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Verschüttelt und verrieben – alles zur Herstellung von Homöopathie

Jeder hat sie schon einmal gesehen: Die kleinen weißen Kügelchen namens Globuli.Wie werden diese Arzneimittel der Homöopathie eigentlich hergestellt? Und welche Prinzipien gibt es dabei zu beachten?

Globuli, Dilutionen, Tabletten, Salben, Pastillen – auch wenn die Homöopathie in vielen Darreichungsformen angeboten wird, sind Globuli und Dilutionen die bekanntesten Formen homöopathischer Arzneimittel.

Herstellung in der Homöopathie – darf das jeder?

Homöopathische Arzneimittel unterliegen wie jedes andere Arzneimittel dem österreichischen Arzneimittelgesetz. Basierend auf einer gültigen Herstellungserlaubnis zur Herstellung und Verpackung von Homöopathika werden am Standort in Wien Liesing Tabletten, Globuli und Dilutionen von Hand produziert. Der Produktionsbetrieb unterliegt regelmäßigen gesetzlichen Kontrollen durch das BASG.

Homöopathie-Herstellung bei Schwabe: Moderne trifft auf Tradition

Am Wiener Standort der Firma Schwabe wird auf modernste Herstellungsstandards nach den nationalen und internationalen GMP-Richtlinien gesetzt, gepaart mit dem Fokus auf traditionelle Herstellungskunst. GMP steht für  „Good Manufacturing Practice“. Also übersetzt in etwa „Gute Herstellungspraxis“. Dazu gehört, dass alle Hygienevorschriften streng eingehalten werden, eine GMP-gerechte Bauweise und Ausstattung vorhanden ist und dass über qualifizierte Lüftungsanlagen sowie Monitoringsysteme verfügt wird. Das Produktionspersonal wird regelmäßig zu den Herstellungsvorschriften des HAB und des Ph.Eur. (Europäisches Arzneibuch) geschult.

Aber natürlich braucht es auch reinraumgrecht geschultes Personal, da alle Produktionsräume reinraumgerecht betreten werden müssen. Dazu gehört unter anderem:

Traditionelle Herstellung mit Handverschüttelung

Bei Schwabe  wird in der Herstellung der Arzneimittel in der Homöopathie auf Bewährtes gesetzt. Die Herstellungsweise, die schon der Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann, entwickelt und beschrieben hat, wird in den Monographien und Herstellungsvorschriften des HAB und Ph.Eur. fortgeführt.  Die bei Schwabe Austria hergestellten Arzneimittel werden nach den Vorgaben Hahnemanns, die im Homöopathischen Arzneibuch beschrieben sind, per Hand verschüttelt oder verrieben.

Herstellung in der Homöopathie durch Verreibung und Verschüttelung

Für die Herstellung von Homöopathika wird ein flüssiger oder fester Ausgangsstoff benötigt. Dieser zertifizierte Ausgangsstoff wird im Schwabe-Labor nach strengen Richtlinien geprüft, um die besonders hohe Qualität der Arzneimittel zu garantieren.

Bei flüssigen Ausgangsstoffen wird ein Teil mit einem Wasser-Alkohol-Gemisch händisch verschüttelt.. Das erfolgt in genauen Potenzschritten, bei denen geschulte Mitarbeiter auf das von Hahnemann beschriebene Lederkissen klopfen und damit den Inhalt verschütteln.

Bei Globuli handelt es sich um kleine Saccharosekügelchen und nicht wie oft angenommen um Milchzuckerkügelchen, die mit dem wie oben beschriebenen flüssigen Arzneimittel in der gewünschten Potenz imprägniert werden. Sie sind die bekannteste Form homöopathischer Arzneimittel.

Bei der Herstellung von Tabletten wird – analog zur Produktion flüssiger Arzneimittel – ein Teil des Ausgangsstoffes mit den jeweils entsprechenden Teilen Milchzucker verrieben.

Wie viele Arzneimittel der Homöopathie werden hergestellt

Am Wiener Standort von Schwabe werden jährlich etwa 20.000 kg Tabletten und 8.000 kg Globuli produziert. Das homöopathische Einzelmittelsortiment umfasst 534 registrierte Substanzen in den Potenziersystemen D, C und LM. Mit den unterschiedlichen Darreichungsformen, also flüssige Lösungen – die sogenannten Dilutionen –, Globuli und Tabletten ergibt das eine Vielfalt von ungefähr 500.000 Artikeln, wovon ca. 1.200 ständig lieferbar sind. Jedes Jahr werden ca. 50.000 homöopathische Artikel individuell am Wiener Standort gefertigt

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