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Der weibliche Intimbereich

Der weibliche Intimbereich besteht aus vielen verschiedenen Bereichen, zu dem auch die äußeren Geschlechtsorgane der Frau gehören. Diesen Bereich nennt man Vulva. Neben den äußeren Geschlechtsteilen werden auch die inneren Geschlechtsorgane zum weiblichen Intimbereich gezählt.

Der weibliche Intimbereich ist komplex aufgebaut. Wie alle anderen Organe können auch innere sowie äußere Geschlechtsorgane erkranken. Um weiblichen Intimproblemen – wie beispielsweise die durch Bakterien verursachte Bakterielle Vaginose oder Scheidenpilz – vorzubeugen, benötigt es Wissen rund um den Aufbau und die Funktionen des weiblichen Intimbereichs sowie zum Erhalt einer ausgewogenen Scheidenflora.

Der Intimbereich wird in innere und äußere Geschlechtsorgane unterteilt. Die Gesamtheit der äußeren Geschlechtsorgane wird „Vulva“ genannt. Die Vulva gilt als besonders empfindsam und ist für viele Frauen eine ihrer erogensten Zonen. Zu ihr gehören der Venushügel, die Schamlippen, die Klitoris sowie der Scheidenvorhof und seine Drüsen. Der Eingang zur Vagina wird bereits zu den inneren Geschlechtsorganen gezählt. Vulva und Vagina sind also nicht das gleiche.

weibliche Genitalien, Sexualorgane - © AdobeStock/279115681_adaptiert

Weiblicher Intimbereich: Aufbau und Funktionen – © AdobeStock/279115681_adaptiert

Überblick zum weiblichen Intimbereich

Aufbau des weiblichen Intimbereichs Der Intimbereich der Frau wird in innere und äußere Geschlechtsorgane unterteilt.
Äußere Geschlechtsorgane der Frau Sie werden unter dem Begriff Vulva zusammengefasst und bestehen aus Venushügel, Klitoris, äußeren sowie inneren Schamlippen und den Scheidenvorhofdrüsen.
Innere Geschlechtsorgane der Frau Vagina, Muttermund, Eileiter und Eierstöcke sowie die Gebärmutter bilden die inneren Geschlechtsorgane des weiblichen Intimbereichs.
Funktion des weiblichen Intimbereichs Der äußere Intimbereich ermöglicht sexuelle Erregung sowie Geschlechtsverkehr. Die inneren Geschlechtsorgane dienen der Fortpflanzung, also der Schwangerschaft und der Geburt.
Infektionen im weiblichen Intimbereich Infektionen der Scheide, wie beispielsweise Scheidenpilze oder Bakterielle Vaginose, sind keine Geschlechtskrankheiten, da beide Infektionen unabhängig vom Geschlechtsverkehr entstehen können.
Vorbeugung von Infektionen im weiblichen Intimbereich Eine gesunde Scheidenflora kann nicht nur durch die bekannte vaginale Zufuhr von Milchsäurebakterien unterstütz werden. Gerade die orale Einnahme spielt bei einem intakten Vaginalmilieu eine wichtige Rolle.

Aufbau des äußeren weiblichen Intimbereichs

Insgesamt besteht der äußere weibliche Intimbereich, die Vulva, aus:

Die Schamlippen: Wichtige Schutzfunktion des weiblichen Intimbereichs

Die inneren Schamlippen bilden die äußere Schutzbarriere für die Vagina. Sie verhindern die Austrocknung des sensiblen Bereiches und bilden gleichzeitig eine Barriere gegen Fremdkörper oder Bakterien. Daher ist auch von den immer häufiger werdenden kosmetischen Eingriffen zur Kürzung der inneren Labien, wie die Schamlippen in der Fachsprache genannt werden, dringend abzuraten. Denn die Schamlippen sind ein erogener Bereich der Frau und haben eine wichtige Schutzfunktion. Auch aufgrund der Zunahme kosmetischer Eingriffe im weiblichen Intimbereich setzen sich gerade im Umfeld der Body Positivity-Bewegung neue Begriffe für die früher als „großen und kleinen Schamlippen“ bezeichneten Bereiche des weiblichen Intimbereichs durch.

Denn die Vulva von Frauen ist höchst individuell. Nicht bei allem Frauen bedecken die „großen“ Schamlippen die „kleinen“. Im Gegenteil: Bei vielen Frauen ragen die als „klein“ bezeichneten Schamlippen deutlich aus den als „groß“ bezeichneten hervor – der Begriff „klein“ vermittelt dabei allerdings, dies wäre nicht normal. Statt klein und groß werden in einem bewussten Umfeld heute eher die Begriffe „innen“ und „außen“ verwendet. Einige Menschen verzichten auch bewusst auf das Wort „Scham“-Lippen. Das Argument: Es gibt keinen Grund, Scham für die Vulva zu empfinden. Immer öfter hört man daher Begriffe wie „Vulvalippen“, „Liebeslippen“ oder „Venuslippen“.

