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Wenn der Magen übersäuert: Auswirkungen und was Sie dagegen tun können

Der Saft in unserem Magen, der besser unter dem Begriff der in ihm enthaltenen „Magensäure bekannt ist, ist wesentlicher Bestandteil unserer Verdauung. Ist zu wenig oder zu viel Magensäure in unserem Verdauungsorgan, kann dies zu einer Vielzahl von Verdauungsbeschwerden führen. Dazu gehören Sodbrennen, Schmerzen, Blähungen oder Völlegefühl.

Wenn das Wort „Magensäure“ fällt, denken wahrscheinlich viele Menschen an Worte wie „aggressiv“ oder „schädlich“. Dabei ist die Magensäure ein ganz wichtiger Bestandteil unseres Magensaftes, den wir wiederum für die Verdauung brauchen. So lange die Magensäure in angemessenem Verhältnis in unserem Magen vorhanden ist, ist alles in Ordnung. Probleme entstehen erst, wenn es nicht mehr in Balance ist.

Was ist die Magensäure bzw. der Magensaft?

Die Magensäure ist ein zentraler Teil des Magensafts, der als eine eher dickflüssige, klare Flüssigkeit eine wichtige Rolle bei unserer Verdauung spielt. Die Magenschleimhaut gibt diese an Enzymen reiche Flüssigkeit ab. Sie besteht zum Teil aus Wasser und Salzsäure, ihr pH-Wert liegt zwischen 1,0 und 1,5. Bis zu drei Liter dieses Magensaftes produzieren wir jeden Tag.

Welche Funktion hat die Magensäure?

Wenn wir essen und sich dadurch unser Magen dehnt, aber teilweise sogar schon, wenn wir Essen nur riechen oder ansehen, produzieren bestimmte Zellen im Magen vermehrt Magensäure. Die Magensäure ist unerlässlich für die Verdauung der Nahrung, die wir zu uns nehmen. Der Magensäure kommen demnach verschiedene wichtige Funktionen zu:

  1. Die Magensäure ist daran beteiligt, dass der Speisebrei zersetzt wird.
  2. Wichtige Nährstoffe wie Spurenelemente und Vitamine werden mithilfe der Magensäure im Magen aufgespalten.
  3. Damit der Speisebrei ideal weiterverarbeitet werden kann, stimuliert die Magensäure verdauungswichtige Enzyme, die im Magensaft vorhanden sind.
  4. Die Säure des Magens ist aber gleichzeitig mit dafür verantwortlich, dass bestimmte schädliche Mikroorganismen vernichtet werden. Es gibt nur wenige Bakterien, die gegen die starke Magensäure resistent sind.

Zu wenig Magensaft: Auswirkungen und Symptome

Dass zu viel Magensäure bestimmte Beschwerden (siehe hier) verursachen kann, wissen die meisten. Dahingegen überrascht es teilweise, dass auch zu wenig Magensäure Probleme verursacht. Medizinisch nennt man das Phänomen, bei dem die Magenschleimhaut zu wenig Salzsäure bildet, Hypochlorhydrie oder auch Achlorhydrie. Wenn eine solche Unterfunktion des Magens vorliegt, kann sich das in folgenden Symptomen zeigen:

Gerade Sodbrennen wird normalerweise mit zu viel Magensäure in Verbindung gebracht. Aber auch ein Mangel kann das unangenehme Gefühl hervorrufen. Grund dafür ist, dass die durch den Mangel nicht ausreichend verdaute Nahrung im Magen zu gären beginnt und sich in die Speiseröhre zurückstauen kann, weil sie der Dünndarm aufhält. Neben Stress können auch gewisse chronische Formen der Gastritis oder eine dauerhafte Einnahme von klassischen Magensäurehemmern Grund für den Magensäuremangel sein. Auch das zunehmende Lebensalter scheint das Risiko für einen solchen Mangel zu erhöhen.

Behandlung von zu wenig Magensäure

In der Behandlung von zu wenig Säure im Magensaft sind Bitterstoffe vor allem in der ganzheitlichen Medizin wesentlicher Bestandteil, da sie die Magensäfte anregen können. Brokkoli, Grapefruit und Ingwer gelten hier beispielsweise als Lebensmittel, die sich günstig auswirken können. Gleichzeitig wird bei zu wenig Magensäure empfohlen, einen zu fordernden Lebensstil zu hinterfragen, Stress zu reduzieren und mehr Erholung in den Alltag einzubauen. Ist der Mangel zu ausgeprägt, können allerdings auch spezielle Medikamente zum Einsatz kommen, die Ihr Arzt im Fall des Falles verschreiben wird.

Welche Ursachen zu einem übersäuerten Magen führen können

Stress gilt aber auch als wesentlicher Faktor in der Entstehung von zu viel Magensäure. Neben der Einnahme bestimmter Medikamente, speziellen Bakterien oder anderweitig ärztlich behandlungsbedürftigen Grunderkrankungen gehören dazu vor allem aber auch sogenannte Lifestyle-Faktoren.  Dazu zählen etwa:

Symptome von zu viel Magensäure

Ist im Magen zu viel Säure vorhanden, zeigt sich das beispielsweise durch die folgenden Beschwerden.

Durch den sogenannten „stillen Reflux“, bei dem der Rückfluss vom Magensaft in die Speiseröhre quasi unbemerkt geschieht, kann zu viel Magensäure unter anderem auch zu den folgenden Beschwerden führen, die man ansonsten normalerweise eher mit anderen Ursachen in Verbindung bringt: 

Was Sie bei übersäuertem Magen tun können

Um wieder Balance in Ihren Säurehaushalt im Magen zu bringen, ist es – wie bei zu wenig Magensäure – ratsam, Ihren Lebensstil so gesund wie möglich zu gestalten. Darüber hinaus können folgende Handlungsweisen in akuten Fällen hilfreich sein.

Da sowohl zu wenig als auch zu viel Magensäure nicht nur ernstzunehmende Ursachen haben können, sondern gleichsam behandlungsbedürftige Beschwerden hervorrufen können, ist bei anhaltender Symptomatik immer ein Arzt zu Rate zu ziehen.

Quelle

„Allgemeine Anatomie, Rücken, Bauch, Becken, Bein“, 1953, https://books.google.de/books?id=vpWKn7fVpE8C&pg=PA167&lpg=PA167&dq=Magensaft+Succus+gastricus&source=bl&ots=Tw3az7BgWW&sig=asJcho7ysNuIjJqbEwwMLbO78Qg&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwj2sdj4ybHZAhUJbFAKHUIEAKAQ6AEIMDAB#v=onepage&q=Magensaft%20Succus%20gastricus&f=false (abgerufen am 25.08.2020)

Stille Reflux: Magensaft im Rachen https://www.apotheken-umschau.de/Magen/Stiller-Reflux-Magensaft-im-Rachen-554461.html (abgerufen am 25.08.2020)

Magensaft, https://flexikon.doccheck.com/de/Magensaft (abgerufen am 25.08.2020)

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