages und der Nacht teilweise deutlich. Der Österreichische Pollenwarndienst bietet übersichtliche Stunden-Prognosen, wann die Belastung eher niedrig ist. Es ist ratsam, in dieser Zeit zu lüften und auch die Aktivitäten im Freien danach zu planen.

Kleidung wechseln

Während der Blütensaison der Pflanzen, auf die Sie allergisch reagieren, sollten Sie Kleidung, die sie draußen tragen, strikt beim Nachhausekommen wechseln. Bitte dann mit der getragenen Kleidung auch gleich ab in den Wäschekorb und sie keinesfalls im Schlafzimmer ablegen. Auch Schuhe sollten in dieser Zeit am besten gleich vor der Haustür stehen bleiben.

Tätigkeiten im Freien einschränken

Ganz gleich ob notwendige Gartenarbeit oder sportliche Aktivitäten: Gerade in der Hochphase der Blüte kann es durchaus ratsam sein, die Tätigkeiten und Aktivitäten im Freien einzuschränken. Wenn es das Unkraut im Garten oder der Trainingsplan gar nicht anders zulässt, sollte man sich mit Pollenflug-Apps zumindest die Zeitfenster des Tages mit der geringsten Allergenbelastung dafür aussuchen.

Pollenfilter

Auch beim Autofahren sollten Sie auf die Verringerung der Allergenbelastung achten. Halten Sie auf alle Fälle die Fenster geschlossen bzw. informieren Sie sich über den Einbau eines speziellen Pollenfilters fürs Auto.

Rauchen vermeiden

Sowohl aktives als auch passives Rauchen reizt die Atemwege zusätzlich und kann die Ausprägung der Allergiesymptome verstärken. Verzichten Sie aufs Rauchen und versuchen Sie, sich auch dem Passivrauch nicht zu sehr auszusetzen.

Wäsche drinnen trocknen

So verlockend es auch sein mag, die Sonne zum Trocknen von Wäsche zu nutzen: In der Pollensaison sollten Allergiker darauf auf alle Fälle verzichten.

Haare waschen

Pollen setzen sich in den Kopfhaaren fest. Auch bei langen Haaren gilt in der Allergiesaison: Bitte vor dem Zubettgehen die Haare waschen. Ansonsten sind Sie auch während der Nacht den belastenden Allergenen ständig ausgesetzt.

Heuschnupfen-Symptome: Behandlung der Ausprägung einer Pollenallergie

Um die oft quälenden Symptome des Heuschnupfens zu lindern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dazu gehören Nasensprays, Inhalationssprays, Augentropfen oder auch Antihistaminika. Mittlerweile gibt es aber auch wirksame natürliche Arzneimittel, die frei von Nebenwirkungen gegen die gängigsten Symptome der Pollenallergie wie Niesen, laufende Nase, tränende Augen und Hautirritationen wirken.

Immunisierung bei Allergie – Allergen-Spezifische Immuntherapie

Die sogenannte Allergie-Immunisierung ist derzeit das Mittel der Wahl, wenn es um die Beseitigung der allergischen Reaktion an sich geht. Der medizinische Fachbegriff für diese Therapiemethode lautet „Allergen-Spezifische Immuntherapie“ und wird mit AIT abgekürzt. Diese Art der Behandlung ist auch unter den Begriffen Hyposensibilisierung, Desensibilisierung und Allergie-Impfung bekannt.

„Impfung“ wird die Therapie sowohl aufgrund der verbreiteten Darreichungsform der Injektion genannt als auf aufgrund der Wirkungsweise. Bei der AIT wird dem Patienten nämlich in kontrollierten Dosen das Allergen verabreicht, so dass sich der Körper letztlich daran gewöhnt und „lernt“, dass er gegen die an sich harmlosen Erreger nicht kämpfen muss. Zu diesem Zweck wird zum Beispiel einem Gräserallergiker eine sehr geringe Menge des Allergens verabreicht. Diese Menge wird im Laufe der Behandlungsdauer gesteigert, bis der Körper im Idealfall gänzlich gegen das Allergen „immunisiert“ ist.

Dabei gibt es zwei Verabreichungsformen:

  1. Subkutane Immuntherapie: Bei dieser Form wird das Allergen unter die Haut in den Oberarm gespritzt. Die Injektionen enthalten dabei mit jedem Mal steigende Allergenkonzentrationen, bis eine bestimmte Dosis erreicht ist, die der Patient dann für etwa drei Jahre ca. alle vier bis sechs Wochen verabreicht bekommt. Bei dieser Form der Behandlung müssen Patienten noch etwa eine halbe Stunde in der Praxis verbleiben, um bei schweren Allergiereaktionen – wie zum Beispiel einem anaphylaktischen Schock – in ärztlicher Betreuung zu sein.
  2. Sublinguale Immuntherapie: Wer sich nicht gerne alle paar Wochen stechen lassen möchte, hat die Möglichkeit, die Allergene in Form von Tropfen zu sich zu nehmen. Dies muss allerdings täglich geschehen, kann im Gegensatz zur subkutanen Darreichungsform jedoch nach einer ärztlichen Grunduntersuchung und Verschreibung alleine zu Hause durchgeführt werden.

Die Behandlung kann zu einer deutlichen Verbesserung der Allergiebeschwerden führen und in manchen Fällen sogar für eine gänzliche Beschwerdefreiheit sorgen. Der Erfolg ist aber prinzipiell von der Art der Allergie, ihrer Ausprägung und der individuellen Situation des Patienten abhängig. Ein ausführliches Anamnesegespräch vor Beginn einer „Allergen-Spezifischen Immuntherapie“ ist daher unbedingte Voraussetzung.

Quelle: https://www.lungenunion.at/index.php/erkrankungen/atemwege/allergien/was-sind-allergien/18-heuschnupfen (aufgerufen am 10.02.2020)

Darreichungsformen und Packungsgrößen

Adrisin®-Tabletten: 50 Stück

 

Gebrauchsinformation

Tabletten zum Einnehmen. Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

 

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