Die Klitoris: Sexuelles Stimulationszentrum

Die Klitoris gilt als sexuelles Stimulationszentrum im weiblichen Intimbereich. Sie wird auch Kitzler genannt und verfügt über besonders viele sensitive Nervenenden. Bei sexueller Erregung wird Blut in die Klitoris gepumpt, wodurch sich diese im äußeren Bereich der Vulva vergrößert. Sie zeigt sich bei Frauen als eine Art „Knubbel“ am oberen Ende der inneren Labien in ganz unterschiedlichen Größen. Ihre wahre Größe befindet sich allerdings im Inneren des weiblichen Körpers: Bis zu 13 cm lang kann die Klitoris sein! Viel zu viele Jahrzehnte wurde ignoriert, dass es sich bei der Klitoris um ein faszinierendes Organ handelt, das sich zum Großteil im inneren der Frau befindet. Der kleine, sichtbare Teil am oberen Rand des Scheideneingangs ist damit sozusagen nur die Spitze des empfindsamen und faszinierenden Lusteisberges, der übrigens ein Leben lang weiter wächst.

Die Bartholin-Drüsen

Die Scheidenvorhofdrüsen – auch als Bartholin-Drüsen bezeichnet – haben eine zentrale Bedeutung für die Weiblichkeit und trotzdem ist ihre intime Funktion beinahe unbekannt. Diese beiden Drüsen sind es, die sich etwa erbsengroß im unteren Teil der äußeren Schamlippen neben dem Scheideneingang befinden. Sie sind es, die die Feuchtigkeit produzieren, die entsteht, wenn eine Frau sexuell erregt ist. Medizinisch nennt sich dieser Vorgang Lubrikation.

Aufbau des inneren weiblichen Intimbereichs

Insgesamt bestehen die inneren weiblichen Geschlechtsorgane aus:

Die Vagina: Verbindung innerer und äußerer Geschlechtsorgane

Die Vagina, auch Scheide genannt, gilt als Verbindung zwischen inneren und äußeren Geschlechtsorganen der Frau. Dabei handelt es sich um einen rund 10 cm langen, muskulären Schlauch, der dehnbar ist und beim Geschlechtsverkehr den Penis des Mannes aufnimmt. An ihrem oberen Ende befindet sich der Muttermund. Durch ihn können männliche Samenzellen in die Gebärmutter eindringen. Es ist auch dieser Bereich, der sich während der Geburt dehnt, um dem Baby Platz für den Weg nach draußen zu machen. Die Vagina an sich ist übrigens deutlich weniger empfindsam als beispielsweise die Klitoris.

Darum kann es Frauen durchaus verunsichern, wenn immer wieder vom vaginalen Orgasmus die Rede ist. Denn viele Frauen benötigen die klitorale Stimulation, um zum sexuellen Höhepunkt zu gelangen. Dabei scheint nach neuesten Erkenntnissen der rein vaginale Orgasmus ohnehin ins Reich der Märchen zu gehören. Denn seit Forschenden die tatsächliche Größe der Klitoris im inneren des Körpers bewusst ist, wird davon ausgegangen, dass auch ein quasi „vaginaler Orgasmus“ eigentlich durch die Stimulation der Klitoris – nur eben von innen – zustande kommt.

Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter: Funktionen des inneren weiblichen Intimbereichs

Während der äußere weibliche Intimbereich den Geschlechtsverkehr ermöglicht und entsprechende Nervenzellen dabei für lustvolle Erregung sorgen, ist die Funktion der inneren Organe des weiblichen Intimbereichs in der Fortpflanzung zu finden. Die Eierstöcke bilden wichtige weibliche Hormone, wie z. B. Östrogen, und in ihnen reifen auch die Eizellen, die von den Samenzellen des Mannes befruchtet werden können. Die Eileiter – medizinisch auch Tuben genannt – sind wiederum die Verbindung zur Gebärmutter (Uterus). Durch die Eileiter wandert die Eizelle in den Uterus. Auf ihrem Weg dort hin kann sie befruchtet werden. Die birnenförmige Gebärmutter ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet, in die sich die befruchtete Eizelle einnisten kann. In der Schwangerschaft dehnt sich der Uterus mit dem Kind aus. Kommt es nicht zu einer Schwangerschaft, wird im Zuge der monatlichen Periode die aufgebaute Schleimhaut abgestoßen. Es kommt zur Regelblutung.

Bei der Geburt dehnt sich übrigens nicht nur, wie oben erwähnt, der Muttermund, sondern ebenso der Beckenboden. Darum setzen viele Frauen auf Beckenbodentraining nach der Schwangerschaft zur Rückbildung. Es ist aber auch generell empfehlenswert, um Inkontinenz vorzubeugen. Einige Frauen beschreiben auch, dass sie durch einen trainierten Beckenboden den Sex als intensiver erleben.

Infektionen im weiblichen Intimbereich

Wie in vielen anderen Bereichen unseres Körpers gibt es auch in der Scheide eine Vielzahl an sogenannten „guten“ Bakterien, die dafür sorgen, dass die Scheidenflora im Gleichgewicht ist. Konkret geht es hier um die sogenannten Milchsäurebakterien, die daran beteiligt sind, dass das Milieu in der Vagina einem sauren pH-Wert entspricht. Gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance, kann das Infektionen begünstigen.

Ausfluss als Zeichen von Problemen im weiblichen Intimbereich: Pilz & Vaginose

Der weibliche Ausfluss hat primär eine wichtige Funktion: Er ist Teil des faszinierenden Systems, mit dem sich die Vagina selbst reinigt. So lange der Ausfluss geruchlos und milchig-weiß ist, ist alles in Ordnung. Außerdem kann sich der Ausfluss im Laufe des Zyklus verändern. Rund um den Eisprung nimmt er häufig in der Menge etwas zu und erinnert beispielsweise an Eiklar. Wenn der Ausfluss plötzlich jedoch eine ganz andere Farbe annimmt, bröckelig wird, die Menge deutlich stark zunimmt oder Sie einen unangenehmen Geruch feststellen, sollten Sie umgehend einen Termin bei der Gynäkologin oder dem Gynäkologen vereinbaren. Dies könnte ein Hinweis auf Infektionen im Vaginalbereich wie beispielsweise ein Scheidenpilz oder eine bakterielle Vaginose sein.

Übrigens: Weder bei einem Scheidenpilz noch bei einer bakteriellen Vaginose handelt es sich um eine Geschlechtskrankheit. Eine solche ist per Definition eine Krankheit, deren Symptome sich primär an den Geschlechtsorganen zeigen und die vor allem durch Geschlechtsverkehr übertragen wird. Sowohl Pilze als auch eine Bakterielle Vaginose können völlig unabhängig vom Geschlechtsverkehr entstehen.

Infektionen im weiblichen Intimbereich vorbeugen

Wenn es darum geht, die Scheidenflora aufrecht zu erhalten oder sie wieder aufzubauen, hört und liest man immer wieder von Hausmitteln, die leider gelegentlich sogar das Gegenteil bewirken können. Der weit verbreitete Tipp, einen in Joghurt getränkten Tampon einzuführen, wenn das Milieu aus dem Gleichgewicht ist, ist in Studien nicht belegt und kann im schlimmsten Fall sogar dafür sorgen, dass erst Recht Infektionen entstehen. Wirklichen Schutz vor dem Eindringen von Bakterien bieten allerdings gewisse vorbeugende Maßnahmen, wie das Einführen spezieller Schutztampons.

Ist die Scheidenflora etwa nach einer Antibiotikatherapie oder durch Stress aus dem Gleichgewicht, werden von Gynäkologinnen und Gynäkologen oft Vaginalkapseln oder -tabletten empfohlen, die Milchsäurebakterien enthalten, um das gesunde Milieu der Scheide wieder aufzubauen. Es ist aber auch möglich, Milchsäurebakterien oral durch entsprechende Präparate – sogenannte Probiotika – zuzuführen. Auch diese können so im Körper aufgenommen werden, dass dadurch das ausgewogene Scheidenmilieu unterstützt und Infektionen im weiblichen Intimbereich vorgebeugt wird.

Hygiene: Weniger ist bei der Vorbeugung von Infektionen im Intimbereich mehr

Um Infektionen im weiblichen Intimbereich vorzubeugen, sollten Sie auf eine sanfte sowie möglichst natürliche Reinigung setzen. Duftende Intimlotionen, Scheidenspülungen oder mehrmals tägliches Waschen gehören damit ganz und gar nicht zu einer idealen Intimhygiene. Im Gegenteil – Duftstoffe und andere Inhalte in Intimwaschgels oder sonstiger Kosmetik können das empfindliche Gleichgewicht in der Vagina stören und so erst recht für Infektionen anfällig machen. Sofern alles in Ordnung ist, wird von Gynäkologinnen und Gynäkologen empfohlen, den weiblichen Intimbereich am besten nur mit Wasser einmal täglich äußerlich gründlich zu reinigen. In manchen Fällen kann es ratsam sein, dass speziell auf den Intimbereich der Frau zugeschnittene Waschgels Verwendung finden. Am besten besprechen Sie dies mit Ihrer Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt oder Sie lassen sich in der Apotheke beraten.

Zusammenfassung: Weiblicher Intimbereich

Hier finden Sie die wichtigsten Fakten zum weiblichen Intimbereich noch einmal übersichtlich zusammengefasst:

Academia.edu, OConnell ,Anatomy of the clitoris, (abgerufen am 22.03.2022)

Gesundheitsinformation.de, Wie funktionieren die weiblichen Geschlechtsorgane?, (abgerufen am 22.03.2022)

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